PC-Kicker im Abseits

Angespielt: FIFA 08

Wären Mulder und Scully noch aktiv, der Fall "FIFA" wäre allmählich reif für die X-Akten. Wo man auch hinhört, kaum einer will die Fußballsimulation von EA Sports noch auf dem Zettel haben, schließlich spielt Konamis "Pro Evolution Soccer" in einer anderen Liga. Die Tatsache, dass "FIFA 08" kommerziell dennoch so erfolgreich ist, geht demnach schon als Mysterium durch. Leicht mysteriös ist dieser Erfolg übrigens schon, denn für ein Vollpreisprodukt bietet die aktuelle "FIFA"-Fortsetzung wenig. Aus Sicht des PC-Spielers zu wenig.

Angespielt: FIFA 08

Nach einem Auftaktfilm Marke Pixelbrei öffnen sich die gegenüber der Vorgängerversion unveränderten Menüs. Über die neuen Steuerungsmöglichkeiten informieren kleine Lehrvideos. Wie der Torwart beim Herannahen gegnerischer Stürmer an die Hand genommen wird oder manuelle Steilpässe funktionieren, das kann der Spieler zwar sehen, mangels Eingreifmöglichkeit aber erst im Spielbetrieb ausprobieren.

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Vertrauen ist gut, Kontrolle nicht besser

Die Möglichkeit, den Torwart bei Bedarf selbst zu kontrollieren, verspricht viel, bringt in der Praxis aber wenig. Schnell stellt sich heraus: Was der Computer-Goalie nicht hält, kratzt auch kein Mensch von der Linie. Ganz umsonst ist die optionale Direktsteuerung insofern nicht, als dass der Keeper auch bei Standardsituationen individuell positioniert werden darf.

Die Abkehr vom Action-Kick zur Simulation vollzieht "FIFA" weiterhin. Treffer aus aberwitzigen Entfernungen sind seltener geworden, entscheidend für den Torerfolg ist Fingerspitzengefühl, der richtige Druckpunkt. Und Lederlungen, die trotz ständigen Gebrauchs der Sprinttaste keine Ermüdung zeigen, gehören der Vergangenheit an. Nennenswerte Fortschritte in puncto Ballphysik und Computerintelligenz sucht man jedoch vergeblich.

14.000 Spieler = 28.000 Spielerbeine = unendlich Stollen

Dank FIFA-Lizenz darf EA Sports einmal mehr offizielle Daten um sich werfen wie Chelseas Abramovic Petrodollar. In 30 originalen Stadien sind ebenso viele Ligen am Start. Der Hersteller gibt (damit) an, über 14.000 Spieler sorgfältig nachgebildet zu haben. Damit die Ribérys und Ronaldinhos so anmutig dribbeln wie in EAs Werbematerial, braucht es eine Next-Generation-Konsole. Dagegen dümpelt die PC-Fassung weiter auf dem Grafikniveau der Vorjahresverion.

Nichts zu bemängeln gibt es am Spielumfang. Neben Meisterschaften und Turnieren enthält "FIFA 08" den bereits bekannten Karrieremodus und ist obendrein netzwerkfähig. Neu dazu gekommen ist eine Spielart, die das Kontrollieren eines einzelnen Akteurs bzw. mehrere Einzelakteure in einer Gruppe ermöglicht. Doch auch hier stehen PC-Besitzer im Abseits. Anders als ihre Konsolenkollegen müssen sie sich mit einer statischen Kameraperspektive begnügen.

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Fazit: Weil die Entwickler an der PC-Version gespart haben, können sich Computerspieler die PC-Fassung sparen. Wenn es dieses Jahr "FIFA" sein muss, dann nur für eine aktuelle Konsole.

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