Das Aus für das Filesharing-Reservat
RIAA nimmt das Usenet ins Fadenkreuz
Patrick Woods
Der Verband der amerikanischen Musikindustrie, die RIAA, hat einen Usenet-Provider verklagt. Der Grund: Der Anbieter wirbt damit, dass Nutzer dort anonym und sicher Zugang zu urheberrechtlich geschützten Dateien hätten. Damit steht das Usenet als Rückzugsraum für Filesharer auf der Kippe.
Seit die Filesharingnetzwerke zu riskanten Haifischbecken geworden sind, in denen Filesharer der Musik- und Filmindustrie reihenweise ins Netz gehen, kommt ein veraltetes Netz wieder auf, das viele längst für tot erklärt haben: das Usenet. Einige Anbieter versprechen, dass man hier in Ruhe und ohne die Angst im Nacken nach Herzenslust Dateien tauschen könne.
Dies ist der Musikindustrie ein Dorn im Auge. Sie will eine einstweilige Verfügung erwirken, um dem Anbieter das Handwerk zu legen. Usenet.com wirbt unter anderem damit, "Wir glauben, es geht niemanden etwas an, was Sie im Internet oder Usenet tun. Wir speichern keine Daten". Abgerechnet wird in Gigabyte.

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Usenet.com wirbt mit anonymen Filesharing.
An die User kommt die Musikindustrie in diesem Fall jedoch nicht heran. Ob die Klage Erfolg haben wird, ist noch ungewiss. Zwar sprechen Werbung und Auftreten des Unternehmens dafür, aber nach dem Gesetz "Digital Millennium Copyright Act" könnte es für Usenet.com eine Lücke geben.
Denn das Gesetz gibt Providern dann keine Schuld, wenn sie Urheberrechtsverletzungen entfernen, wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden. Dies ist ähnlich der deutschen Gesetzgebung. "Ob diese Regelung hier gilt, ist eine der zentralen Fragen, die zu klären sein wird", sagte der Anwalt Fred von Lohmann gegenüber dem Magazin ars technica.
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