Ebay: Tausende Käufer um 800.000 Euro betrogen?

Einzeltäter oder organisierte Bande?

Hier wurde gezielt das Vertrauen der Kunden gewonnen und die eBay-Sicherheitsmaßnahmen ebenso gezielt umschifft. Die Operation war von langer Hand vorbereitet. Niemand der Kunden sollte den Hauch einer Ahnung haben, dass er den ersteigerten Monitor oder Prozessor am Ende nie erhalten wird. Von dem Händler, der unter dem Namen "Pawlak Computerhandel" in Dreieich bei Offenbach gemeldet war, fehlt momentan jede Spur.

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Die Kriminalpolizei Südost-Hessen untersucht den Fall derzeit. Die Geschäftsräume des ehemaligen Händlers wurden bereits durchsucht, waren aber leer und verlassen. Auch telefonisch war der Geschäftsführer des Shops nicht zu erreichen. Bei der Adresse des Händlers tauchen immer wieder geprellte Kunden auf, die vergeblich nach einem Ansprechpartner suchen. Man gehe von mehreren Tausend Geschädigten und mehreren Hunderttausend Euro Schaden aus, so Polizeisprecher Michael Cordey gegenüber netzwelt. Vor allem würde untersucht, ob der eingetragene Geschäftsführer der Firma, Wojciech Pawlak, alleine gehandelt hat oder eventuell nur ein Strohmann einer organisierten Bande war, der nur benutzt wurde.

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Der Firmensitz des "Pawlak Computerhandel": Eine Lagerhalle in einem Hinterhof (Foto: V.A. Margineanu)

Die schiere Masse der Auktionen spricht für mehrere Täter, die Polizei wollte dazu aber noch keine genauen Angaben machen. Auch berichten die geprellten Käufer von insgesamt mindestens drei verschiedenen Konten, auf die sie das Geld überwiesen hatten. Dies spricht ebenfalls für eine organisierte Gruppe. Die Verbraucherschutz-Organisation "Falle Internet" hat mittels des Scanprogramms "Baywotch" ausgerechnet, dass "pc-hardware1" vom 05. November bis zur Schließung einen Monat später fast 11.000 Artikel verkaufte und dabei einen Umsatz von 800.000 Euro machte.

Zahl der Opfer noch unklar

Noch sei ungewiss, wie viele potenzielle Opfer es tatsächlich gibt, so Polizeisprecher Cordey. Es sei unklar, wie viele Kunden die ersteigerte Ware bereits bezahlt hatten, als der mögliche Schwindel aufflog. Zudem gebe es auch Käufer im Ausland. Doch schon jetzt gilt der Fall um Wojciech Pawlak als der größte mutmaßliche Betrugsfall bei eBay in diesem Jahr. Auch eBay selbst macht dabei Verluste. Laut Falle Internet könnte das Onlineauktionshaus 45.000 Euro an Provision verlieren und zusätzlich muss eBay vielen Geschädigten über das Käuferschutzprogramm einen Teil des Verlustes erstatten.

Nicht nur über eBay, auch über einen fingierten Onlineshop bot der Händler aus Dreieich günstige Ware an. Unter der Adresse "digitronic-shop24.de", die immer noch online ist, vertrieb Pawlak Computerhandel attraktive technische Geräte wie Digitalkameras, Navis und Notebooks. Wie viele Kunden hier mutmaßlich um ihr Geld gebracht wurden, ist ungewiss. Der Shop existierte noch nicht lange und macht einen provisorischen Eindruck, sodass möglicherweise nicht viele Kunden hier etwas bestellten.

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Provisorischer, längst verlassener Firmensitz in Dreieich (Foto: V.A. Margineanu)

Was ist zu tun?

Wer selbst fürchtet, zu den Opfern zu zählen, sollte sich möglichst schnell bei eBay melden. Laut Sprecherin Maike Fuest wurden alle, die in der letzten Zeit etwas bei pc-hardware1 ersteigerten, von eBay angeschrieben und über den möglichen Betrug informiert. Ebay und die Polizei rät den Käufern Anzeige zu erstatten. Über den eBay-Käuferschutz ist es möglich, einen Teil des Verlustes erstattet zu bekommen.

Beträge bis zu einer Obergrenze von 200 Euro, mit 25 Euro Selbstbeteiligung, zahlt eBay geprellten Kunden aus. Das macht maximal 175 Euro Erstattung. Ein schwacher Trost für alle, die beispielsweise 500 Euro für eine Spielekonsole ausgegeben haben, die vermutlich niemals geliefert werden wird.

Polizeisprecher Michael Cordey rät allen eBay-Nutzern, beim Kauf von Ware das Treuhänderkonto zu benutzen, wo das Geld erst dann an den Verkäufer weitergegeben wird, wenn der Kunde die Ware sicher erhalten hat. Maike Fuest unterstreicht dies. Zudem seien Käufer über den eBay-eigenen Bezahldienst PayPal bis zu 500 Euro abgesichert, erklärt die Sprecherin.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 13 Beiträge

Zitat: Wen wundert es? :rolleyes: der Imageschade wäre wohl doch zu gross. PS: Interessant für E-Baye-Nutzer>> ARD-Ratgeber Recht Sendung am 05.01.2008, 17:03...

Hallo und ein frohes neues Jahr. Hallo Krennz was heist hier blauäugig.du verwechselst da was.ich habe nur einen Prozessor Athlon X2 4400 in der Box .kaufen wollen,keinen PC mit dem Athlon. ...

Zitat: Gestern kam die Mitteilung von eBay daß sie mir 65€ auf mein PayPalkonto überweisen. Wen wundert es? :rolleyes: der Imageschade wäre wohl doch zu gross. ...

Wer sich nen Athlon 64 X2 für €65,-- über Internet bestellt ist. m.E. etwas sehr blauäugig. Ein Athlon 64 X2 4400+ kostet bei dem billigsten mir bekannten Anbieter in PC-Zeitschriften je nach...

Hallo Ich gehöre auch zu den geschädigten. Ich habe mir einen Athlon 64 X2 4400+ über sofort neu bestellt,für 65€, da ich keine Lust hatte für einen gebrauchten über 50 € auszugeben. ...

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