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Blut und Spiele: Toshiba Satego X200-20O im Test
Sechs Pfund Gezocktes

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Dieses Notebook ist ein Schreibtischtäter, man erkennt es bereits an der auffälligen Optik. Ein passendes Spiel auf einer der beiden Festplatten und es wird zur Tatwaffe. Toshiba liefert mit dem Satego X200-20O beste Voraussetzungen für Blut- und Schreib-Arbeit. Standesgemäß läuft der Gaming-Bolide mit blutroter Lackierung zum Test auf.

Klingt gut: Ein komplett auf mobilen Spielspaß abgestimmtes Notebook in edler, leicht agressiver Optik, aufgepeppt mit fünf hochwertigen Lautsprechern, integrierter Digitalkamera, einem ausgewachsenen Nummernblock und feiner Anschlussvielfalt. Das Toshiba Satego X200-20O erfüllt auf dem Papier sämtliche Anforderung an eine mobile Spielstation.

Toshiba Satego X200-X20O im TestInhalt

  • Mensch trifft Maschine
  • Klappe zu: Optik, Anschlüsse und Verarbeitung des Gehäuses
  • Klappe auf: Optik, Ausstattung und Verarbeitung des Innenraums
  • Display: Ziemlich abgeblickwinkelt
  • Leistung: Dreht die Regler auf
  • Arbeiten: Die schönste Nebensache
  • Multimedia: Aus vollen Rohren
  • Fazit und technische Daten

Mensch trifft Maschine

Das Wörtchen "mobil" relativiert sich natürlich direkt nach der ersten Begegnung zwischen Mensch und Maschine. Satte 3,2 Kilogramm Kampfgewicht wirft der Desktop-Ersatz ins Gefecht. Über ein weiteres Kilogramm steuert der externe Brocken von Netzteil noch bei. Schnell wird klar: Auf große Reise wird mit dem Satego sicherlich niemand gehen wollen, höchstens zur Vorbereitung auf den Iron-Man.

Dies widerspricht auch klar dem eigentlichen Einsatzzweck des Gaming-Boliden, der ja eigentlich nur spielen will. Da aktuelle Spiele-Titel die Hardware bis aufs Letzte ausreizen, stellen alltägliche Aufgaben wie Musik- und Filmwiedergabe selbstverständlich kein Problem dar.

Klappe zu: Optik, Anschlüsse und Verarbeitung des Gehäuses

Arbeitsplatz für Zocker: Diese Tastatur eignet sich aber auch für Schreibarbeit.

Der geschlossene Displaydeckel in rot-schwarz marmorierter Hochglanzoptik wird von einem geradezu riesigen Toshiba-Logo durchzogen und ist extrem anfällig für Fingerabdrücke. Dafür rastet der Verschluss satt und zufrieden ein und der Deckel liegt absolut plan am Gehäuse auf. Die untere Hälfte der Vorderseite beherbergt neben einem Kartenleser einen mechanischen Schalter zur Aktivierung beziehungsweise Deaktivierung des WLAN-Moduls, ein Drehrad zur Regulierung der Lautstärke sowie diverse Statusleuchten.

  • Anschlussfreuden: Über HDMI, VGA, TV-Ausgang und Firewire freuen sich nicht nur Gamer, sondern auch Besitzer eines Heimkinos.
  • Sämtliche Tasten liefern gute und präzise Rückmeldungen.
  • Der Deckel gefällt durch Hochglanz-Optik, leider ist die Oberfläche extrem anfällig für Fingerabdrücke.
  • Kein HD DVD: Die Wahl des optischen Laufwerks fiel nicht auf das DVD-Nachfolgeformat.
  • Echte Gamer-Notebooks erkennt man an beleuchteten Schriftzügen. In dieser Hinsicht geizt das Satego mit nur einem Schriftzug auf der Vorderseite.
  • Mobiles Gaming-Geschoss: Mobil sein ist nicht die Sache des Toshiba Satego X200-20O
  • Edel: Auch ausgeschaltet macht das Toshiba-Notebook eine gute Figur.
  • Klang- und kraftvoll: Die für Spiele so wichtige Soundkulisse wird von einem Haman-Kardon-System erzeugt. Bei Bedarf liefern die Boxen richtig Druck.
  • Eine Seltenheit: Das Toshiba X200-20O verfügt über einen vollständigen Nummernblock. Die Umgewöhnung vom Desktop-Rechner fällt daher nicht ganz so schwer.
  • Das beleuchtbare Touchpad ist mit zusätzlichen Funktionen belegt.
  • Gut gemacht: Das Toshiba Satego X200-20O hinterließ im Test eine sehr gute Figur.
  • Von der Seite betrachtet könnte man fast von einem schlanken Subnotebook ausgehen.

