Schnitzeljagd bis zum Umfallen
Kriminell: Sherlock Holmes jagt Arsène Lupin im Test
Er ist der berühmteste Detektiv der Welt. Sherlock Holmes hat bereits in unzähligen Verfilmungen, Büchern und Videospielen räudige Verbrecher zur Strecke gebracht. In Frogwares "Sherlock Holmes jagt Arsène Lupin" ist er diesmal einem ganz gerissenen Dieb auf der Spur. Ein verzwickter Fall, der Ihnen einiges abverlangt.

Deep Silver und Entwickler Frogwares setzten in ihrem neuesten Point&Click-Adventure den berühmten Detektiv Sherlock Holmes und seinen Gehilfen Dr. Watson auf den Meisterdieb Arsène Lupin an. Der gerissene Franzose hält nämlich so gar nichts von der englischen Bevölkerung und will sie vor aller Welt demütigen. Kurzum: Lupin will innerhalb von fünf Tagen fünf englische Kulturmerkmale stehlen.
Das kann man natürlich nicht zu lassen und so begibt man sich auf eine Reise durch ganz London. Von der Nation Gallery bis zum Buckingham Palast jagt man den raffinierten Bösewicht und bekommt dabei allerhand Informationen über die britische Kultur. Dabei wird man von Mr. Holmes und Monsieur Lupin derartig mit Gedichten, Geschichten und Anekdoten zugeschüttet, dass einem fast schon schwindlig wird. Eine kleine Erholung, wenn man dann mal in der Haut des bodenständigen Watson unterwegs ist. Für manche Missionen ist es nämlich notwendig, Holmes Assistenten zu steuern.
Sherlock Holmes vs. Arsene Lupin
Arsene Lupin ist ein gerissener Hund. Immer einen Schritt schneller als unser Meisterdetektiv. Aber für wie lange noch?
Die Baker Street - die legendäre Straße in der Sherlock Holmes einst lebte.
Grafisch präsentiert sich das Spiel einwandfrei. Nur die Locations sind streckenweise etwas leblos.
Sherlock Holmes und Dr. Watson. Ein Team das sich auch im Spiel die Arbeit teilt.
Ein Zettelchen und noch ein Zettelchen...
Die Aufklärung der Verbrechen gestaltet sich streckenweise sehr mühsam, besonders am Anfang muss viel "Kleinkram" gemacht werden, um ans Ziel zu kommen. Dabei sind es nicht einmal schwere Rätsel, die Sie zu lösen haben. Vielmehr ist es die mühsame Art und Weise des Lösungsweges. In der Nation Gallery muss man beispielsweise einen Zettel nach dem nächsten suchen und dabei immer wieder dieselben Räume durchlaufen. Eine erste Feuerprobe. Wer das aushält, spielt das Spiel auch bis zum Ende. Nett sind hingegen die Rätsel, in denen man traditionell mit Lupe und Maßband die Spuren analysieren muss.
Im Gegensatz zur Genre-typischen Steuerung wird "Sherlock Holmes jagt Arsène Lupin" in der First-Person-Sicht gespielt. Was anfangs ganz lustig klingt, ist in der Praxis schwindelerregend. Wie der Name schon sagt muss, man in einem Point&Click viel finden, fixieren und anklicken. Während man mit der Shooter-Steuerung über WASD noch gut zurechtkommt, macht die Steuerung mit der Maus überhaupt keinen Spaß.
Grafisch hingegen hinterlässt das Spiel einen guten Eindruck. Schön gestaltete Locations - trotz steriler Atmosphäre -, die mit netten Charakteranimationen aufwarten. Die kleinen Zwischensequenzen lockern die sonst sehr anstrengende Geschichte etwas auf. Die Synchronisation kann sich ebenfalls hören lassen. Zwar kommt Sherlock Holmes sehr altklug rüber, aber das ist zu verschmerzen.
Fazit: Solide, aber anstrengend
Ob das Spiel für die angegebene Altersklasse von sechs Jahren angemessen ist, steht als fraglich im Raum. Die Geschichte ist zwar spannend erzählt, aber doch eher für Spieler fortgeschrittenen Alters geeignet. Das ganze Spiel ist ziemlich anstrengend zu verfolgen, alleine durch das viele Hin- und Herlaufen geht der Spielspaß etwas verloren. Ansonsten ist "Sherlock Holmes jagt Arsène Lupin" eine solide interaktive Krimigeschichte, aber wer Spiele wie "Ankh" oder "Overclocked" lieber mag, der könnte sich mit Frogwares Version schwer tun.

Links zum Thema
- Publisher Website
- Ankh-Macher entwickeln Adventure für CDV
- Entwickler Website
- Still Life: Demo zum Gruseln ist da
