Blitzschnell, ferngesteuert und mit Kamera
Gadget Globus: Unterwasser-Roboter für knapp 120 Euro
Tobias Röhrig
14 Luftdruckdüsen, über den Rumpf verteilt, setzen den ferngesteuerten Unterwasser-Roboter in Bewegung. Die Kamera an der Vorderseite überträgt per Funk ein gestochen scharfes Livebild. Das extrem wendige Gefährt ist etwa so groß wie eine Melone und wurde am taiwanischen Forschungsinstitut ITRI entwickelt.
Das Gerät ist multifunktional: Es kann mittels eingebautem Laserpointer für Kampfspiele unter Wasser eingesetzt werden. Dann versuchen zwei Spieler mit je einem Roboter den anderen abzuschießen. Die Punktezählung wird in dem übertragenen Livebild eingeblendet.
Am Heck kann zudem ein Würfel angeschraubt werden, dessen hintere Außenwand sich per Fernsteuerung öffnet. Dann kann der Roboter in großen Aquarien für die Fütterung benutzt werden.
Auch militärisches Potential steckt in dem kleinen Apparat. Mittels zusätzlich montiertem Greifarm lassen sich etwa Bomben entschärfen oder Räumen. Die Kombination Fernsteuerung, Greifarm und Kamera ist zudem für Unterwassererkundungen und -operationen aller Art geeignet.

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Der Unterwasser-Roboter "Project Aqua" hat praktisch keinen Wendekreis. Rechts: Das neue Modell mit verbessertem Akku.
Ziviler Nutzen ist aber ebenso möglich und gewünscht: Durch den Funkkontakt folgt der Unterwasser-Roboter etwa einem Forschungsboot und erkundet die Unterwasserlandschaft. Dafür werden im Moment verbesserte Möglichkeiten der Steuerung sowie autonome Bewegungsabläufe entwickelt. Die nächsten Modelle sollen dann etwa durch gezielt eingesetzte Bewegungen mit Unterwasserlebewesen interagieren können. Die Abläufe kann der Roboter dann selbst wählen und eine Fernsteuerung ist nicht unbedingt nötig.
Mit einer Geschwindigkeit von 30 Zentimetern pro Sekunde rast das "Project Aqua" genannte Mini-U-Boot bis zu eineinhalb Stunden lang durchs Wasser. Dabei ist der Wendekreis genauso groß wie Länge und Breite des Roboters. Die neueste Version hat sogar einen Akku, der fünf Stunden hält. Das Gehäuse ist aus Glasfaser gefertigt. Der Preis ist angesichts der Funktionsvielfalt überraschend gering: Händler zahlen umgerechnet knapp 120 Euro pro Gerät. Project Aqua ist ein Forschungsprojekt und wird daher nicht an Privatpersonen verkauft.
Unser Redakteur Tobias Röhrig wohnt zur Zeit in Taiwan und ist ständig unterwegs auf der Suche nach Kuriositäten und neuen Trends. Im Gadget Globus stellt er verrückte Technikspielereien vor, die es vielleicht niemals nach Europa schaffen.
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