Umwandeln von CDs in MP3-Files laut Musikindustrie unautorisiert
RIIA: Privatkopie in den USA in Gefahr?
Manuel Masiero
Auch in den USA besteht ein Anspruch auf Privatkopien von selbst gekauften Audio-CDs. Wie ein aktueller Gerichtsfall allerdings zeigt, findet sich die Musikindustrie nur zähneknirschend mit diesem Gesetz ab. Anwälte des US-Verbandes der Musikindustrie (RIAA) haben ein Ehepaar angeklagt, das Audio-CDs in MP3-Files umgewandelt hat. Die Advokaten haben dabei jedoch in erster Linie Filesharing im Visier.
Laut Klageschrift hat das im US-Bundesstaat Arizona lebende Ehepaar seine Audio-CDs in MP3-Dateien umgewandelt und diese angeblich über den Filesharing-Client Kazaa verbreitet hat. Dabei lagen die Daten im "Share"-Ordner des Programms, über den Files mit anderen Anwendern getauscht werden. Zwar widerspricht das Ehepaar der Filesharing-Anklage und will die MP3-Dateien nur zum eigenen Gebrauch genutzt haben. Die strittigen Musikstücke waren aber wohl zumindest sichtbar, während Kazaa lief und wurden bei einem Routinescan der RIAA entdeckt.
Besitzer von MP3-Files gleich Filesharer?
Die RIAA-Anwälte argumentieren nun, die Bereitstellung der Musikstücke in einem zum Tausch freigegebenen Festplatten-Ordner stelle bereits eine Rechtsverletzung dar. Die MP3-Dateien seien dann nicht mehr vom Gesetzgeber autorisierte Privatkopien. Dem entgegnen Kritiker einerseits, dass für einen Rechtsbruch auch tatsächlich eine Verteilung der Files stattgefunden haben müsse. Andererseits sehen sie sich mit diesem Verfahren auch in ihrer Annahme bestätigt, dass die Musikindustrie das Recht auf Privatkopie am liebsten abschaffen würde. Tatsächlich scheint die MP3-Umwandlung nur als Vehikel zu dienen, zumal sie von der Anklage suggestiv als erster Schritt zum Filesharing dargestellt wird.
Das Verfahren ist derzeit noch offen und wird noch im Dezember fortgesetzt.
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