Verleiht Flügel
Angespielt: Bee Movie - Das Game
Ob Shrek oder Spiderman - Publisher Activision hat ein Abonnement auf die Versoftung großer Comic- und Animationsfilme. Jüngstes Beispiel: "Bee Movie" von DreamWorks, der insektoide Spaß nach einer Idee des US-Komikers Jerry Seinfeld. Für fast alle gängigen Plattformen entwickelt, soll das Spiel um Biene Barry B. Benson zeigen, ob es auch auf dem PC einen Stich machen kann.

Wie der Kinofilm teilt sich auch das Spiel in zwei Bereiche: den Bienenstock und die Außenwelt, namentlich New York. Jeder Ausflug in die Stadt repräsentiert eines von insgesamt 20 Level. Um fahrenden Autos auszuweichen, mörderischen Bratpfannen oder Tennisschlägern, ist in erster Linie Geschicklichkeit gefragt.
Mithilfe der Pfeiltasten vollzieht die Biene schnelle Richtungswechsel, während eingeblendete Zahlen zum raschen Drücken der entsprechenden Zifferntasten auffordern. Die Tatsache, dass nach mehreren gescheiterten Versuchen jede Taste als richtig akzeptiert wird, sofern nur rechtzeitig gedrückt, zeigt die Hinwendung zu einer eher jüngeren Zielgruppe.
Maya Payne
Den amüsant in Szene gesetzten Überlebenskampf meistert Barry nicht zuletzt mit Spezialkräften. Ein als Bienenvision bezeichneter Sichtmodus offenbart verborgene Gegenstände sowie Feindbewegungen. Konkurrenten wie Libellen werden in Dogfight-Manier mittels Pollenbestäuber abgeschossen, der bei der Befruchtung abgestorbener Blüten auch zivile Zwecke erfüllt. Unentbehrlich und visuell eindrucksvoll ist eine Zeitlupenfunktion, die es ermöglicht, sogar fallende Regentropfen derart abzubremsen, um auch Wolkenbrüche trockenen Flügels zu überstehen. Angesichts solcher Begabungen würde sogar die Biene Maya gelb vor Neid, wäre sie es nicht ohnehin schon größtenteils.
"Bee Movie - Das Game" klingt gut, sieht honigsüß aus und steuert sich ordentlich. Sämtliche Eingabebefehle - ob in der Luft, am Boden oder am Steuer von Fahrzeugen - werden schnell und präzise umgesetzt. Zur besseren Benutzerführung hätte man die Steuerung für Bienenstock und Außenwelt jedoch vereinheitlichen sollen. Je nach Einsatzort können sich identische Aktionen auf unterschiedliche Tasten oder sogar Geräte verteilen. So funktioniert die Interaktion in Barrys Heimatwelt fast ausschließlich über eingeblendete Hotkeys, wogegen unter freiem Himmel regelmäßig die Maustasten klicken. Wer möchte, passt die Steuerung im Optionsmenü den eigenen Vorstellungen an.
Need for Nektar
Bienen sind bekanntlich fleißig. Deshalb darf Barry verschiedene Praktika/Minigames absolvieren und als Taxifahrer, Kranführer oder Automechaniker hinterher Geld (Nektar) auf diesen Gebieten scheffeln. Den Lohn darf er für neue Outfits ausgeben oder in Spielhallen verzocken. Damit enden Selbstbestimmung und Konsumgier in der Bienenwelt nicht. Am Steuer kostenloser Autos wird aus Barry eine flotte Biene, die zwischen den Missionen ungestört die Straßen unsicher macht. Durch den Kauf sündhaft teurer Sportflitzer wird schließlich die Teilnahme an Straßenrennen interessant - darauf scheinen selbst Bienen zu fliegen.
Fazit: Mit der Behauptung, dass dieses Game insbesondere jüngeren Spielern Freude bereitet, ist den Machern kein Honig ums Maul geschmiert. Durchaus gelungen.
