Polizeiaktionen gegen Filesharer in England und Norwegen
Filesharing: Heißer Herbst für Tauschbörsen-Fans
Die britische Polizei verhaftete am Dienstag den Betreiber der Bittorrent-Community Oink.cd. Fünf Tage zuvor landete bereits der Gründer der Website TV-Links.co.uk in Untersuchungshaft. Die Industrie kündigt zudem weitere Polizeiaktionen an. P2P-Nutzern droht damit ein heißer Herbst.
Als die Polizei in den frühen Morgenstunden des Dienstags dieser Woche vor der Tür des britischen IT-Beraters Alan E. stand, war dieser noch im Bademantel - und hatte sich nach Informationen der BBC gerade in die von ihm betriebene Torrent-Website Oink.cd eingeloggt. Der Oink-Gründer wurde umgehend verhaftet, Computer und anderes Beweismaterial beschlagnahmt. Gleichzeitig konfiszierten niederländische Polizisten vier von Oink genutzte Server in einem Rechenzentrum in Amsterdam.
Oink war bis zu der Polizeiaktion eine der bekanntesten auf Musik spezialisierten Torrent-Websites. Rund 180.000 registrierte Mitglieder tauschten über das Angebot komplette Alben per Bittorrent aus. Nach Informationen des Musikindustrie-Verbands IFPI befanden sich darunter in diesem Jahr bereits 60 unveröffentlichte Alben.
Warenzeichen statt Copyright?
Kaum besser als dem Oink-Betreiber erging es dem 26 Jahre alten Betreiber der Website TV-Links.co.uk, der vor rund einer Woche verhaftet wurde. TV-Links.co.uk sammelte Links zu Fernsehaufnahmen und Spielfilmen auf Video-Sites wie Google Video, Stage6 oder Youtube.
Rechteinhaber werfen der Website vor, damit gegen Urheberrechte verstoßen zu haben. Genug Beweise dafür haben sie jedoch offenbar nicht: Die Polizeiaktion gegen TV-Links fand nach Informationen des Britischen Online-Magazins "The Register" auf der Grundlage des Missbrauchs geschützter Warenzeichen statt. TV-Links hat demnach Serien verbreitet, ohne die dafür nötigen Warenzeichen zu besitzen - ein Vergehen, das normalerweise nur Produktfälschern vorgehalten wird.
Nächste Station Norwegen
Die Verfahren gegen Torrent-Sites und Video-Communities mögen juristisch nicht immer auf soliden Füßen stehen. Doch Beschlagnahmungen und Website-Abschaltungen reichen aus, um P2P-Nutzer zu verunsichern und das Tausch-Treiben damit zumindest kurzfristig durcheinander zu bringen. Rechteinhaber haben sich deshalb bereits die nächsten Ziele ausgesucht. So kündigte ein Anwalt der norwegischen IFPI jetzt an, dass die dortige Polizei bald gegen lokale Torrent-Sites vorgehen werde.
Doch Rechteinhaber müssen in ihrem Kampf gegen die P2P-Szene immer auch wieder Niederlagen einstecken. Der bekannte Bittorrent-Tracker Demonoid sah sich im September gezwungen, seinen Betrieb nach einem Drohletter der Musikindustrie einzustellen. Seit ein paar Wochen ist Demonoid wieder online. Anstatt komplett aufzugeben, entschlossen sich die Betreiber einfach dazu, kanadische Nutzer auszusperren.

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Ja bspw wurde auch Klage gegen Usenet.com eingereicht..