Set Top Boxen, DVD-Rekorder, Festplatten-Receiver
Video-Aufzeichnung: Programmchefs im Wohnzimmer
Manuel Masiero
Timeshifting nur bei teuren Geräten
Ein ebenfalls sehr komfortables Feature ist Timeshifting, also gleichzeitiges Aufnehmen und Abspielen von TV-Aufnahmen. Damit kann man sich etwa die Aufzeichnung der ersten Halbzeit eines Fußballspiels schon ansehen, während das Gerät parallel dazu die Schlussphase aufnimmt. Mittels Pause-Funktion entscheidet man bei Live-TV, welches Programm man wann ansehen will. Ein Knopfdruck auf die Fernbedienung hält die laufende Sendung an und speichert sie im Hintergrund auf Festplatte. Viele preiswerte DVD- und Festplatten-Rekorder unterstützen allerdings kein Timeshifting. Dafür ist dieses Feature nicht nur auf Modelle mit integriertem Laufwerk beschränkt. Timeshifting funktioniert auch bei DVD-Rekordern, allerdings nur mit DVD-RAM-Medien.
Auf DVD-Auflösung beschränkt
Da die meisten Set-Top-Boxen ohnehin auf digitalen Empfang ausgelegt sind, bietet sich hier eine Festplatte förmlich an. Nimmt man eine Sendung auf, landet deren Datenstrom unverändert auf dem Laufwerk und büßt daher nichts von der Qualität ein, mit welcher er ausgestrahlt wurde. Zudem bleiben dabei auch sämtliche Mehrkanalinformationen wie Tonspuren oder Sound-Formate wie Dolby Digital 5.1 vollständig erhalten. Bei herkömmlichen Festplatten- oder DVD-Videorekordern ist der Ton dagegen auf Stereoklang beschränkt. Die Aufnahmen werden zudem ins DVD-Format MPEG-2 konvertiert und landen deshalb nicht verlustfrei auf Disk oder Festplatte. Zwar gibt es je nach Modell mehrere Aufnahmemodi, bei denen abhängig von der Qualitätsstufe beispielsweise zwischen einer und zehn Stunden Video auf eine DVD passen. Mit steigender Spieldauer verringert sich die Qualität aber deutlich.
Noch selten: Set-Top-Box im Fernseher integriert
Wie eine gelungene Kombination aus Set-Top-Box und Fernseher aussieht, hat Metz auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) gezeigt. Dort gab es mit dem Linus 32 HDTV 100 den ersten Flachbild-Fernseher zu sehen, der sich auch mit einem Tuner für Satellitenempfang ausstatten lässt. In der Grundausstattung empfängt der Linus aber auch TV-Sender analog und über Kabel. In den meisten Haushalten, die Satelliten-Fernsehen empfangen, geht es derzeit aber noch konventioneller zu. Die zum Empfang erforderlichen Tuner sind nur äußerst selten im TV-Gerät eingebaut. Heutige Set-Top-Boxen sind deshalb prinzipiell nichts anderes als zusätzliche externe Empfangsgeräte, mit denen sich die Programmauswahl des Fernsehers komfortabel erweitern lässt.
Verlustfrei archivieren mit der Set-Top-Box
Die Flexibilität der Festplatten-Videorekorder hat man mit den Set-Top-Boxen meistens nicht. Zum Archivieren von Filmen eignen sie sich nämlich nur bedingt, weil jeder Hersteller hier ein anderes Speicherkonzept verfolgt. Daher landen die Videos mal auf internen Festplatten, oftmals aber auch auf USB- oder eSATA-Laufwerken. Ein Datenaustausch mit dem PC ist trotz vermeintlich passender Schnittstellen wie USB aber nur selten vorgesehen. Letzteres Interface dient häufig nur dazu, neue Firmware-Versionen aufzuspielen.

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Allrounder: Die Reelbox Avantgarde speichert als eine der ersten Set-Top-Boxen DVB-S2-Sendungen auf eine integrierte Festplatte.
Für Puristen, die keine Videoqualität verschenken wollen, sind die mit Festplatte ausgestatteten Set-Top-Boxen ideal. Auch Timeshifting samt EPG gehören hier zur Standardausstattung. Dafür unterstützen die Geräte allerdings nur Digital-TV. Die Receiver empfangen beispielsweise digital kabelgebundenes (DVB-C) und digital terrestrisches Fernsehen (DVB-T). Großer Vorteil gegenüber Festplatten- und DVD-Videorekordern: Set-Top-Boxen liefern auch Satellitenprogramme via DVB-S ins Haus. Abhängig vom angepeilten Satelliten kann man sich deshalb ein recht umfangreiches Programmpaket zusammenstellen. Auch Pay-TV-Sender wie Premiere setzen eine Set-Top-Box voraus.
Um verschlüsseltes Satellitenfernsehen zu empfangen, darf ein Common Interface (CI) nicht fehlen. Darüber erhält die Set-Top-Box ein Conditional Access Module (CAM), mit dem sich Pay-TV-Sender freischalten lassen. Die Dechiffierung der verschlüsselten Sender übernimmt dabei die Hardware der Set-Top-Box.
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