Internet-Konzern gibt dem Browser den Todesstoß

Browser: AOL besiegelt das Aus für den Netscape Navigator

AOL besiegelt das Aus für den Netscape Navigator Das neue Jahr beginnt für alle Netscape-Freunde mit einer schlechten Nachricht. Version 9.0.0.5 vom 11. Dezember 2007 wird die letzte sein, nach 14 Jahren zieht AOL zum 1. Februar endgültig den Stecker. Lediglich ein Sicherheits-Update soll im Januar noch erscheinen, danach wird das Projekt Netscape sich nur noch in den Annalen der Internet-Welt wiederfinden. Welche Gründe es für die Einstellung gibt und welche Alternativen sich bieten, verrät netzwelt.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Dezember 1994: Netscape 1.0
  2. 2Kampf der Giganten
  3. 3Kein Platz mehr für Netscape

Dezember 1994: Netscape 1.0

Am 15. Dezember 1994 fing mit der Version 1.0 des Netscape Navigators alles an. Knapp zwei Jahre nach der Veröffentlichung lag der Marktanteil des Browsers bei etwa 80 Prozent. Von solchen Zahlen sollte Netscape in den Folgejahren nur noch träumen können. 1998 übernahm der Internetkonzern AOL die Marke Netscape, der Anfang vom Ende. Auch die Ankündigungen aus dem Januar, dass Netscape künftig kostenlos in der Open Source-Community Mozilla weiterentwickelt werde, konnten den freien Fall von Netscape nicht mehr aufhalten.

Werbung

Zwei Jahre später erschien Netscape 6, Grundlage war Mozilla 0.6. Seit der Version 8.0 basiert Netscape auf dem Mozilla Firefox. Die Open Source-Software wurde zur Grundlage des Netscape Navigators und zählt mit einem Marktanteil von geschätzten 30 bis 35 Prozent zum inzwischen größten Konkurrenten von Microsoft.

Kampf der Giganten

In einem erbitterten "Browser-Krieg" hatte der Software-Gigant Microsoft mit seinem 1995 auf den Markt gebrachten Internet Explorer immer wieder Punktsiege errungen. Mit der umstrittenen Implementierung in das Betriebssystem Windows konnte Microsoft bereits 1999 die unangefochtene Marktführerschaft an sich reißen und erreichte innerhalb der nächsten Monate einen Marktanteil von gigantischen 95 Prozent. Mit der Symbiose von Internet Explorer und Windows hatte Microsoft ein jahrelanges Verfahren der Kartellbehörden ausgelöst, nicht wenige forderten wiederholt eine Zerschlagung des Softwareriesen.

Kein Platz mehr für Netscape

Für Netscape gibt es nach Darstellung von AOL im neuen Jahr keinen Platz mehr, da das Hauptaugenmerk auf Internet-Werbung konzentriert wird. Die neue AOL-Politik lasse keinen Spielraum mehr für Investitionen, die für eine Fortführung des Netscape Navigator auf hohem Niveau erforderlich wären. Nur noch ein Update soll im Laufe des Januars veröffentlicht werden, dann gehen bei Netscape die Lichter aus.

Bisherigen Netscape-Nutzern wird der Umstieg auf Firefox empfohlen. Zahlreiche Add-on-Erweiterungen lassen den Style des Netscape Navigator auch in der Zeit nach seinem Aus weiterleben.

Forum

Eigenen Kommentar schreiben