Set Top Boxen, DVD-Rekorder, Festplatten-Receiver
Video-Aufzeichnung: Programmchefs im Wohnzimmer
Manuel Masiero
HDTV-Empfang über DVB-S2
Um das Schlagwort HDTV kommt man allerdings auch bei den Set-Top-Boxen inzwischen nicht mehr herum. Bereits auf der IFA zeichnete sich ab, dass sich der HDTV-Receivermarkt rasant entwickeln würde. Und mittlerweile hat auch jeder namhafte Hersteller sein Produktportfolio um ein passendes Modell ergänzt. Diese empfangen nicht nur über DVB-S ausgestrahlte Satellitenprogramme, sondern kommen auch mit DVB-S2-Broadcasts zurecht. Allen Sat-Boxen ist gemein, dass sie neben der DVB-S2-Modulation auch den effizienten Videocodec MPEG-4/H.264 unterstützen. Das ist auch zwingend erforderlich, da HDTV-Kanäle wie Anixe HD, Pro Sieben Sat 1 HD oder die kostenpflichtigen Angebote Discovery HD und Premiere HD in diesem Format ausgestrahlt werden.
Mittlerweile gibt es auch in diesem Segment schon HD-taugliche Geräte mit integrierter Festplatte wie beispielsweise den Humax iCord HD 160GB, die Reelbox Avantgarde oder den für Oktober 2007 angekündigten Technisat-Receiver DigiCorder HD S2. Diese sind in der Lage, neben herkömmlichem Fernsehen auch hoch auflösende Sendungen ohne Qualitätsverslust zu speichern.
HD-Receiver abwärtskompatibel zu DVB-SDie wichtigste Nachricht für Sparfüchse: Wer sich einen HDTV-Receiver kauft, braucht nicht zwangsläufig auch einen dazu passenden hoch auflösenden Fernseher. Sämtliche DVB-S2-Geräte sind nämlich abwärtskompatibel zum DVB-S-Standard. In Standard-Auflösung übertragene TV-Sendungen geben die Geräte ohne Weiteres zum PAL-Fernseher weiter. Allerdings geht die Kombination aus HDTV-Receiver und Standard-TV nur für denjenigen Käufer auf, der eine möglichst zukunftssichere, also HD-fähige Set-Top-Box erwerben will. Allerdings spielen die Receiver erst mit einem HD-Display ihre Vorteile aus.

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Pay-TV-tauglich: Der HDTV-Receiver Philips DSR9005 eignet sich auch zum Empfang des Premiere-HD-Angebots.
Letzteres sollte daher "HD Ready" sein, also HDTV-Signale empfangen und verarbeiten können. Damit beim übertragen der 720p- und 1080i-Videos keine Qualitätsverluste entstehen, sollten Fernseher und HD-Receiver die Videodaten über die digitale HDMI-Schnittstelle austauschen. Diese übermittelt sowohl Bild- als auch Toninformationen und stellt nicht selten auch herkömmliche Fernsehsender besser dar. Viele Set-Top-Boxen verfügen über einen so genannten Upscaler, der PAL-Bilder auf HD-Auflösung hochskaliert. Dabei darf man allerdings keine signifikante Verbesserung erwarten. Besser als über den analogen Scart-Anschluss übertragene Videos sehen die hochskalierten Filme jedoch allemal aus.
Problematisch: HDTV-Wiedergabe am PC
Wer den HDTV-Empfang auf den PC verlegen will, findet ebenfalls passende Geräte. Externe DVB-S2-Boxen wie die Pinnacle PCTV SatHDTV Pro USB leiten das Fernsehsignal per USB 2.0 an den Computer weiter. Die externen Geräte besitzen allerdings keinen eigenen Decoderchip, weshalb der PC die gesamte Rechenarbeit übernehmen muss. Der kann für flüssige HDTV-Wiedergabe gar nicht schnell genug sein. Auch wenn die Boxen zusammen mit einem potenten Rechner praktisch erscheinen mögen, ist ihr Nutzen schon jetzt arg beschränkt. Ihnen fehlt ein Common Interface und damit die Möglichkeit, verschlüsselte HDTV-Angebote wiederzugeben. Mit dem seit September 2007 gestarteten Entavio-Zugangssystem dürfte sich das Einsatzgebiet der DVB-S2-Boxen noch weiter verringern. Entavio ist die kostenpflichtige Vertriebsplattform des luxemburgischen Satellitenbetreibers SES Astra, mit dem zahlreiche HDTV-Anbieter wie Pro 7 Sat1 HD liebäugeln. Um künftig auf der sicheren Seite zu sein, lohnen sich daher nur Set-Top-Boxen und PC-Receiver mit CI-Slot.
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