Die Millennium-Ziele auf einen Blick in Google Earth
Verkehrte Google Netzwelt Earth: Ganz schwindelig!
Die Welt verbessern. Das funktioniert in dieser Verkehrten Netzwelt. Schweigend - mit dem Mausrad auf der Wunde. Diese Stille. Haben Sie schon geklickt, wie fühlt es sich an? Innen drin. Weiße Flächen. Ruhepuls. Die böse Welt draußen lassen und im sicheren Abstand auf den Monitor holen. Dazwischen eine Eilmeldung: Google und die UN nutzen den virtuellen Globus um den aktuellen Fortschritt der Millennium-Ziele zu dokumentieren. Langweilig? Ganz im Gegenteil.
Inhaltsverzeichnis
- 1Hohe Ziele
- 2Halbzeit
- 3Mit dem Finger auf der Landkarte
Und überhaupt. Man kann nicht überall eine Meinung zu haben. Neulich kam ganz aufgeregt die Paula angerannt. Außer Atem: "Hier - Stichwort Niger. Furchtbar oder?" Sicherlich. So wenig Buchstaben für so einen großen Staat. Oder Sven: "Guyana hat es noch immer nicht geschafft, die hohe Kindersterblichkeit in den Griff zu bekommen. Schlimm nicht wahr?" Guyana? Das ist doch das Zeug in den Energiedrinks.
Hohe Ziele
Wir sind abgestumpft und haben nur noch wenige Kanten, an denen Nachrichten, und seien sie auch noch so schrecklich, dauerhaft haften bleiben würden. Wenn es uns nicht direkt selbst betrifft, zuckt nicht einmal eine Augenbraue. Großes Erdbeben, giftige Erdbeeren, Erdrutsch, Putsch - völlig ausgelutscht. Jeden Tag trudeln so viele Schreckensmeldungen ein, dass selbst Tsunamis nur Stürme in mit Löschpapier bedeckten Wassergläsern bleiben. Und fallen diese dann weit weit entfernt um, sickert nichts mehr zu uns durch.
Nicht das wir gefühlskalt wären. Natürlich berüht es uns, wenn unschuldigen Menschen Leid widerfährt. Das Leid der Menscheit als Ganzes zu begreifen, übersteigt unseren Horizont dann aber doch. Und so wird es vielen anderen Menschen auch gehen. Gut, das andere diesen Job für uns übernehmen. Im Jahre 2000 der gute Ansatz: Knapp 190 Staaten am runden Tisch der UN beschließen die Armut in der Welt zu bekämpfen.
Halbzeit
Man setzte Ziele fest, die so genannten Millennium-Ziele, die verdeutlichen sollten, was jedes einzelne Land konkret tun wollte, um im Jahre 2015 in einer besseren Welt zu leben. 2007. Fast Halbzeit und der richtige Augenblick für ein Zwischenfazit. Wo steht die Welt im Kampf gegen Hunger, Kindersterblichkeit, Seuchenbekämpfung, bei der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, beim Versuch, sich auch noch im Jahre 2015 im Spiegel in die Augen schauen zu können?

Der Fortschritt der Millennium-Ziele auf einen Blick
Überraschenderweise springt hier Google Earth in die Bresche. Hand in Hand präsentieren der Suchmaschinengigant, Cisco und die UN eine Art Kontrollinstrument, welches anzeigt, inwieweit die Millennium-Ziele erreicht sind, beziehungsweise wie weit man von einzelnen Punkten noch entfernt ist.
Anhand verschiedener Daten die in dem so genannten MDG Monitor zusammenlaufen, fliegt man mit Hilfe von Google Earth nach Somalia und erfährt, dass es hier ohne tiefgreifende Änderungen eng wird mit der Erfüllung dieser Ziele. Ab nach Russland: Dort ist es um die Kindersterblichkeit und Bildung gar nicht mal so schlecht bestellt.
Mit dem Finger auf der Landkarte
Und plötzlich rückt die Welt auf dem Monitor zusammen, werden Entwicklungen visualisiert, die auf keiner UN-Webseite besser dargestellt werden könnten. Je näher man heranzoomt, desto mehr Fotos der einzelnen Regionen sind verfügbar, desto mehr Informationen sickern ins Bewusstsein.
Ein guter Weg um fernab der großen und gefilterten Schlagzeilen einen Überblick über die Weltlage zu gewinnen. Taucht man allerdings zu tief ab, droht die Gefahr des Schwindels. Denn die Welt dreht sich weiter und weiter und weiter und weiter - auch wenn der Computer schon lange ausgeschaltet ist.

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