Ebenfalls auf der Vorderseite und auch im geschlossenen Zustand vorbildlich zugänglich sind die Anschlüsse für Mikrofon, Kopfhörer, Line-In und Digital-Out. Folgende Anschlüsse reihen sich an den beiden Seitenflächen aneinander: Firerwire, HDMI, sechs Mal USB 2.0, RGB (zum Anschluss eines externen Monitors) sowie ein S-Video-Ausgang. Vor allem der HDMI-Ausgang ist bislang bei Notebooks eher selten zu finden und dem Satego hoch anzurechnen.

In unserem Test-Notebook nimmt ein Dual-layer-fähiges Multiformat-Laufwerk optische Speichermedien entgegen. Wahlweise ist auch die Ausstattungsvariante X200-203, die unter anderem eine größere Festplatte und eine höhere Auflösung bietet, mit einem HD DVD-Laufwerk erhältlich.

Ein vollständiger Nummernblock ist natürlich gerne gesehen.

Klappe auf: Optik, Ausstattung und Verarbeitung des Innenraums

Das Öffnen des schweren Displaydeckels geht ohne störendes Knarren von der Hand. Anschließend bleibt der Blick an vier Punkten hängen, zunächst an den Lautsprechern samt Tasten für die Multimediasteuerung und der großen und vollständigen Tastatur. Kurze Zeit später wandert das Auge weiter zum doppelt belegten Maus-Touchpad und dem auf der rechten Seite platzierten Fingerabdruck-Scanner.

Die Tastatur bereitet nicht nur Spielerhänden Freunde. Mit kurzem Hub und einer äußerst knackigen Rückmeldung lassen sich auch längere Texte hervorragend verfassen. Der vollständige Nummernblock tut sein Übriges, um es Umsteigern von klassischen Desktop-Systemen so einfach wie möglich zu machen.

Bei Bedarf liefern die eingebauten Lautsprecher ordentlich Druck. Lüftergeräusche übertönen sie mühelos.

Display: Ziemlich abgeblickwinkelt

Das 17 Zoll große Display ist ein klassischer Vertreter der Schminkspiegel-Fraktion. Es reflektiert ordentlich, nicht nur im ausgeschalteten Zustand. Ein Fenster im Rücken wird dem ambitionierten Spieler schnell zum optischen Verhängnis. Es bietet eine Auflösung von 1.440 x 900 Bildpunkten, was für einen 17-Zoll-Bildschirm keinen Top-Wert darstellt.

Abzüge gibt es beim Blickwinkel und bei der Ausleuchtung. Gerade die unteren Ecken des Bildschirms sind im Vegleich zur Display-Mitte recht dunkel. Der vertikale Sichtbereich fällt extrem schmal aus. Dies ist besonders störend, da ein leichtes Zurücklehnen bereits mit einem nahezu dunklen Bildschirm quittiert wird. Auch neigt der Notebook-Deckel zu einem Eigenleben. Wenn das Notebook auf den Knien liegt, reicht oft eine kleine Änderung der Position aus, um den Deckel vollständig bis zum Anschlag klappen zu lassen. Ohne Makel sind hingegen Reaktionszeit, Kontrast und Farbtreue.

Leistung: Dreht die Regler auf

Wer spielen will, braucht Leistung im Überfluss. Gerade Spielenotebooks sollten damit nicht geizen, ist eine Aufrüstung oftmals doch überhaupt nicht, oder nur mit finanziell hohem Aufwand zu bewerkstelligen. Kaum verwunderlich, dass Toshiba aus dem Vollen schöpft und hochwertige Komponenten verbaut, die Schnelligkeit versprechen.

Doppelt belegt: Das beleuchtete Touchpad ist ein guter Mausersatz.

Auf dem Datenblatt macht sich dies durch Nvidias aktuelle Grafik-Hardware GeForce 8700M GT mit 256 Megabyte DDR2 Video RAM inklusive 3D-Grafikbeschleuniger bemerkbar. 3DMark 06 liefert den beachtlichen Wert von 4.804 Punkten, PCMark 05 lieferte ein Ergebnis von 5.229 Punkten. Damit braucht das Satego X200 den Vergleich zur Konkurrenz keinesfalls zu scheuen. In der Praxis macht sich die gute Leistung durch flüssige Darstellung positiv bemerkbar. Beim Prozessor fiel die Wahl auf Intels Core 2 Duo T7300 mit 2,0 Gigahertz, der im Praxisbetrieb ordentlich Reserven bietet.

