eSport: Gaming-Profi von Alternate aTTaX im Interview

eSport: Gaming-Profi von Alternate aTTaX im Interview

Peter "Chucky" Schlosser: Unser Team wurde nicht wahllos zusammengestellt, sondern es hat sich über die Laufe der Jahre entwickelt. Auf jedem Event lernt man Spieler anderer Teams immer besser kennen und man erkennt doch schon sehr schnell, mit welchen Spielern man gerne mal zusammenspielen würde und mit welchen nicht. Daher mussten wir uns auch nicht wirklich zurecht raufen. Klar gibt es ab und zu Streitpunkte, aber wenn man so viel Zeit in gemeinsamen Trainings verbringt, ist es auch nicht verwunderlich. Richtig ernst wurde es nie.

netzwelt: In Deutschland hat man im eSports-Bereich streckenweise noch nicht die Unterstützung wie in einigen anderen Ländern. Was müsste eurer Meinung nach noch getan werden, wo liegen die Schwachpunkte und was machen andere Länder besser?

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Peter "Chucky" Schlosser: Hier in Deutschland wird eigentlich schon sehr viel richtig gemacht. Besondern die ESL ist hier hervorzuheben, da sie uns die nötige Struktur gibt, um auf einem professionellen Niveau zu spielen. Was in unseren Augen auf jeden Fall noch verbesserungswürdig ist, ist die Außenwirkung. Die Strukturen sind für uns Spieler und Community-User ohne Zweifel sehr gut, aber in der Öffentlichkeit können diese nur schwer begreifbar gemacht werden. Hier muss mehr Transparenz geschaffen werden. Die gesamte Liga-Struktur muss selbsterklärend werden. Des Weiteren muss ernsthaft daran gearbeitet werden, den eSport als echte Sportart anerkennen zu lassen, damit die Öffentlichkeit uns überhaupt ernst nehmen kann.

netzwelt: Momentan kommt ja auch immer wieder die Diskussion auf, ob man eSports überhaupt als Sport bezeichnen kann. Wie würdet ihr das untermalen und bestätigen?

Peter "Chucky" Schlosser: Für uns ist eSport auf jeden Fall eine echte Sportart. Wir trainieren fast täglich zusammen und unser Training gestaltet sich nach einem festen Ablaufplan. Wir haben quasi eine Art Trainingsplan, an den wir uns halten müssen. Teilweise machen die Trainings noch nicht einmal Spaß, sodass es in Arbeit ausartet. Wir müssen uns über Disziplin genauso durchbeißen wie jeder andere Leistungssportler auch. Wer mal selbst ein Wochenende ernsthaft ein Turnier am PC bestritten hat, wird auch am Montag spüren, dass es den Körper ganz schön mitnimmt. Zwar haben wir keinen Muskelkater, aber durch die langen Konzentrationsphasen ist man dennoch richtig fertig und braucht einige Tage, um sich zu erholen.

netzwelt: Euer Team hat mit Alternate einen sehr starken Partner, was würdet ihr den Teams raten, die noch ganz am Anfang sind? Wie sollten die sich präsentieren, um in der Branche bestehen zu können?

Peter "Chucky" Schlosser: Die Teams sollten auf jeden Fall auf ihr Auftreten achten. Dies ist einem Sponsoren oder auch Partner immer besonders wichtig. Daher ist ein ordentliches Benehmen, egal ob on- oder offline, sehr wichtig, um einem Partner das Gefühl zu geben, dass er durch das Team würdig vertreten wird. Darüber hinaus sind natürlich auch sportliche Erfolge wichtig. Am besten funktioniert dies wohl in der ESL, aber man muss sich auch gleichzeitig offline immer mal wieder beweisen, damit man seine Glaubwürdigkeit bewahrt. Hört sich nach einem sehr langen Weg an, aber im eSport kann dies innerhalb eines halben oder ganzen Jahres absolviert werden. Es hängt immer von den Spielern ab, wie viel Ehrgeiz und Disziplin sie haben.

Netzwelt: Wir bedanken uns für das Gespräch.

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