Probleme in der schönen neuen Fernsehwelt
Die Tücken von High-Definition
Patrick Woods
HDMI: 1.2 oder 1.3, a oder b?
Die digitale Schnittstelle HDMI und die passenden Kabel sind eine Wissenschaft für sich. Die 19-poligen Stecker übertragen digitale Bilddaten kompatibel zum DVI-Kabel, das man vom Computer her kennt. Zusätzlich enthält HDMI auch den digitalen Ton und die Verschlüsselung HDCP, die dafür sorgen soll, dass die Bilder nur auf "authorisierten" Geräten abgespielt werden können.
HDMI ist jedoch kein fester Standard, sondern er wird ständig weiterentwickelt. Im Jahr 2002 entstand HDMI 1.0, mittlerweile ist das HDMI-Konsortium bei Version 1.3b angelangt. Mit jeder neuen Zwischenstufe werden neue Funktionen hinzugefügt. Zwar sind die jeweiligen Varianten abwärtskompatibel, die neuen Funktionen bleiben jedoch den neuen Geräten mit entsprechender Zertifizierung vorbehalten.

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Leistungsfähig aber manchmal problematisch: Die HDMI-Verbindung (Bild: Belkin)
So gibt es mit dem neusten Standard 1.3 eine doppelt so hohe Datenübertragungsrate und damit neue Funktionen wie einen erweiterten Farbumfang und verlustfreie, unkomprimierte Tonformate. Gleichzeitig werden für die neuen Funktionen auch neue Vorgaben für die HDMI-Kabel gemacht, damit sie die hohen Übertragungsraten schaffen. Herkömmliche Kabel erreichen die geforderten Datenraten möglicherweise nicht. Der Nutzer profitiert also nur dann von Neuerungen, wenn die gesamte Kette vom Abspielgerät über das Kabel bis hin zum Fernseher auf das entsprechende HDMI-Profil zertifiziert ist.
Kopierers Feind: HDCP
HDCP ist der Kopierschutz, der Bestandteil von HDMI ist. Es ist eine Art DRM. Nur wenn der Bildschirm HDCP entschlüsseln kann, erscheint ein Bild. Meist können Blu-ray-Player und Co. aber auch ein analoges Signal ausgeben. Beispielsweise als Komponentensignal. Wer keinen modernen Flachbildfenseher mit HDMI sein Eigen nennt, ist möglicherweise an diese analoge Variante gebunden. Mit diesem Anschluss sind Auflösungen bis zu 1080i möglich.
Der Haken: Nach dem Misserfolg des DVD-Kopierschutzes CSS sind die Filmstudios ängstlicher geworden. Deshalb wurde für die neuen Medien einerseits der sicherere CSS-Nachfolger AACS eingeführt und andererseits wie erwähnt auch die Bilddarstellung verschlüsselt. Ist der Player nun ohne HDCP an einen Monitor angeschlossen, wird dies zwar funktionieren, aber sprichwörtlich nur begrenzt.
Die großen Filmstudios haben sich geeinigt, die analoge Ausgabe der Filme voraussichtlich nur bis zum Jahr 2010 zu erlauben. Dann wird HDCP und damit ein HDMI-Anschluss Pflicht für die neusten Hollywoodfilme sein. Alle ohne diesen sehen nur schwarz oder nur noch eine stark reduzierte Auflösung. Auch sonst hat der kleine HDCP-Chip in jedem Gerät die Fäden in der Hand. Über eine so genannte "Widerrufsliste" kann die Industrie den Chip im Gerät einfach deaktivieren.
Dann wäre es nicht mehr möglich, mit diesem Gerät HDCP-geschützte Inhalte abzuspielen, das Bild bleibt schwarz - es wäre fast wertlos. Das kann passieren, wenn sich herausstellt, dass ein Modell nicht sicher genug ist und der HDCP-Schutz umgangen werden könnte.
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