Freie Informationen im Netz
Lutherbibel und andere Dokumente
Bislang sind über 21.000 Buchkapitel entstanden. Allerdings auf Englisch. Die deutschen Leser müssen sich mit 6.000 Kapiteln begnügen. Wie funktioniert ein Motor, wie ist eine Lunge aufgebaut? Wikibooks kennt die Antwort. Hier können sich interessierte Laien detailliert weiterbilden. Noch krankt das Projekt aber am Umfang. Viele Bücher sind nur teilweise fertig und haben deshalb große Lücken.
Anderer Ansatz: Wikisource. Hier gibt es urheberrechtsfreie Quellen zum Nachschlagen. Die Lutherbibel im Wortlaut oder die Charta der Vereinten Nationen. Es gibt viele Dokumente, oft mit historischer Bedeutung. 19.000 Seiten sind bislang zusammengekommen. Darunter sind auch viele Gedichte und Geschichten, deren Urheberrecht abgelaufen ist.
Ob für die Signatur im Forum oder als passenden Spruch für zwischendurch: Die Deutschen lieben Zitate. Kein Wunder, dass der deutsche Ableger von Wikiquote der weltweit zweitgrößte ist. 40.000 Zitate gibt es hier zum Nachschlagen. So wie diesen Tiefschlag von Winston Churchill: "Für einen ungebildeten Menschen ist das Lesen von Zitatensammlungen eine gute Sache".

Die Lutherbibel bei Wikisource.
(Klick vergrößert.)
Bürgernachrichten
Wesentlich aktueller als Zitatensammlungen und alte Schriften: Nachrichten. Auch hier hat das Wikimedia-Universum etwas zu bieten. Auf Wikinews gibt es von Nutzern geschriebene Nachrichten. Täglich erscheinen hier etwa ein halbes Dutzend Nachrichten aus unterschiedlichen Ressorts. "Eine freie Nachrichtenquelle" ist das Ziel des Projektes. Echter Bürgerjournalismus. Wichtig ist deshalb der neutrale Standpunkt der Autoren. Quellenangaben zu allen Nachrichten sind ebenfalls obligatorisch.
Bilder und andere Medien sind für so ein großes Projekt wie Wikipedia und ihre Ableger von großer Bedeutung. Damit die Bilder nicht jeweils einzeln nur verloren in einem Artikel gelagert sind, gibt es im Wikimedia-Universum ein eigenes Medienarchiv: Wikimedia Commons. Hier sind Fotos, Grafiken, Videos und Tondateien zentral archiviert. Alles steht unter verschiedenen freien Lizenzen und darf deshalb im gewissen Rahmen weiterverwendet werden.
Wikipedia in finanziellen Problemen
Die Stiftung Wikimedia, die all diese Projekte trägt, lebt von Spenden. Werbung oder Sponsoring lehnen die Betreiber strikt ab. Dies allerdings mit dem Preis, dass die Stiftung zurzeit in finanzielle Schieflage geraten ist. Eine aktuelle Spendenktion brachte bislang nicht die benötigte Finanzspritze, die man sich erhofft hatte. Die offenen Mitmach-Projekte rund um Wikipedia sind nicht als Gratisangebot für Sparbrötchen gedacht, sondern ihr Schwerpunkt liegt darin, dass sie demokratisch und für jeden offen sind, sich selbst kontrollieren.

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