Spieletest: Crysis

Der Schwan unter den Shootern

Nicht nur deshalb spielt sich "Crysis" anspruchsvoller als viele herkömmliche Shooter. Im Dickicht des Urwalds lassen sich unnötige Konfrontationen vermeiden, dichte Baumkronen nehmen feindlicher Luftaufklärung die Sicht. Allerdings verliert sich die taktische Linie mit dem Erwachen der Außerirdischen. Sobald die wütenden Erben ETs zuschlagen, weicht das halbrealistische Szenario eines Dschungelkampfes krachender Sci-Fi-Action. Die Waffen werden futuristischer, die Kampfhandlungen stressiger.

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Schöne Menschen werden ungern auf ihr Äußeres reduziert, schöne 3D-Spiele stört das nicht so sehr. Ohne die spielerischen Qualitäten geringschätzen zu wollen, doch am meisten Eindruck schindet "Crysis" mit seiner sagenhaften Grafik. Die Qualität der kilometerweit überschaubaren Landschaften ragt besonders heraus, ob eine Bucht bei niedrigem Sonnenstand oder verschlungene Pfade im Regenwald, "Crysis" macht nicht nur Werbung für 3D-Computerspiele, es bewirbt zugleich jedes tropische Reisziel. Absolut bestechend ist die üppige Vegetation.

Allein die Detailfülle der Umgebungsgrafik hält jeden Rechner auf Trab, ohne Effekte, ohne Feindkontakt. Wenn dazu noch Jets über die Köpfe der Soldaten sausen, explodierende Munitionsdepots ihre feurige Fracht in den Himmel speien oder außerirdischer Sphären mit Schwerelosigkeit und Eiseffekten imponieren, dampft es im PC-Gehäuse. Das Testsystem, ein Quad-Core mit vier Gigabyte RAM und einer GeForce 8800 GTX, hatte bei vollen Details und hohen Auflösungen alle Hardwarehände voll zu tun.

Dafür erreicht die Kampfintensität eine Dimension, die momentan nur von "Call of Duty 4" knapp übertroffen wird. Im Feuergefecht knicken Bäume um, krachen Hütten zusammen, platzen Gummis von den Felgen der Fahrzeuge. Dröhnende Explosionen, hämmernde Salven und fauchende Raketen erschüttern das Eiland. Die stilgerechte Musik stammt aus der Feder des Routiniers Inon Zur.

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