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Flugsteuerung für Google Earth: SpaceNavigator
3D-Maus im Test

von Patrick Woods Uhr veröffentlicht

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Es macht Spaß, bei Google Earth über die Erde zu schweben. Noch interessanter wäre es aber, mit einem besseren Steuergerät als einer Maus zu navigieren. Der 3DConnexion SpaceNavigator ist ein solches Eingabegerät. Über sechs Achsen kann man die 3D-Maus in jede erdenkliche Richtung bewegen. Wir machen den Test.

Es macht Spaß, bei Google Earth über die Erde zu schweben. Noch interessanter wäre es aber, mit einem besseren Steuergerät als einer Maus zu navigieren. Der 3DConnexion SpaceNavigator ist ein solches Eingabegerät. Über sechs Achsen kann man die 3D-Maus in jede erdenkliche Richtung bewegen. Wir machen den Test.

Die Firma 3DConnexion ist eine Tochter des Peripherieherstellers Logitech. Sie bezeichnet sich als "der weltweit führende Hersteller von 3D-Mäusen". Man hat sich der Navigation in den drei Dimensionen verschrieben: Alle Produkte sind so genannte 3D-Mäuse, auch "Spacemouse" genannt. Diese werden seit einigen Jahren besonders für Anwendungen in der 3D-Grafik verwendet.

Ursprünglich wurden diese Eingabegeräte für die Steuerung von Robotern entwickelt. Schon bald wurde aber entdeckt, dass sich 3D-Modelle im Computer damit ebenso effektiv steuern lassen. Mitterweile haben die Spacemäuse noch eine weitere Aufgabe bekommen: Steuerung von Geo-Software wie Google Earth und NASA World Wind.

Solide verarbeitet und edel designt: SpaceNavigator

Die Außenwirkung

Der SpaceNavigator ist in der hier vorliegenden "Personal Edition" für 59 Euro das günstigste Produkt von 3DConnexion. Er ist speziell für Heimanwender gedacht, die beispielsweise mit Programmen wie Google Earth arbeiten. Wer mehr Geld in eine Spacemouse investieren will, kann bei 3DConnexion bis zu 400 Euro anlegen. Doch schon das Einstiegsmodell SpaceNavigator wirkt nicht wie die Hardware-Kreisklasse.

Der Gummifuß sorgt zusammen mit dem Gewicht für rutschfesten Stand.

Das Design ist stilvoll und edel, der Fuß des SpaceNavigators besteht aus gebürstetem Edelstahl, der Rest des Eingabegeräts aus schwarzem Kunststoff plus einem rutschfesten Gummifuß. Dank des Metalls macht die 3D-Maus einen überaus soliden Eindruck: Sie bringt es auf ein knappes Pfund Lebendgewicht. Im Betrieb leuchten sechs LED unterhalb des Steuergriffs. Das Besondere an 3D-Mäusen ist ihre Beweglichkeit.

Maximale Bewegungsfreiheit

Wie seine teuren Kollegen hat der SpaceNavigator sechs Freiheitsgrade. Der User kann schieben, ziehen, kippen, heben, drehen und drücken - und das in jeweils jede Richtung. Die Bedienung funktioniert ganz ähnlich wie ein analoger Joystick. Der schwarze Steuergriff lässt sich ein paar Millimeter in jede Richtung bewegen und federt wieder in seine Ausgangslage zurück. Punktabzug gibt es für das hässliche Quietschen, wenn der Griff gleichzeitig gedrückt und bewegt wird.

So viel Beweglichkeit klingt nach aufwändiger und anfälliger Mechanik. Dem ist nicht so, für die knapp 60 Euro gibt es neben dem wertigen Gehäuse auch eine verschleißfreie Sensorik: Der SpaceNavigator tastet die Bewegungen über einen optischen Sensor ab, einfache Federn bringen ihn zurück in die Grundstellung. Bringen wir das exotische Eingabegerät, das ein wenig wie ein edler Buzzer einer Gameshow aussieht, in die Praxis.

Der Praxistest

Der Inhalt des kleinen Kartons ist übersichtlich: Neben dem Gerät an sich gibt es eine Software-CD-ROM und ein schlichtes Booklet. Letzteres ist nicht besonders ausführlich, es gibt lediglich eine Illustration, wie der USB-Stecker eingestöpselt wird und ein paar Screenshots vom Installationsprogramm. Ausbaufähig.

Die CD-ROM selbst kommt kaum zum Einsatz, denn der Installer meldet gleich zu Beginn, dass eine neuere Version des Treibers auf der Homepage der Herstellers geladen werden könne. Die Software selbst ist unkompliziert und besteht im Wesentlichen aus dem Treiber, einigen Plugins für die verschiedenen Programme und einer Konfigurationssoftware. Hier kann man die Empfindlichkeit der einzelnen Achsen justieren, diese umkehren oder gleich ganz deaktivieren.

Nett: Der Bildbetrachter

Womit funktioniert's?

