1.000 Stories: Die USA und die Klischees

Nach dem Mauerfall wie nach dem Krieg

"Ich glaube, dass wir es jetzt besser haben", sagt eine Fischverkäuferin auf Rügen zum Mauerfall, um sich dann gleich im nächsten Satz zu widersprechen. Joachim aus Luckenwalde in Brandenburg erzählt in einer Kneipe über den Weggang der Industrie: "Wie bei den Russen damals. Die sind nach dem Krieg gekommen und haben die Maschinen mitgenommen. Nach der Wende war's genauso, da kamen die Westler". Im Hintergrund läuft Wolfgang Petry mit "Wahnsinn".

Simon und Thalhofer zeigen eine andere Sicht auf die USA und Deutschland. Sie versuchen nicht krampfhaft, Klischees zu widerlegen, sondern zeigen die jeweiligen Gesellschaften als Makroaufnahme. Dadurch, dass der Zuschauer wie durch eine Lupe blickt, werden Klischees und Vorurteile mal bestätigt, mal widerlegt. Durch die vielen Details und die dichte Perspektive bleibt es oft der subjektiven Sicht des Zuschauers überlassen, ob er Klischees findet oder nicht, ob er den Kopf schüttelt, nickt oder die vielen Eindrücke einfach interessiert aufsaugt.

Foto USA
Klischee oder nicht? Alles liegt im Auge des Betrachters (Bild: F. Thalhofer).

Durch die Augen der anderen

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Die Filmemacher versuchen nicht erst, besonders objektiv an ihre Interviewpartner heranzugehen. So fragen sie bevorzugt nach heiklen Dingen wie ihrer Sicht zu George Bush, dem Irakkrieg oder auf der anderen Seite nach der DDR und dem Dritten Reich. Das Projekt "1.000 Stories" ist eine verdichtete Reise durch die USA und Deutschland. Dabei nimmt jede Seite die Perspektive des anderen ein. Mark Simon stellt den Deutschen die Fragen, die einen Amerikaner interessieren, Thalhofer reist mit der Sicht eines Deutschen durch Nordamerika.

Das Projekt

40 Reisetage waren für das interkulturelle Experiment, das am 01. Oktober startete, angesetzt. Diese sind mittlerweile um, doch die Fahrt geht weiter. Dem Berliner Florian Thalhofer kam die Idee zu der Expedition, als er nach dem Anschlag vom 11. September 2001 immer wieder hörte, dass sich die USA verändert hätten. Dies wollte er aus erster Hand überprüfen: "Ich war immer interessiert an den USA. Sie beeinflussen die gesamte Welt. Doch bis heute sind die Vereinigten Staaten ein Rätsel für mich", so der Filmemacher.

Die Ergebnisse der Dokumentaraufnahmen gibt es täglich auf dem Blog der beiden Künstler: "1000stories.com". Das Blog erscheint auf Deutsch und Englisch, die Videos gibt es entsprechend mit deutschem oder englischem Untertitel. Deutsche, die sich der Kamera von Mark Simon stellen wollen und einen Einblick in ihre Welt geben möchten, können sich noch auf der Homepage der beiden melden.

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Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 2 Beiträge

Zitat: Seinen Startpunkt der Reise, München, ließ Simon schnell hinter sich. Das ist auch ok so. Den Job hat schon ein anderer einfach nur perfekt gemacht ;) ...

Schöner Artikel über eine interessante Seite. Aber die "Vergrößerungsfunktion" der Bilder ist ein Witz. Macht die Detailansicht eines Fotos doch wenigstens ETWAS "detaillierter" als...

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