Aktuelle Titel wie "Empire Earth III" oder "Unreal Tournament III" laufen auch bei voll aufgedrehten Reglern flüssig. Lediglich "Unreal Tournament" zwingt das Toshiba-Notebook in die Knie. Hier kommt es bei Maximal-Einstellung zu deutlich wahrnehmbaren Rucklern und nervigen Aussetzern. Auch bei DirectX10-Spielen merkt man der GeForce 8700M GT die Schweißperlen deutlich an. Hier müssen Sie deutlich an den Effektreglern, sogar an der Auflösung selbst drehen, um ruckelfrei spielen zu können.

Arbeiten: Die schönste Nebensache

Abseits der Spielewelt überzeugt das Satego auf ganzer Linie. Die tadellose Tastatur macht Schreibarbeit zum Vergnügen, nicht zuletzt aufgrund des vollständig vorhandenen Nummernblocks. Auch der beleuchtete Mausersatz in Form des Touchpads gefällt. Ein Druck auf ein besonders gekennzeichnetes Feld, und es wird eine zweite Ebene aktiviert. Dann lassen sich Shortcuts für Programme hinterlegen, die E-Mail-Anwendung öffnen oder die Lautstärke regeln.

Störend, nicht nur beim Spielen sondern auch bei normaler Desktop-Arbeit, sind die Reflektionen und der knappe Blickwinkel des Displays. Viel Bewegungsfreiheit bleibt kaum. Dafür entschädigt der integrierte Fingerabdruck-Scanner. Lästige Anmelde-Vorgänge können so abgekürzt werden. Einen absolut zuverlässigen Schutz vor unbefugtem Datenzugriff stellen solche Scanner jedoch nicht dar. Da schafft die Kensington-Kabelschlaufe schon eher Vertrauen. Unter Volllast drehen die Lüfter ordentlich auf. Wirklich störend werden sie subjektiv aber nicht, zumal sie sehr schnell die Drehzahl regulieren, sobald weniger starke Aufgaben bewältigt werden.

Auf Wunsch lässt sich das Satego mit einem HD DVD-Laufwerk aufwerten.

Multimedia: Aus vollen Rohren

Gut zu wissen: Das Toshiba Satego X200-20O ist kein reiner Spielkamerad, sondern auch ein vorzüglicher Alleinunterhalter. Das gut abgestimmte Boxensystem kombiniert mit der Möglichkeit, das Notebook über HDMI mit einem hochauflösenden Fernseher zu verbinden, macht es schnell zum Mittelpunkt im Heimkino.

Dazu passt Microsofts Home-Premium-Version von Vista sowie die mitgelieferte und ordentlich verarbeitete Microsoft-Fernbedienung. Über die separaten Multimedia-Tasten unterhalb des Displays lassen sich die wichtigsten Funktionen direkt steuern. Genügend Platz für Videos, Fotos und Musik bieten gleich zwei Festplatten mit einer Kapazität von jeweils 120 Gigabyte.

Fazit und technische Daten

Gamer-Notebooks sind nicht billig und auch Toshiba Satego X200-20O bildet mit einem Verkaufspreis von etwa 1.800 keine Ausnahme. Dafür bekommt man einen leistungsfähigen Desktop-Ersatz, der tadellos verarbeitet, aber nicht ohne Schwächen ist. So stört in der Praxis der geringe Blickwinkel des Displays am meisten.

Vollständig überzeugen kann dieses Notebook hingegen mit der fast perfekten Tastatur, der runden Multimedia-Ausstattung sowie den umfangreichen Anschlussmöglichkeiten. Auch die Lautstärke bleibt im Spielbetrieb auf erträglichem Niveau. Wer ein Gamer-Notebook sucht, das optisch nicht ganz so dick aufträgt und auch im nicht mobilen Alltag eine gute Figur macht, wird mit diesem Satego-Modell sicherlich glücklich werden.

Kommentare zu diesem Artikel

Dieses Notebook ist ein Schreibtischtäter, man erkennt es bereits an der auffälligen Optik. Ein passendes Spiel auf einer der beiden Festplatten und es wird zur Tatwaffe. Toshiba liefert mit dem Satego X200-20O beste Voraussetzungen für Blut- und Schreib-Arbeit. Standesgemäß läuft der Gaming-Bolide mit blutroter Lackierung zum Test auf.

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Blut und Spiele: Toshiba Satego X200-20O im Test
Blut und Spiele: Toshiba Satego X200-20O im Test
Dieses Notebook ist ein Schreibtischtäter, man erkennt es bereits an der auffälligen Optik. Ein passendes Spiel auf einer der beiden Festplatten und es wird zur Tatwaffe. Toshiba liefert mit dem Satego X200-20O beste Voraussetzungen für Blut- und Schreib-Arbeit. Standesgemäß läuft der Gaming-Bolide mit blutroter Lackierung zum Test auf..
http://www.netzwelt.de/news/76626-blut-spiele-toshiba-satego-x200-20o-test.html
2007-12-04 17:24:00
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