USA: Streit um BitTorrent-Bremse
Schadensersatz für Comcast-Kunden
Seeds werden unterbrochen, indem der Provider eine "Reset-Meldung" an alle BitTorrent-Clients schickt, die mit dem jeweiligen Comcast-Kunden verbunden sind. Die so adressierten Programme glauben, dass es sich dabei um eine Meldung eines anderen Clients handelt, der den Upload beenden will und unterbrechen pflichtbewusst ihre Download-Versuche.
Der kalifornische Comcast-Nutzer John Hart hält dies für Betrug und hat die Firma deshalb diese Woche verklagt. Comcast habe ihm in Anzeigen blitzschnelle Downloads versprochen, so Hart in seiner Klageschrift. Von ausgebremsten BitTorrent-Downloads sei dagegen nirgends die Rede gewesen. Hart will deshalb von Comcast Schadensersatz - und zwar für alle Kunden, die sich seiner Sammelklage anschließen.
Diese Klage ist nicht das einzige Problem, mit dem Comcast derzeit als Folge der BitTorrent-Affäre zu kämpfen hat: Auch in der Politik regt sich Unmut über das Verhalten des Netzanbieters. Politiker sehen darin einen Verstoß gegen das so genannte "Net Neutrality"-Prinzip, auf dem der Erfolg zahlloser Internet-Technologien basiert. Net Neutrality besagt, dass Netzanbieter alle Daten gleichberechtigt behandeln.
Comcasts BitTorrent-Bremse hat die Diskussion um Net Neutrality neu entfacht. So hat sich die Firma des populären Bittorrent-Clients Azureus diese Woche an die US-Aufsichtsbehörde für Telekommunikation FCC gewandt, um Netzanbieter zum Einhalten des Net Neutrality-Prinzips zu zwingen. Azureus-CEO Gilles BianRosa erklärte dazu in einer Presseerklärung, derartige BitTorrent-Bremsen seien der Versuch der Netzanbieter, sich gegen unaufhaltbare Veränderungen zu wehren.

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