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Film und Spiel: Wenn Polygone zu Filmstars werden
Fehltritte und Blockbuster im Line Up

von Nicole Lange Uhr veröffentlicht

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Wir leiden mit euch, liebe Gamer-Gemeinde. Es ist nicht leicht, nach den vielen Tiefpunkten in der Geschichte der Videospiel-Verfilmungen noch optimistisch auf kommende Projekte zu blicken. Wie oft hat die Qualität unter der "Kreativität" der Filmindustrie gelitten und wie oft ist man hoffnungsvoll im Kinosessel versunken, um dennoch wieder enttäuscht aufzustehen. Ja, wir leiden mit euch, bleiben aber zuversichtlich und blicken optimistisch auf diese kommenden Kinoproduktionen.

Wir leiden mit euch, liebe Gamer-Gemeinde. Es ist nicht leicht nach den vielen Tiefpunkten in der Geschichte der Videospiel-Verfilmungen noch optimistisch auf kommende Projekte zu blicken. Wie oft hat die Qualität unter der "Kreativität" der Filmindustrie gelitten und wie oft ist man hoffnungsvoll im Kinosessel versunken, um dennoch wieder enttäuscht aufzustehen. Ja, wir leiden mit euch, bleiben aber zuversichtlich und blicken optimistisch auf diese kommenden Kinoproduktionen.

Einen Rückblick sollte man trotz der vielen schlechten Beispiele wagen. Die Neunzigerjahre waren in dieser Hinsicht ein wirklich schlimmes Jahr. Es gab genug Spiele und genug Potenzial, um diese beiden Medien erfolgreich zusammen zu führen. Doch es kam ein Flop nach dem anderen und man fragte sich, ob es nun an der Vorlage oder den Machern des jeweiligen Lichtspieles lag. Fest steht, die Ergebnisse waren alle mehr als dürftig. Erinnern wir uns an den Film "Super Mario Bros." aus dem Jahre 1993.

Trotz prominenter Besetzung mit Bob Hoskins als Mario und Dennis Hopper als König Bowser floppte die Fantasy-Actionkomödie. Hier lag es wohl eher an der albernen Aufmachung und dem daraus resultierenden Desinteresse. Darauf folgten Filme wie "Street Fighter" oder "Mortal Kombat" (von "Double Dragon" ganz zu schweigen), die alle einfach nur platt und ohne jeden Inhalt daherkamen. Hier musste man sich wirklich fragen, ob ein Beat em Up überhaupt so wirkungsvoll ist, wenn man keine wirklich gute Story als Grundstein hat.

Nach einer längeren Abstinenz von Videospiel-Adoptionen startete die Filmindustrie mit neuen Projekten in das Jahr 2000. Man ist geneigt zu fragen, wer sonst als Lara Croft in der Gestalt von Angelina Jolie hätte das Genre wieder neu beleben können? Zwar war der Film kein absoluter Traum, aber die Branche merkte, dass man mit etwas mehr Engagement und einer besseren Titelwahl wesentlich mehr Geld in die Kassen bringt. Mit "Final Fantasy: Die Mächte in dir", der zwar technisch sehr gut umgesetzt, aber inhaltlich von der Fan-Gemeinde verschmäht wurde, entstand eine neue Qualität. Die Richtung war vorgegeben und 2002 kam mit dem ersten "Resident Evil"-Kinofilm so etwas wie Versöhnung auf.

Die Fans schienen zumindest teilweise besänftigt, denn endlich bot die Adaption von einer Videospielvorlage den Menschen das, was sie auch vom Spiel her kannten. Auch wenn die Dialoge keinen Blumentopf gewinnen würden, so war mit "Resident Evil" ein Film entstanden, der stimmig in der Darstellung war. Leider gab es aber auch wieder Querschläger.

Filme wie zum Beispiel Uwe Bolls "Alone in the Dark", für den Boll von der Gamer-Szene bis in alle Ewigkeit als schlechtester Filmemacher aller Zeiten tituliert werden wird. Obwohl man auch hier eine gute Besetzung mit Christian Slater in der Hauptrolle hatte, war die Erzählung einfach wirr und unverständlich. Diesen Vorwürfen konnte Uwe Boll auch nichts entgegenbringen, als er 2005 "BloodRayne" (ebenfalls ein Videospiel) verfilmte.

"Alone in the Dark" wurde mit Spannung erwartet und fiel beim Publikum kläglich durch.

Nach dem anfänglichen Hoffnungsschimmer schien wieder der alte Hollywood-Trott aufzukommen. Einziger Lichtblick schien da die Fortsetzung des Horrorspiels "Resident Evil". Als Christophe Gans 2006 aber den Playstation-Klassiker "Silent Hill" in die Kinos brachte, ging jeder mit gemischten Gefühlen ins Kino. Einerseits war die Vorgabe und das, was man im Vorfeld hörte, mehr als viel versprechend. Andererseits war diese Tatsache aber auch keine Verpflichtung für einen guten Film.

