Spieletest: Call of Duty 4: Modern Warfare
(Wehr-)Pflichtprogramm
Eine sicherere Methode, den Heldentod zu sterben, ist der Aufenthalt an geparkten Fahrzeugen. Nach ein paar Einschüssen verwandelt sich die vermeintliche Deckung in eine tödliche Sprengfalle. Umgekehrt lässt sich dieser Umstand natürlich auch zum eigenen Vorteil nutzen. Auch weiche Materialien wie Holz bieten keinen Schutz, wenn sie längerem Beschuss ausgesetzt sind. Aus dieser Tatsache schlagen Computergegner zu selten Kapital. Während die Künstliche Intelligenz der Verbündeten spürbar zugelegt hat, gehen die Terroristen recht leichtsinnig mit ihrer virtuellen Gesundheit um. Des Öfteren stürmen sie direkt ins Feindfeuer.
Der Vorteil des Massensterbens: Die Häuser- und Straßenkämpfe sind noch schneller, noch dramatischer. Kampfschreie, Explosionen und Waffensounds bilden ein fast schon stehendes Geräusch. Hinzu kommt eine 3D-Grafik, die sich trotz niedrigeren Hardwarehungers mit der Crytek2-Engine (Crysis) messen kann. Knackige Texturen, weiche Bewegungen, reich ausstaffierte Kulissen: "Call of Duty 4" sieht fantastisch aus.
Getragen werden die Einsätze von einer Hintergrundgeschichte über russische und arabische Tunichtgute. In wechselnden Episoden kämpft der Spieler als Mitglied des britischen SAS in Russland und für die US-Marines im Nahen Osten. Die Zusammenhänge zwischen den Krisenregionen liegen auf der Hand, genauso wie die Trennung von Gut und Böse. Gewisse Situationen könnten glatt als westliche Arroganz gedeutet werden. Nach der Erstürmung einer arabischen Fernsehanstalt ersetzt ein GI die von dort gesendete Videobotschaft durch Hip Hop.
Die Zwischensequenzen sind geprägt von einer technisierten Ästhetik, die an Rüstungsspezi Tom Clancy erinnert: Drahtgittermodelle, Satellitenaufnahmen, Radarschirme, interaktive Grafiken. Ebenfalls an Tom Clancy erinnern Missionen, die das Meiden von Feindkontakt vorsehen. In der Sperrzone von Tschernobyl - diese Episode spielt in der Vergangenheit - muss der Spieler in Tarnmontur über ein Feld robben, das zur gleichen Zeit feindliche Panzer und Spähtrupps durchqueren. Diese mit wirkungsvoller Musik hinterlegten Abschnitte sind nicht nur spannend, sie nehmen das Tempo immer dann heraus, wenn sich das dauernde Geballer zu verschleißen droht.

Trotz globaler Pulverfassstimmung scheint das Interesse an Kriegsspielen ungebrochen. In den Verkaufscharts schlug "Call of Duty 4" ein wie die sprichwörtliche Bombe. Ein Grund für diesen Erfolg ist die gelungene Abkapselung von der verbrauchten Weltkriegsthematik. Durch die Einbeziehung von Nachtsichtgeräten und Blendgranaten sowie wohl dosierten Schleichanlagen erweitern die Macher den Optionsradius, ohne den Actioncharakter zu verfälschen. Die Schlagzahl früherer Teile behält "Modern Warfare" nicht nur bei, es steigert sie noch.
Nach (nur) sechs bis acht Stunden Spielzeit sind Shooterfans um eine fabelhafte Spielerfahrung reicher. Frieden herrscht dann noch lange nicht, denn auch im Multiplayermodus läuft dieser Titel auf Höchstform. Dafür sorgen nicht nur unterschiedliche Klassen und Spielvarianten, dank eines motivierenden Rangsystems schalten sich mit der Zeit Waffenupgrades und Spezialfähigkeiten frei. Nützliche Einstellungsmöglichkeiten und Filterfunktionen machen das Netzwerkglück perfekt.


Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 1 Beitrag
Super Spiel kann ich nur empfehlen - absolut geiler online Mod - macht richtig Spaß - aber auch der Single Player Mod hat seinen reiz !!! Spielen !!! :basketba: