Spieletest: Hellgate London
Eindrücke aus der Hölle
Auffallend hierbei sind Schwankungen bezüglich des Schwierigkeitsgrades. Während einige Kämpfe anfangs aussichtslos erscheinen, erledigen sich andere wie von selbst. Kinderspiel, wenn todgeweihte Gegner in der Wand festkleben oder wie Maulwürfe unter den Füßen (!) des Spielers irrlichtern. Solche Bugs haben die Entwickler zur raschen Veröffentlichung eines Patches veranlasst, ein zweiter soll in Kürze folgen.
Die Angriffe der ungebetenen Gäste verlaufen nicht immer gleich. Einige Dämonen rasen schnurstracks auf den Spieler zu, andere schwanken wie Hooligans im Ale-Rausch, wieder andere hüpfen, fliegen oder tauchen aus dem Nichts auf. Für die Beseitigung der Brut erhält der Spieler Waffen, Rüstungsteile und weitere Belohnungen, wobei sich erledigte Bosse besonders spendabel zeigen. Entsprechend schnell melden sich bei Jägern und Sammlern Urinstinkte. Bald schon quillt das etwas klein geratene Inventar, das keine Sortierfunktion bietet, aus den Nähten.
Überschüssige Fundstücke können bei den Händlern der Untergrundbasen zu Geld gemacht oder für eine spätere Verwendung in Schließfächern verwahrt werden. Spezielle Apparaturen ermöglichen darüber hinaus das Modifizieren bzw. Verschmelzen von Objekten. Dafür eignen sich auch Einzelteile aus zerlegbaren Materialien. Die Motivation, sich mit immer besseren Waffen und Rüstungen einzudecken sowie den Charakter mit jedem Stufenanstieg sinnvoll aufzuwerten, tröstet über atmosphärische Schwachstellen hinweg. Hat man sich auf den umfänglichen Talentbäumen einmal auf eine Fähigkeit festegelegt, ist diese nicht wieder umkehrbar.
Angesichts der Tatsache, dass "Hellgate London" auf einem High-End-System getestet wurde - DirectX10-unterstützt und auf höchster Detailstufe -, bleibt die 3D-Grafik einiges schuldig. Zum einen liegt das an der Eintönigkeit der Schauplätze, denn trotz unterschiedlicher Namen sehen viele Tunnelsysteme und Stadtviertel nahezu gleich aus, anderseits hat selbst das in die Jahre gekommene "Doom 3" schönere Biester von der Leine gelassen.

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