Meister der Spielerherzen
Angespielt: Pro Evolution Soccer 2008
Sport
Wenn im Herbst die Neuauflage des Klassikers "FIFA" gegen "Pro Evolution Soccer" ansteht, käuen Fans und Kritiker das Fazit des jeweils letzten Jahres wieder: "Pro Evolution Soccer" bietet den besten virtuellen Fußball, hinkt in Sachen Stadien, Ligen und Lizenzen aber dem spielerisch unterlegenen "FIFA" hinterher. Wie sieht es aus in der neuen Saison?
Das Eröffnungsvideo erinnert eher an eine Softdrinkwerbung. Quietschbunte Ballartisten dribbeln vorbei an Grazien mit Hotpants und knappen Oberteilen. Keine Spur von Bier- und Bratwurstflair; in der Welt der (Computer-)Spiele herrscht über allem schöner Schein. Erfreulicherweise hat sich im Laufe der Zeit auch das Hauptmenü verschönert. Es als aufgeräumt zu bezeichnen, wäre noch untertrieben. In der Größe eines Fußballschuhes rotieren die Texttafeln für Freundschaftsspiel, Pokal, Liga und Meisterliga über den Monitor.
A-Teams und B-Prominez
Obwohl ein Editor vordergründig Abhilfe leisten kann, gilt der schmale Lizenzumfang noch immer als größtes Manko der japanischen "FIFA"-Konkurrenz. Diesbezüglich schwächelt "Pro Evolution Soccer" weiterhin. Mit Ausnahme der Münchner Bayern ist kein deutscher Klub vertreten, von der Bundesliga ganz zu schweigen. Selbst die Premiere League kommt verklausuliert daher. Ohne Einschränkung zugänglich sind die Ligen aus Italien, Holland, Spanien und Frankreich. Dazu gesellt sich fußballerische B-Prominenz wie Spartak Moskau oder Dinamo Zagreb. Auf nationaler Ebene treten gewichtige Teams wie England, Brasilien oder Frankreich mit originalen Kadern an. Fantasie ist dagegen bei der Identifikation der DFB-Elf gefragt.
Auf dem Platz sind die Änderungen gegenüber der letzten Edition nicht nur wegen des grafischen Fortschritts ersichtlich. Für die Saison 07/08 hat Konami das Tempo erhöht und die Steuerung erweitert. Gelingt es, die aufmerksamen Schiris außerhalb des Strafraums mit einer Schwalbe zu täuschen, kann der Gegner in Erwartung eines Freistoßes beliebig viele Spieler in die Mauer stellen. Spielerische Unterschiede werden insbesondere auf höheren Schwierigkeitsstufen offenbar. Eine als Teamvision bezeichnete Computerintelligenz passt sich dem Stil des Spielers an, um aus Fehlern zu lernen und entsprechend reagieren zu können.
Demnach füllen computergesteuerte Verteidiger solche Lücken, die der Spieler erfolgreich genutzt hat, theoretisch. Auch sucht die computergesteuerte Offensive theoretisch nach neuen Wegen, die Verteidigung des Spielers auszuhebeln. Ob und wie sehr dies den Spielverlauf tatsächlich beeinflusst, ist schwer nachzuvollziehen. Doch in der Praxis rückt "Pro Evolution Soccer 08" nahe an die sportliche Wirklichkeit heran, trotz oder gerade wegen des nunmehr höheren Tempos, wie es zunehmend auch den modernen Profifußball prägt. Ein weiterers, ebenfalls der Realität entsprechendes Novum: Schüsse aus der zweiten Reihe führen häufiger denn je zum Torerfolg.
Bleibt die Frage, ob diese Entwicklung von allen Evolutionskickern begrüßt wird. Über gewohnt mitreißende Spielzüge, präzises Ballverhalten und verbissene Zweikämpfe darf sich die Fangemeinde weiterhin freuen.
Pro Evolution Soccer 2008
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Fazit: Auch 2008 bleibt "Pro Evolution Soccer" Meister der Spielerherzen.
- Fußball: Deutschland ist Weltmeister
- Fifa 09: Die Fußballfestspiele sind eröffnet
- Angespielt: FIFA 08
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
nach oben


