Teile und herrsche - Dateisplitter im rechtlosen Raum
OFF System: Anonymes Filesharing, aber anders
Moritz Zielenkewitz
Die Technik
Im Gegensatz zu anderen anonymen Filesharing-Netzwerken, die wegen der Misstrauensbasis und dem Streben nach Anonymisierung oft auch als Darknets bezeichnet werden, nimmt OFF System für sich in Anspruch, das erste Brightnet zu sein: Hier soll Datentausch problemlos funktionieren, obwohl alle Beteiligten im Klartext miteinander in Verbindung stehen. Wäre nämlich die Prämisse von OFF System falsch, würde jede neu erscheinende digitale Datei direkt in das Copyright einer schon existierenden fallen - denn Teile der Informationsabfolgen wären dort sofort enthalten.
Eine rechtliche Definitionslücke also, die sich der Client zunutze macht. Damit über das P2P-Netz tatsächlich nur rechtlich unbedenkliche, weil mit Zufallsdaten gefüllte, Informationspakete gesendet werden, muss der Vorgang des Teilens und Zusammenfügens jeweils auf der heimischen Festplatte geschehen. Denn die einzelnen Knotenpunkte werden zwar über Proxys geroutet, diese dienen aber keinem anonymisierenden Zweck.

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Fundstücke: Die Suche von OFF System.
(Klick vergrößert.)
Der Upload
Wird eine Datei im OFF-Client zum Upload ausgewählt, wird diese in 128 Kilobyte kleine Blöcke zerteilt. Am Ende fehlende Daten werden durch zufällige Informationen ergänzt, davon abgesehen repräsentieren die Blöcke immer noch die urheberrechtlich geschützten Originaldaten. Im nächsten Schritt werden diese Datenschnipsel mit anderen Blöcken vermischt, die bereits über die Knotenpunkte des OFF-Clients befördert werden.
Hierfür legt OFF System nach der Installation einen Ordner namens Blockcache an, der sich nach und nach mit Zufallsblöcken der anderen Teilnehmer füllt. Aus diesem Sortiment wird jetzt zufällig ein Block genommen und ein Mix entsteht, der weder der einen noch der anderen Datei zugeordnet werden kann. Dieser Vorgang wird noch einmal wiederholt, der Hashwert - also eine Art digitaler Fingerabdruck - dieser Blöcke wird in einer Tabelle gespeichert. Der Block selbst landet mit einer ofb-Endung im Blockcache.
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