Backup-Strategien: Wo Daten sicher lagern
Flash-Speichermedien
Flash-Speicher wie USB-Sticks und Digicam-Speicherkarten sind deutlich unempfindlicher als Festplatten, da sie ohne bewegliche Bauteile auskommen. Wegen ihrer geringen Masse überstehen sie auch grobe Behandlungen schadlos und sind zumindest hier empfehlenswerter als CDs oder DVDs und Festplatten. Zudem arbeitet Flash-Speicher ebenso lautlos wie energiesparend und gilt bei vielen Anwendern als sehr zuverlässig. Noch sind die Kapazitäten aber zu gering und die Preise zu hoch, um die Festplatte als praktisches Backup-Medium für große Datenmengen abzulösen. Auf längere Sicht sind die Flashspeicher aber eine ernst zu nehmende Konkurrenz für die rotierenden Massenspeicher.
Flashspeicher mit SLC-Chips leben länger
Ebenso wie bei CDs, DVDs und Festplatten machen Flashmedien-Hersteller nur selten Aussagen zur Lebenserwartung ihrer Produkte. Tauchen doch einmal konkrete Zahlen auf, hängen sie meist mit der Garantie zusammen. Diese erstreckt sich aber lediglich auf die Funktionsfähigkeit des Speichers und schließt die Datenintegrität davon aus. Für Langlebigkeit stehen vor allem diejenigen Flash-Produkte, die SLC-Speicher einsetzen (Single Level Cell) und je Transistor ein Bit speichern. SLC-Chips halten durchschnittlich 100.000 Schreib-Lösch-Zyklen pro Speicherzelle aus. Integrierte Controllerchips erkennen außerdem, wann ein Speicherblock defekt ist und markieren ihn entsprechend. Dadurch erhöht sich die Anzahl der Schreib-Lösch-Zyklen auf drei bis vier Millionen.
MLC-Speicher (Multi Level Cell) adressiert dagegen mehrere Bits pro Transistor und übersteht deutlich weniger Schreib-/Lösch-Zyklen. Um herauszufinden, ob ein Flash-Produkt SLC-Speicher verwendet, muss man allerdings fast zwangsläufig die Hersteller-Webseite besuchen oder sogar dessen Hotline anrufen - bei einem Discounter wird es wahrscheinlich nur selten in der Produktbeschreibung auftauchen. Dafür gibt es für alle Flashspeicher-Typen kostenlose Tools wie das Flash Memory Toolkit, mit denen sich fehlerhafte Speicherzellen ermitteln lassen.

Mit dem Flash Memory Toolkit lassen sich Flash-Medien auf Datenfehler untersuchen.
Fazit: Selbstdisziplin schützt vor Datenverlust
Ein sicheres Speichermedium zu finden ist leicht, denn prinzipiell eignen sich dafür sowohl Festplatten und Flashmedien als auch Marken-CDs und -DVDs. Regelmäßig Backups auf die digitalen Medien zu speichern, ist dagegen schon deutlich schwerer, aber Pflichtübung für alle, die immer eine aktuelle Sicherheitskopie ihrer Daten haben wollen. Bei besonders wichtigen Daten wie beispielsweise der Fotosammlung oder gescannten Dokumenten gehört es außerdem zur Kür, sie regelmäßig auf einen oder gleich mehrere frischen Datenträger umzukopieren. Diese sollte man allerdings vorher jeweils auf Fehlerfreiheit überprüfen.
Wer Backups nur einmal auf ein Speichermedium schreibt und dieses anschließend einige Jahre weglegt, kann alle Daten normalerweise zwar wieder auslesen. Völlig sicher kann man sich angesichts der vergleichsweise geringen Haltbarkeit digitaler Datenträger jedoch nicht sein. Zudem sollte man dafür sorgen, dass dann auch ein passendes Lesegerät vorhanden ist. Wer zum Beispiel seine Sammlung selbst geschriebener Programme nur auf 5-1/4-Zoll-Diskette gespeichert hat, wird sich mangels verfügbarer Laufwerke heute schwer tun, sie zu kopieren.

Sagen Sie Ihre Meinung!