"Alone in the Dark" war das beste Beispiel dafür. Vielleicht war gerade das der große Vorteil von "Silent Hill". Der Horrorfilm wurde mit geringer Erwartung gesehen und danach begeistert aufgenommen. Die Adaption war noch erfolgreicher als "Resident Evil", denn der Film ging auf das Publikum ein und wartete mit guten Dialogen auf. Dieses Kunststück möchte man mit zwei weiteren Teilen wiederholen. Im Moment steckt man aber noch mitten in den Vorbereitungen. Allerdings werden Christophe Gans und Roger Avary für weitere Projekte nicht zur Verfügung stehen. Doch das soll die Trilogie von "Silent Hill" nicht beeinträchtigen und so sucht man erst einmal adäquaten Ersatz.

Die Zeiten ändern sich

Der Sinneswandel scheint nun vollständig zu greifen. Inhaltlich schwache Titel wie "Mario" oder "Dead or Alive" stehen jetzt nicht mehr auf der Wunschliste. Auch wenn ein neuer "Street Fighter"-Titel geplant ist, liegt der Schwerpunkt auf Werken mit einem signifikanten Profil. Das Hauptaugenmerk ist in diesem Jahr auf eine Figur gerichtet, die den Namen "Agent 47" trägt: den HITMAN.

Von seinen Fans kritisch begutachtet, war der Hauptdarsteller Timothy Olyphant anfangs alles andere als beliebt. Von "Milchbubi" bis "Witzfigur" musste sich Olyphant allerhand Bezeichnungen gefallen lassen. Zugegeben, mit der markanten Struktur der Videospiel-Vorlage hat der gebürtige Hawaiianer nicht sehr viel gemeinsam.

Ein waghalsiges Experiment, denn hätte man die Fans entscheiden lassen, wäre wohl eher ein Typ wie Jason Statham in Frage gekommen. Sogar der bullige Vin Diesel war eine Weile im Gespräch. Doch Olyphant muss seinen Hitman-Status wahrscheinlich noch bis zur Veröffentlichung am 13. Dezember verteidigen. Erst dann wird sich herausstellen, ob er die Rolle glaubwürdig verkörpern kann. Bei kaum einer zweiten Figur hat man bei den Fans eine solche Empfindlichkeit feststellen können wie bei Hitman. Die Hauptfigur des Action-Adventures aus dem Hause Eidos ist derart steril und unnahbar, dass sie schon kleinste Veränderungen zerstören könnten.

Der Hitman hat gute Chancen die Kinocharts zu erobern.

Die Story verspricht auf jeden Fall viel Action, wenn sie auch nicht sonderlich originell ist. Agent 47 wird diesmal selber zum Gejagten. Der Killer mit Prinzipien wird von Interpol und dem russischen Militär verfolgt. Allerdings hat 47 keine Ahnung, wer warum plötzlich nach seinem Leben trachtet. Natürlich ist diese Frage ziemlich überflüssig, da ein Auftragskiller selbstverständlich viele Feinde hat. Aber überraschen tut es den nervenstarken Anzugtäger schon.

Die Story scheint auf den ersten Blick relativ simpel gestrickt: Agent 47 killt, Agent 47 soll gekillt werden und des Weiteren bekommt Agent 47 eine zwielichtige, aber höchst attraktive Gefährtin an die Seite gestellt (total untypisch für den Hitman im Übrigen). Prognose: Agent 47 macht am Ende alle platt und vielleicht erfährt man sogar noch etwas über seine Herkunft. Aber wir lassen uns gerne überraschen.

Die stylische Aura, die den Hitman seither umgibt, könnte die Vorstellung alleine schon wert sein. Das Regiedebüt von Xavier Gens hat Potenzial für eine würdige Filmumsetzung. Hier wünscht man sich nur, dass die Geschichte genauso raffiniert daherkommt wie der Hitman selbst.

Das Thema Uwe Boll

Was Xavier Gens nicht haben konnte, hat Uwe Boll bekommen: Jason Statham als Hauptdarsteller für "Schwerter des Königs - Dungeon Siege". Neben dem "Transporter in Spe" werden sich auch Hollywood-Größen wie Ray Liotta, Burt Reynolds oder Claire Forlani die Ehre geben. Am 29.11. soll das frühere PC Fantasy Action-Rollenspiel in die Kinos kommen.

Der erste Eindruck hinterlässt nur leider eher ein ernüchterndes Bild. Der böse Magier Gallian will das Land Ehb mit der Unterstützung des Heeres der Krugs unterjochen. Auf einem ihrer Raubzüge kommen sie auch im Dorf des Bauern Farmer (alias Stratham) vorbei. Dabei wird Farmers Sohn getötet und seine Frau entführt. Nun will er Rache nehmen, seine Frau befreien und hat dabei auch noch seine "wahre Bestimmung" zu erfüllen. Heroisch und sehr gekünstelt.

