Spieletest: Crysis

Alienhäute und High-Tech-Anzüge

Bis die Invasion einer gnadenlosen Alienrasse ins Rollen kommt, vergehen allerdings einige Stunden. Zeit, in der sich Nordkoreaner und US-Marines heftige Kämpfe liefern. Zuerst nur Mann gegen Mann, später mit Panzern und Flugzeugen. Mit der Rolle des Beifahrers muss sich der Spieler dabei nicht begnügen. Die Auswahl der zu steuernden Fahrzeuge lässt keine Wünsche offen. Vorbesteller und Besitzer der Special-Edition dürfen den Multiplayermodus sogar mit exklusiven Amphibienfahrzeugen aufmischen.

Den Großteil der gut zehnstündigen Solokampagne bilden jedoch Aufklärungsmissionen zu Fuß. Meist auf sich allein gestellt, ist es Aufgabe des Spielers, schwer bewachte Stellungen zu infiltrieren. Wer früher in Rambo-Bettwäsche geschlafen hat, rast oder stürmt auf feindliche Stellungen zu, wirft Granaten wie Konfetti, ballert reihenweise Magazin leer. Auf diese harte Tour schaffen es aber nur erfahrene Spieler, Anfänger sterben früher als Raucher.

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Spannender und vielschichtiger erlebt "Crysis", wer die Möglichkeiten des taktischen Kampfanzugs nutzt. Für Augenblicke gewährt der so genannte Nano-Suit übermenschliche Kräfte. Auf maximaler Stärke springt der Held aus dem Stand hoch genug, um Südfrüchte in zwei Meter Höhe pflücken zu können und der eingebaute Turbo lässt ihn so schnell rennen, dass Gegner in seiner Nähe nur einen Hauch von Waffenschmiere wittern. Doch der Superanzug kann mehr: Kämpfer, die den öffentlichen Auftritt scheuen, machen sich vorübergehend unsichtbar, passieren unbehelligt Wachbezirke oder attackieren Feinde aus dem Hinterhalt.

Quasi in der Westentasche des Anzugs vernäht ist auch das Waffenarsenal. Durch wenige Klicks werden Schrotflinten, Sturmgewehre, Pistolen und Raketenwerfer mit unterschiedlichen Visieren bestückt sowie mit Schalldämpfern, Sprenggranaten oder Taschenlampen. Das Schussverhalten ist realistischer als in den meisten Ballerspielen. Schrotladungen sind über weite Distanz wirkungslos, Automatikwaffen verziehen, stationäre Geschütze überhitzen.

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Anders als bei "Call of Duty" gibt es keine echte Teamunterstützung, die Verbündeten schießen meist nur zum Schein.
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