Wie die Stars der Musikindustrie die kalte Schulter zeigen
Musik für lau
Mit Erfolg, ihr Manager Alan McGee sagte der Presse: "Die Plattenindustrie ist besessen von Alter und Mode", so der Manager, "so gibt es diese ganzen Bands wie die Charlatans oder Happy Mondays, die vor zehn Jahren noch riesig waren und immer noch gut sind, aber keinen Plattenvertrag mehr haben. Wie gibt man diesen Bands wieder ein Profil? Man verschenkt das Album!"
Die Ska-Veteranen von Madness denken ebenfalls darüber nach, das nächste Album zu verschenken. Gratissongs als Lockmittel funktionieren im Netz hervorragend. Plattformen wie MySpace beweisen, dass junge Musikkonsumenten kleine Geschenke dankbar annehmen. Die Arctic Monkeys aus Sheffield schafften das Kunststück, sich ganz ohne Label im Rücken nur durch das Netz berühmt zu machen.

Die jungen BritRocker verschenkten CDs mit Demoaufnahmen bei ihren Konzerten. Fans stellten diese ins Internet und bastelten eine MySpace-Seite für die Band. Durch digitale Mund-zu-Mund-Propaganda wurden sie so bekannt, dass ihre ersten beiden Singles und das Debütalbum gleich auf Platz eins der Charts schossen. Ein Kunststück. Im Gegensatz zu Radiohead machen die Arctic Monkeys keinen Hehl daraus, von der Musikindustrie unabhängig sein zu wollen.
Das neue Selbstbewusstsein der MySpace-Generation
Sie erlaubten sich den Luxus, Labelscouts von der Gästeliste ihrer Konzerte zu streichen und unterschrieben erst dann einen Vertrag, als ihnen die volle künstlerische Freiheit garantiert wurde. Eine Karriere, die sicher nicht beliebig reproduzierbar ist, aber doch ein Zeichen dafür, dass die Plattenfirmen nicht nur als Vertrieb, sondern auch als Promoter neuer Musik überflüssig geworden sind.
Portale wie Jamendo geben Nachwuchskünstlern die Möglichkeit, ihre Werke ohne aufwändige und teure CD-Pressung unter das Volk zu bringen. Musikfans finden neuen Nachschub in Musikblogs oder auf den Homepages der Bands. Dabei wäre es falsch, dem Netz vorzuwerfen, dass nur kostenlose Musik hier eine Chance hätte. Alleine in Apples iTunes Store werden gut 100 Millionen Songs im Monat gekauft.

Charlatans-Manager McGee ist von der neuartigen Internet-Promotion überzeugt. "Ich spüre, dass dieses Experiment funktionieren wird", sagt er. Er sei erstaunt, wie gut die Reaktionen wären, obwohl das Gratis-Album noch nicht einmal zu haben ist. Alan McGee ist zuversichtlich, dass Merchandising-Artikel und Konzertkarten für genügend Einnahmen sorgen. Er überlege sogar, größere Hallen für die nächste Tour zu buchen, so der Manager.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 4 Beiträge
TZZZ - Jahrelang gescheffelt und mit Knete die Taschen vollgehauen - Und es wird sich Rächen ! Und dies is erst der Anfang ! Gruss an Sony, BMG und CO`s :cool:
Hallo! Zitat: Tja, das Problem liegt schon in der Überschrift: "bekannte Bands"... Ja, das stimmt in weiten Teilen sicherlich. Aber ich denke, dass sich...
Zitat: Das Web als Vertriebsalternative für bekannte Bands Tja, das Problem liegt schon in der Überschrift: "bekannte Bands"... Sicherlich...
Tatsächlich steht die Musikindustrie wohl vor ihrem größten Umbruch seit Beginn der 50er Jahre und mittlerweile scheint dies auch bei den Verantwortlichen angekommen zu sein. Wie ein Erfahrungsbericht...