Ein Märtyrer, der auf Rache sinnt, in einer mittelalterlichen Kulisse. Bei einer Vorlage wie "Dungeon Siege" hört sich das nicht sonderlich originell an. Ray Liotta wirkt als böser Zauberer Gallian auch irgendwie nicht ganz glaubwürdig. Es gibt Leute, die sich immer noch darüber wundern, dass Uwe Boll es jedesmal schafft, solche Stars an Land zu ziehen. Mal abgesehen von den Projekten. Sage und schreibe sechs Filmproduktionen, die auf einem Videospiel basieren, verbucht Uwe Boll bereits auf seinem Konto. Wobei "Doom" wohl einer der dunkelsten Titel in seiner Karriere sein wird. Neun Nominierungen für die Goldene Himbeere musste der Film über sich ergehen lassen. Dennoch stehen mit "Schwerter des Königs - Dungeon Siege", "Far Cry" und "Alone in the Dark II" schon einmal drei weitere Produktionen in der Warteschlange, die man eher mit gemischten Gefühlen begutachtet.

Deutschland ist wieder vertreten

Wobei "Far Cry", eines der beliebtesten Ego-Shooter-Spiele mit Til Schweiger in der Hauptrolle als Jack Carver und Udo Kier als Dr. Krieger den Sprung schaffen könnte. Für 2008 geplant und bereits abgedreht, handelt die Geschichte von Jack Carver - Boots-Kapitän und ehemaliger Ex-Marine. Eigentlich sollte es ein ganz normaler Job sein, als ihn eine junge Journalistin engagiert einen Trip auf eine abgelegene Insel zu unternehmen. Doch anstatt eines Kontaktmannes treffen beide auf ein dunkles Geheimnis, das die Insel zu einer gefährlichen Falle werden lässt.

Bisher ließ man bis auf einige Bilder noch nicht viel Material durchsickern, aber die Produktionskosten liegen bei dreißig Millionen Dollar und da hofft man auf einiges. Boll hingegen spricht begeistert von der "Far Cry"-Story und dass er diesen Aspekt besonders in seinen Film mit eingebracht habe. Ob Til Schweiger es schafft, die massigen Fußstapfen des Muskelmannes Jack Carver auszufüllen, bleibt fraglich. Letzten Endes könnte leider Bolls schlechter Ruf dem Film den Todesstoß geben.

Til Schweiger als Jack Carver in "Far Cry".

Eine sehr ernst zu nehmende Filmumsetzung kommt derweil von den Walt Disney Pictures. Das Unternehmen konnte sich die Rechte an "Prince of Persia: The Sands of Time" sichern und hat damit einen ganz heißen Titel angefasst. Die Inszenierungen des Ubisoft-Titels waren schon immer filmreif und niemand geringerer als Produzent Jerry Bruckheimer hat sich der Geschichte angenommen.

Im Sommer 2009 soll der Prinz dann über die Leinwand hüpfen. Auch bei den Drehbuchautoren wollte man keine Experimente eingehen. Jordan Mechner, der auch die Story des Videospiels verfasste, und Jeffrey Nachmanoff werden der Geschichte ihren Stempel aufdrücken. Selbst wenn man bisher noch keinen Hauptdarsteller oder einen Regisseur bekannt geben wollte/konnte, stehen die Zeichen für eine spannende Umsetzung sehr gut.

Prince of PersiaDer persische Prinz hält sich bereits sieben Jahre im Geschäft.

Man sieht, die Liste der geplanten Videospiel-Verfilmungen ist geradezu endlos. Einige haben wir bereits vorgestellt, andere sind noch so jungfräulich, dass man sich nur in Spekulationen flüchten könnte. Fest steht aber, dass mit Ankündigungen wie "World of Warcraft", "The Sims", "Painkiller", "Castle Wolfenstein" und "Silent Hill II-III" wieder genug Material für lange Filmnächte zusammen kommen wird. Wenn es Hollywood gelingt, das Potenzial der Geschichten auszunutzen, wird der Zuschauer fern ab von Konsole und PC bestimmt viel Spaß haben.

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Wir leiden mit euch, liebe Gamer-Gemeinde. Es ist nicht leicht, nach den vielen Tiefpunkten in der Geschichte der Videospiel-Verfilmungen noch optimistisch auf kommende Projekte zu blicken. Wie oft hat die Qualität unter der "Kreativität" der Filmindustrie gelitten und wie oft ist man hoffnungsvoll im Kinosessel versunken, um dennoch wieder enttäuscht aufzustehen. Ja, wir leiden mit euch, bleiben aber zuversichtlich und blicken optimistisch auf diese kommenden Kinoproduktionen.

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http://www.netzwelt.de/news/76474-film-spiel-polygone-filmstars.html
2007-11-11 13:30:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/alone-in-the-dark-1194421690.jpg
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