Von künstlerischem Light Graffiti und spontanen Flashmobs

Moderne Aktivposten: Subkulturen im Netz

Es ist Nacht, tiefschwarz, direkt vor dem "Astor Place" im New Yorker East Village. Plötzlich taucht eine dunkel gekleidete Gruppe auf. Die Personen haben ein Attentat vor. Wenige Sekunden später fliegen leuchtende Punkte, bleiben an einer Skulptur kleben und hüllen die Umgebung in buntes Licht. Die jungen Leute sind moderne Grafitti-Künstler. Ihre Waffen: magnetische LEDs und das Internet. Nur ein Beispiel für die sprießenden Subkulturen im Netz.

Throwies
LED-"Throwies" färben die Großstadttristesse bunt (Bild: GRL).

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Schnittstelle Internet
  2. 2Graffiti ohne Farbe
  3. 3Malen mit Licht
  4. 4"Analoge Digitalkunst"
  5. 5Spontane Massenaufläufe
  6. 6Das Internet ist die Bühne

Schnittstelle Internet

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Das Internet verbindet. So global und interaktiv das Netz ist, so sehr bringt es die Menschen zusammen. Rund um den Erdball entwickeln sich kleine Szenen und Untergrundbewegungen, die ohne das Netz nie entstanden wären. Das Web trägt Gedanken und Ideen um die Welt und ist Darstellungsform und Inspiration zugleich.

Wenn die Mitglieder des "Graffiti Research Lab" abends auf die Straße gehen, dann tun sie dies nicht ziellos. Sie haben einen Plan, sie haben das richtige Equipment. Mit lieblos auf Häuserwände geschmierten Tags von Sprayern haben sie nichts zu tun. Sie hieven die urbane Straßenkunst der Achtziger in das 21. Jahrhundert.

Graffiti ohne Farbe

Ihr Lieblingswerkzeug sind die so genannten "Throwies": Dies sind selbstgebastelte LED-Wurfgeschosse. Eine Leuchtdiode, eine Knopfbatterie und ein kleiner Magnet - miteinander kombiniert und in großer Stückzahl hergestellt ergibt dies ein farbenfrohes Leucht-Attentat auf alles, was ferromagnetisch ist. Ein Happening für alle Beteiligten und Zuschauer. Andere Methode: großflächige Laserprojektionen auf Häuserwände. Hightech-Kunst auf offener Straße. Sorgfältig öffentlich dokumentiert auf Plattformen wie YouTube und Flickr.

Throwies
Dutzende Throwies warten auf ihren Einsatz (Bild: GRL).

Hinter dem Graffiti Research Lab stecken keine Jugendlichen mit Langeweile, sondern ein ernsthaftes Projekt. Sie sind ein Teil des "EyeBeam OpenLab", einem offenen Forschungsprojekt, das offene und freie Forschung und Entwicklung betreibt. Alles wird unter offenen Lizenzen veröffentlicht. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der MacArthur-Stiftung, die Wissenschaftler und Kreative fördert.

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