Die Liste der Programme, die mit dem SpaceNavigator zusammen arbeiten ist lang. Über 100 verschiedene sind es laut dem Hersteller insgesamt. Erfreulich: Es gibt nicht nur Treiber für Windows, sondern auch für OS X und Linux. Allerdings ist die Liste der kompatiblen Programme deutlich kürzer, was aber in erster Linie den Programmen zuzuschreiben ist, da es die meisten 3D-Modellierer ohnehin nur für Windows gibt.

Unterstützt werden das genannte Google Earth und NASA World Wind, Adobe Photoshop, Blender 3D, Google SketchUp sowie Dutzende weitere CAD- und Bildbearbeitungsprogramme. In der Software von 3DConnexion ist auch ein eigener Bildbetrachter enthalten, bei dem mit Hilfe des SpaceNavigators gescrollt und gezoomt wird. Die Hauptaufgabe der Spacemouse dürfte bei den meisten Anwendern jedoch das schwerelose Fliegen durch die Welt von Google Earth sein. Wir probieren es aus:

Rundflug mit Google Earth

Mit Google Earth im Anflug auf Hamburg

Um den blauen Globus rotieren zu lassen, sind keine weiteren Einstellungen oder Installationen nötig. Es empfiehlt sich aber, das Zoomen auf die vertikale Achse zu legen, statt auf vor/zurück. Die neuartige Bedienung von Google Earth ist intuitiv und einfach. Die Achsen übertragen sich eins zu eins auf den Bildschirm: Horizontales Bewegen lässt die virtuelle Kamera fliegen, Kippen neigt die Erde und Drehen rotiert sie.

Anfangs ist ein wenig Übung nötig, um die Bewegungen sauber voneinander zu trennen und nicht beim Schieben auch gleichzeitig zu drücken oder zu kippen. Mit einem Minimum an Konzentration klappt die Bedienung problemlos und ermöglicht Bewegungen bei Google Earth, die sonst nicht möglich wären. Heranzoomen und dabei rotieren zum Beispiel. Der SpaceNavigator erlaubt eine neue Form der Bewegungsfreiheit im Programm.

Die edle Verarbeitung der 3D-Maus

Eine 3D-Maus ist kein Ersatz für die herkömmliche Computermaus, sie ergänzt sie lediglich. Mit der einen Hand wird also wie gewöhnlich gezeigt und geklickt, während sich die andere voll auf die Steuerung per SpaceNavigator konzentrieren kann. Praktisch und einfach, so das eindeutige Fazit. Wir fliegen wie mit einem Hubschrauber. Fragt sich nur, wer so viel Zeit mit Google Earth verbringt, dass sich dafür ein Eingabegerät für knapp 60 Euro lohnt?

Befehlsgeber für 3D-Software

Die Zusammenarbeit mit 3D-Programmen funktioniert ebenfalls gut, auch wenn die meisten Heimanwender - die Zielgruppe der Personal Edition - eher selten zu CAD- oder 3D-Grafiksoftware greifen werden. Kostenlose 3D-Software wie Blender 3D oder SketchUp ist aber alleine wegen des SpaceNavigators schon einen Blick wert. So können auch grafisch Unbegabte zumindest einen Rundflug um 3D-Modelle machen.

SketchUp

SpaceNavigator ist in zwei Versionen erhältlich: als Personal Edition und als Standard Edition. Der Unterschied: keiner. Die einzige Differenz zwischen den beiden ist eine kleine, aber mitunter enscheidende Lizenzbestimmung. Die Personal Edition ist nur für den privaten Gebrauch. Profis, die den schwarzen Knubbel kommerziell einsetzen wollen, müssen die 99 Euro teure Variante kaufen.

Kommentare zu diesem Artikel

Es macht Spaß, bei Google Earth über die Erde zu schweben. Noch interessanter wäre es aber, mit einem besseren Steuergerät als einer Maus zu navigieren. Der 3DConnexion SpaceNavigator ist ein solches Eingabegerät. Über sechs Achsen kann man die 3D-Maus in jede erdenkliche Richtung bewegen. Wir machen den Test.

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  • butano schrieb Uhr
    AW: News - Flugsteuerung für Google Earth: SpaceNavigator

    Ich weiß nicht, ob sich die Anschaffung für Freeware wie Google Earth wirklich rechnet. Aber gut: Das muß jeder für sich selbst entscheiden.
  • Barxxo schrieb Uhr
    AW: Flugsteuerung für Google Earth: SpaceNavigator

    Ich hatte mir den 3D- Connexion für die Bedienung von 3D- Software gekauft und auch Google Earth macht extrem Spass mit diesem Ding. Ein grosser Nachteil ist allerdings, dass es für dieses Gerät keinen wirklichen Treiber gibt, der überall funktioniert.

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http://www.netzwelt.de/news/76380-flugsteuerung-google-earth-spacenavigator.html
2007-10-28 11:50:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/spacenavigator-1-350-1193065403.jpg
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