Spieletest: TimeShift
Zeitloses Gameplay
Ohne solche Gags würde "TimeShift" auf das vertraute Shooter-Normalmaß zusammenschrumpfen. Es wird ausgiebig geballert, über Leitern gekraxelt, durch Lüftungsschächte gerobbt und auf Dutzende Schalter gedrückt. Dagegen zeitgemäßer wirken Passagen, die man hinter Geschützen verbringt oder am Steuer von Fahrzeugen. Der gegnerischen Übermacht erwehren sich Zeitbändiger mit konventionellen und fiktiven Schusswaffen, die über je zwei Feuermodi verfügen. Wird zum Beispiel die Schrotflinte mit der rechten Maustaste bedient, stöhnt das Opfer über besonderes hohe Bleiwerte.
Hätten die Gegner ebenfalls die Möglichkeit, die Zeit zurückzudrehen, würden sie wahrscheinlich ihre militärische Grundausbildung wiederholen und lernen, dass man nicht ohne Not aus der Deckung springt. Genau das passiert häufig. Dass man es nicht mit Hampelmännern zu tun hat, zeigt sich aber spätestens dann, wenn ein Gegner entwaffnet wurde und nur so lange reuig die Hände hoch hält, bis er wieder im Besitz eines Schießprügels ist. Nett: Während die Zeit eingefroren ist, darf der Spieler die Waffen aus den Händen seiner Feinde klauen.

Wenn zu Beginn des Artikels die Rede davon ist, dass "TimeShift" in den Anfangsminuten an "Half Life 2" erinnert, ahnen Skeptiker, dass dieses Niveau auf Dauer nicht gehalten werden kann. Die ohnehin recht wirr erzählte Geschichte verflacht zunehmend, spannende Script-Ereignisse werden seltener, typische Shooter-Elemente treten in den Vordergrund.
Weil aber die Zeitmanipulation konsequenter betrieben wird als bei Spielen mit ähnlichem Ansatz, "Prince of Persia" etwa, machen die Entwickler von Saber Interactive einige Wertungspunkte gut. Auch grafisch hält der ursprünglich für 2006 erwartete Titel ein durchweg hohes Level. Selbst auf Mittelklasse-PCs sehen die Stadtruinen, Fabrikationsanlagen und Landschaftsbilder gut aus. Als grundsolider Ego-Shooter mit anders tickender Uhr steht "TimeShift" im doppelten Sinne für zeitloses Gameplay. Dafür können sich Actionfans Zeit nehmen.


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