Apples Breitseite: iPod Nano der 3. Generation im Test
Hörtest
Trotz des schönen Scheins: Auch dieser iPod klingt für die breite Masse ausgewogen; audiophil veranlagte Hörer kommen aber nicht auf ihre Kosten. Alle iPods lassen jede manuelle Einstellmöglichkeit des Klangs vermissen und bieten stattdessen 22 bereits voreingestellte Equalizer-Presets. Diese tragen nur bedingt für ein angenehmes Hörerlebnis bei, manche der Einstellungen sind schlichtweg unbrauchbar. Das beste Ergebnis erzielt man, wenn sämtliche Presets unangetastet bleiben. Subjektiv lässt sich ein klanglicher Unterschied zwischen Touch und Nano in der Grundeinstellung feststellen. Dieser fällt allerdings vernachlässigbar gering aus.
Keine Überraschung bei der Formatfrage: Neben dem obligatorischen MP3 erscheinen noch AAC, AAC (DRM), Apple Lossless und WAV auf der Seite der abspielbaren Audioformate. Die bei vielen Musikliebhabern so hoch geschätzten Formate OGG und FLAC finden auch bei diesem iPod-Modell keine Beachtung. Dafür kommt der kleine Nano mit Gapless Playback, also der lückenlosen Titel-Wiedergabe, klar. Dies ist vor allem bei Live-Aufnahmen ein echter Vorteil.
Extras
Immer noch kein Radio, dafür die übliche Ansammlung mehr oder weniger nützlicher Helfer wie Stoppuhr, Kalender, Notizen und Adressen. Genau wie beim iPod Touch ist es auch beim Nano der dritten Generation nicht möglich, bereits erstellte Kalender- oder Adressbuch-Einträge zu ändern oder neu zu erstellen.
Sieht gut aus, macht auf Dauer aber langsam: Cover-Flow auf dem iPod.
So muss jeder einzelne Eintrag zuvor am Rechner angelegt und mit dem iPod synchronisiert werden. Auch wenn es auf dem iPod schöner aussieht - jedes Handy leistet heutzutage mehr in Sachen Adress- und Termin-Verwaltung. Bittere Nachricht für Besitzer eines älteren iPod-Modells: Spiele, die für die Generation 5.5 im iTunes-Store erworben wurden, sind auf dem iPod Nano nicht lauffähig.
Gute Nachricht: Die drei bereits vorinstallierten Spiele "iPod Quiz" (der Nachfolger des Music Quiz), "Klondike" und "Vortex", machen einen sehr netten Eindruck und eignen sich perfekt für Abwechslung in öffentlichen Verkehrsmitteln. Bislang ist der Spiele-Nachschub im iTunes-Shop noch sehr übersichtlich, was sich aber mit Sicherheit bald ändern wird.
Fazit
Ob Apples neuer Nano nun zu dick, zu breit, zu hässlich ist, bleibt dem Geschmack jedes einzelnen Käufers oder Kritikers überlassen. Punkten kann Nano Nummer 3 jedenfalls mit einem hervorragend strukturierten und wohldurchdachten Menü, der einfachen Bedienung sowie der hohen Verarbeitungsqualität - typisch Apple eben. Auch die Videowiedergabe meistert der Kleine besser, als man dies vermuten würde.

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