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OFF System: Anonymes Filesharing, aber anders Teile und herrsche - Dateisplitter im rechtlosen Raum

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Illegaler Datentausch über das Internet ist und bleibt riskant. Viele Nutzer wechseln deshalb auf anonyme Tauschbörsen, um ihre Identität zu verschleiern. Einen vollkommen anderen Ansatz verfolgt das Projekt OFF System: Hochgeladene Dateien werden in viele kleine Blöcke geteilt und mit anderen Informationen gemischt, sodass auf diese Zufallsblöcke kein Anspruch auf Urheberrecht mehr besteht.

Illegaler Datentausch über das Internet ist und bleibt riskant. Viele Nutzer wechseln deshalb auf anonyme Tauschbörsen, um ihre Identität zu verschleiern. Einen vollkommen anderen Ansatz verfolgt das Projekt OFF System: Hochgeladene Dateien werden in viele kleine Blöcke geteilt und mit anderen Informationen gemischt, sodass auf diese Zufallsblöcke kein Anspruch auf Urheberrecht mehr besteht.

Ein Netz voller besitzloser Daten: OFF System.

Die Philosophie

Der Gedanke hinter dem Projekt OFF System ist so simpel wie interessant: Jede in digitaler Form vorliegende Datei - ob urheberrechtlich geschützt oder frei verfügbar - besteht aus einer Abfolge von Einsen und Nullen. Wird diese Abfolge in einzelne Blöcke unterteilt, die in den P2P-Netzen als Chunks bekannt sind, sind auch diese noch geschützt. Vermischt man jetzt aber Blöcke aus zwei unterschiedlichen solcher Dateien, entsteht eine frei verteilbare Ansammlung zufälliger und funktionsloser Bits und Bytes.

Sind diese Blöcke klein genug und werden effektiv vermengt, können sie als Vorlage für ganz verschiedene Datenblöcke dienen - Multiple Use Encoding nennen die OFF-Entwickler dieses System. Über einen Link findet der Filesharer dann die für seine Datei benötigten Teile, die er aus dem OFF-Netzwerk herunterlädt. Sowohl Up- als auch Download dieser Blöcke können ohne Verschleierungsmethoden vonstatten gehen - denn die gesendeten Daten sind frei von Urheberrecht und für sich nicht lesbar. Auf diesem Konzept setzt der P2P-Client auf: Das "Owner-Free File System".

Die Technik

Im Gegensatz zu anderen anonymen Filesharing-Netzwerken, die wegen der Misstrauensbasis und dem Streben nach Anonymisierung oft auch als Darknets bezeichnet werden, nimmt OFF System für sich in Anspruch, das erste Brightnet zu sein: Hier soll Datentausch problemlos funktionieren, obwohl alle Beteiligten im Klartext miteinander in Verbindung stehen. Wäre nämlich die Prämisse von OFF System falsch, würde jede neu erscheinende digitale Datei direkt in das Copyright einer schon existierenden fallen - denn Teile der Informationsabfolgen wären dort sofort enthalten.

Eine rechtliche Definitionslücke also, die sich der Client zunutze macht. Damit über das P2P-Netz tatsächlich nur rechtlich unbedenkliche, weil mit Zufallsdaten gefüllte, Informationspakete gesendet werden, muss der Vorgang des Teilens und Zusammenfügens jeweils auf der heimischen Festplatte geschehen. Denn die einzelnen Knotenpunkte werden zwar über Proxys geroutet, diese dienen aber keinem anonymisierenden Zweck.

Fundstücke: Die Suche von OFF System.

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Moritz Zielenkewitz
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