Uncharted: Drakes Schicksal für PS3 im Test
Nur nicht nach unten schauen
Obwohl im gesamten Spiel die Action-Sequenzen dominieren, wird das Gameplay immer wieder mit erfrischenden Kletteraktionen und grandios inzinierten Animationen aufgelockert. Wer allerdings so ausgereifte Adventure-Sequenzen wie in "Tomb Raider" erwartet, wird enttäuscht sein. Verzwickte Rätzel oder knifflige Schalträtzel finden Sie in "Uncharted" nicht. Grund zur Trauer gibt es dennoch nicht. Raffiniert und spannend zugleich begleiten Sie Nate durch imposante Schauplätze und werden butterweich von einer Aktion zur nächsten geleitet. Dabei fallen auch keine störenden Ladezeiten und Ruckler auf. In einem Fluss springen Sie beispielsweise von einem Abhang in ein U-Boot und klettern durch enge Räume, die unheimlich cineastisch dargestellt werden.
Für ein tolles Gefühl sorgen des Weiteren die nervenaufreibenden Kletterpartien, die man zwar aus "Tomb Raider" kennt, die aber dennoch wunderschön anzusehen sind. Sie klettern über tiefe Schluchten und hangeln dabei nur an einem bröckelnden Felsvorsprung, der sich langsam auflöst, oder schwingen sich mit einer Liane über einen Abhang. Ebenfalls sehr nett umgesetzt: die Balance-Aktionen, die Nathan ausführt, wenn er über Bäume oder dünne Untergründe geht. Hierbei kommt der Bewegungssensor im PS3-Controller zum Einsatz. Je nachdem auf welche Seite Nathan schwankt, müssen Sie mit dem Controller entsprechend gegensteuern.

Die meisten Situationen bestreiten Sie jedoch mit ereignisreichen Schießereien. Während Sie anfangs noch behutsam an das Gameplay gewöhnt werden und den exotischen Urwald erkunden, müssen im weiteren Verlauf immer mehr die fiesen Räuber beseitigt werden. Hier sind die Settings zwar alle unterschiedlich aufgebaut, die Herangehensweise bleibt jedoch ähnlich. Meistens sieht man sich gleich drei bis vier bösen Söldnern gegenüber, die allesamt ziemlich angriffslustig sind. Selbst wenn man sich noch so sehr anstrengt, anschleichen und im Nahkampf jemanden K.O. schlagen, funktioniert so gut wie nie. Wird man entdeckt, bleibt nur noch die Flucht hinter irgendeinen Stein oder eine Holzkiste. Wird Ihnen diese Deckung dann zerschossen, können Sie via Knopfdruck einfach zum nächsten Unterschlupf springen. Das führt jedoch manchmal zu unkontrollierten Sprüngen, da sich Nate nicht immer für die Richtung entscheidet, die man selber für ihn angedacht hat.
Sehen Sie sich einer zu großen Anzahl von Feinden entgegen, können Sie (falls vorhanden) Granaten einsetzen. Dazu müssen Sie in den Zielmodus wechseln und mit dem Analogstick oder durch das Neigen des Sixaxis-Controllers die Wurfneigung festlegen. Glücklicherweise gibt es im Spiel genug automatische Speicherpunkte, die Sie zum jeweiligen Punkt zurücksetzen. An manchen Stellen ist die Übermacht der Gegner, selbst im leichten Schwierigkeitsgrad, sehr stark und so wären schlecht gesetzte Speicherpunkte ziemlich übel. So aber lässt das Spiel Sie nie frustriert zurück und bietet selbst Anfängern eine faire Chance.

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