Spieletest: Hellgate London

Von Rechnungen, die nicht aufgingen

Davon kann sich ein Bild machen, wer jene bierbäuchigen Zombies vergleicht, die in fast identischer Form durch beide Games schlurfen. Leise Enttäuschung auch bei der ersten Durchquerung eines Höllenportals. Von der grandiosen Albtraumoptik eines "Oblivion" keine Spur, stattdessen klassische Architektur unter glutrotem Himmel. In den Genuss moderner Effekte kommen Grafikgourmets nichtsdestotrotz. Für ein Rollenspiel wartet "Hellgate London" mit vielen Actionelementen und Explosivkraft auf.

Doch so reizvoll das Szenario einer postapokalyptischen Metropole zunächst scheint, so sehr dürften einige Rollenspieler die Kehrseite bemängeln: Die Tristesse einer toten Stadt. Auch wenn "Hellgate London" trotz einiger Fehler technisch stabiler wirkt als etwa "Gothic 3", so gestaltet sich dessen lebendige Welt auf lange Sicht interessanter. Trotzdem entfaltet die schaurige Stimmung ihre Wirkung, wenn in menschenleeren Museen grimmige Steinstatuen vom Sockel steigen oder in der engen Kanalisation plötzlich mehrere Gehörnte aus dem verfluchten Boden schießen. Mit Hintergrundmusik und Sprachausgabe geht "Hellgate London" sehr sparsam um.

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Wenn Games, um die lange im Vorfeld ein Hype stattfindet, so gut sind wie versprochen, dann sind alle glücklich, haben sich lieb. Wenn jedoch Games, um die lange im Vorfeld ein Hype stattfindet, lediglich über dem Durchschnitt liegen, dann werden großspurige Ankündigungen für den Hersteller zum Bumerang - und Kritiker zu Richtern.

Nicht dass "Hellgate London" ein schlechtes Spiel wäre, nur den extrem hohen Erwartungen wird es - speziell den Solopart betreffend - in keiner Weise gerecht. Und diesen Druck haben sich die Verantwortlichen selbst auferlegt. Schließlich war es der Vorstand des Co-Publishers Namco, Nobuhiro Kasahara, der von einem "der meist erwarteten PC-Spiele aller Zeiten" sprach.

Zu dem eher durchwachsenen, kommerziell aber erfolgreich gestarteten Debüt der Flagship Studios passt ein Unfall bei der Abrechnung von Gebühren, die für zusätzlichen Online-Content anfallen, der über den kostenlosen Mehrspielermodus hinausgeht. Wie der Betreiber mittlerweile eingeräumt hat, wurden einigen Abonnenten binnen weniger Tage bis zu drei Monatsbeiträge abgebucht. Betroffen seien rund drei Prozent.

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