Lückenschließungen stehen im kommenden Jahr an
DVB-T: Blick zurück nach vorn
Stefan Hagedorn
Das Jahr 2007 brachte Haushalten in vielen Regionen Deutschlands eine bessere Versorgung mit digitalen TV-Programmen. Das Schlagwort DVB-T spielte in den letzten zwölf Monaten in Mitteldeutschland, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und Bayern eine entscheidende Rolle. Während Nordrhein-Westfalen inzwischen nahezu komplett abgedeckt ist, sind für das nächste Jahr zahlreiche Lückenschließungen geplant.
Zum Jahresende 2007 sollen etwa 90 Prozent aller Haushalte mit DVB-T Programmen versorgt werden. Diese Zahl entspricht 68 Millionen Haushalten. Mehr als neun Millionen DVB-T Empfänger sind nach Schätzungen der öffentlich-rechtlichen Task Force DVB-T Deutschland in den letzten Jahren über die Ladentische gegangen. Am 4. August 2003 wurde mit dem Großraum Berlin die erste Region in Deutschland digitalisiert, 2008 folgen weitere Teile von Südthüringen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, der Rhein-Main-Region und Sachsen-Anhalt.
Neun Millionen Set-Top-Boxen verkauft
Zunächst widmen wir uns Mitteldeutschland. Die letzten Versorgungslücken im Süden Thüringens und im Norden Sachsen-Anhalts sollen bis Mitte 2008 umgestellt werden. Zusätzlich wird das erste lokale DVB-T Projekt im Großraum Leipzig an den Start gehen. Erstmals werden außerhalb von Berlin Hörfunkprogramme über DVB-T angeboten werden. Drei kommerzielle TV-Anbieter und der Nachrichtenkanal BBC World versprechen Abwechslung in der öffentlich-rechtlichen Schmalkost.

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DVB-T Versorgung, Stand 20.12.2007 (Quelle: ueberall-tv-de) Überallfernsehen - Die Abdeckung
(Klick vergrößert.)
Bis Ende kommenden Jahres und damit zwei Jahre vor der politischen Vorgabe sollen die Sendeanlagen in Bayern umgestellt sein. Am Standort Untersberg soll das Berchtesgadener Land bereits im 2. Quartal digitalisiert werden. Vom Standort Pfaffenberg soll der Großraum Aschaffenburg und Unterfranken bis Ende kommenden Jahres versorgt werden, Mittelfranken wird von den Senderstandorten Hesellberg und Gelbelsee mit digitalen Programmen versorgt.
Pläne für Bayern
Gleich drei Standorte werden für die digitale Versorgung von Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz eingesetzt: Ab Ende 2008 funken Amberg, Bamberg und Ochsenkopf digital. Mit der Ende November erfolgten Umschaltung in Schwaben und Altbayern sind nunmehr fünf DVB-T Regionen im Freistaat aktiv.
In Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und der Rhein-Main-Region stehen weitere Lückenschließungen an. Bis Ende kommenden Jahres soll das Projekt DVB-T weitgehend abgeschlossen sein. Aus topographischen Gründen ist allerdings nicht in allen Regionen eine DVB-T Versorgung möglich.
Weiße Flecken werden bleiben
Vor allem im Süden Deutschlands, im Norden von Brandenburg und einigen Gebieten von Nordrhein-Westfalen müssen sich die Haushalte allerdings auf Kabelanschluss oder Satelliten-Schüssel konzentrieren. Digitale TV-Programme über die Hausantenne wird es in rund zehn Prozent aller Haushalte auch im Endausbau nicht geben.
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