Neue Laufwerks-Köpfe sollen 4-Terabyte-Festplatten ermöglichen
Hitachi: Ab 2009 vervierfachte Festplatten-Kapazität
Hitachi hat nach eigenen Angaben den weltweit kleinsten Schreib-/Lesekopf für Festplatten entwickelt, der sich buchstäblich nur unter dem Mikroskop erkennen lässt. Mit einem Durchmesser zwischen 30 und 50 Nanometer ist die Einheit zweitausend Mal dünner als ein menschliches Haar. Mit dieser Entwicklung will der Hersteller die Kapazität seiner Laufwerke drastisch erhöhen.
Hitachi will mit der neuen Technologie die maximale Speicherkapazität von Festplatten von aktuell einem Terabyte (1024 Gigabyte) auf bis zu vier Terabyte erweitern. Erste damit ausgestattete Laufwerke arbeiten allesamt mit Perpendicular Recording und sollen bereits 2009 auf den Markt kommen. Bis 2011 will der Hersteller das volle Potenzial seiner Entwicklung ausschöpfen.
Derzeitige Obergrenze: Tausend-Gigabyte-Festplatten
Aktuelle 3,5-Zoll-Festplatten von Hitachi, Samsung, Seagate und Western Digital bringen es derzeit auf Kapazitäten von bis zu tausend Gigabyte. Dabei liegt die Speicherdichte bei maximal 200 Gigabit pro Quadratzoll, beim Hitachi-Speichermonster 7K1000 mit 147 GBit pro Quadratzoll sogar deutlich darunter. Die neuen Mikro- Schreib-/Leseköpfe können indes auch dichter gepackte Daten lesen. Hitachi will Aufzeichnungsdichten von 500 bis 1.000 GBit pro Quadratzoll erreichen und damit die Speicherkapazität schrittweise erhöhen.
Weil Laufwerkshersteller den Speicherplatz auf Basis 1.000 statt 1.024 angeben, schummeln sie leicht bei der tatsächlich erreichten Kapazität. Wer seine schicke neue 500-Gigabyte-Festplatte formatiert, wird daher feststellen, dass nur rund 480 Gigabyte zur Verfügung stehen. Ohne die jüngst mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnete Entdeckung des GMR-Effekts (giant magneto-resistance, Riesenmagnetowiderstand) könnten allerdings weder Hitachi noch andere Festplatten-Hersteller derart an der Speicher-Schraube drehen. Das 1988 von Peter Grünberg ergründete quantenmechanische Phänomen hat heutige Festplatten-Größen erst möglich gemacht.

Nach Hitachi, Seagate und WD hat nun auch Samsung eine Ein-Terabyte-Festplatte im Produktportfolio. Den gegenüber der Konkurrenz späteren Erscheinungstermin will das Laufwerk durch einen höheren Datendurchsatz wettmachen. Dafür sorgt laut Hersteller eine unerreicht hohe Speicherdichte, wodurch das Samsung-Modell mit lediglich drei Magnetscheiben auskommt.
Festplatten sind tot. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie auf breiter Front von Flash-Laufwerken abgelöst werden. Die Produktankündigungen der letzten Wochen scheinen dieser Weisheit ganz entschieden zu widersprechen. 2,5-Zoll-Festplatten blühen auf.
Das Jahr 2009 soll das Jahr der Solid-State-Drives (SSD) werden, glaubt man diversen Marktanalysten. Dass die Magnetscheiben aber noch immer den Ton bei den Festplatten angeben und sich dies auch mit günstigeren Solid-State-Drives nicht so schnell ändern wird, dafür sorgen die immer weiter fallenden Preise und die stetig steigende Geschwindigkeit.
Ein drei viertel Jahr nach der Vorstellung der Zwei-Terabyte-Festplatte präsentiert Western Digital mit den Modellen "Caviar Black" und "RE4" die ersten schnellen Zwei-Terabyte-Laufwerke mit 7.200 Umdrehungen. Damit macht der Hersteller seine Zwei-Terabyte-Datenträger fit für den Einsatz in Desktop-Rechnern.




