Das Web als Vertriebsalternative für bekannte Bands

Music Markt: Wie die Stars der Musikindustrie die kalte Schulter zeigen

Die Plattenfirmen jammern unter der Last der Filesharer. Jetzt kommt noch ein weiterer Tiefschlag für die Majors hinzu: Die Stars der Branche merken, dass es sich auch ohne Plattenfirma gut leben lässt und kehren den Labels den Rücken. Radiohead haben es vorgemacht, jetzt ziehen andere Musikgrößen nach.

CD-Stapel
In den Neunzigern verkauften sich CDs wie geschnitten Brot.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Rezession in der Musikbranche
  2. 2Das Ende des Höhenfluges
  3. 3Erfolgsgaranten Superstars
  4. 4Musikstars mit Bindungsängsten
  5. 5Statussymbol Unabhängigkeit
  6. 6Viele folgen dem Vorbild
  7. 7Musik für lau
  8. 8Das neue Selbstbewusstsein der MySpace-Generation

Als die britische Band Radiohead vor zwei Wochen ankündigte, das neue Album nur im Selbstvertrieb über das Internet zu verkaufen, den Käufer den Preis selbst bestimmen zu lassen und dabei auch noch auf DRM zu verzichten, da war klar: Diese Aktion hat Signalwirkung. Der Erfolg gab der Band Recht. Die genaue Zahl der Verkäufe ist bislang unbekannt, doch die Webseite der Band wurden binnen weniger Tage die meistgeklickte Musikseite Großbritanniens.

Rezession in der Musikbranche

Die Musikindustrie hat ein Problem. Nach den Rekordumsätzen in den Neunzigerjahren schrumpft der Gewinn seit Jahren immer weiter zusammen. Kein Wunder: boten die Neunziger dank der Massenverbreitung der CD und dem Aufkommen der Musiksender paradiesische Umstände. Ein ganze Generation Teenager wuchs mit Rundum-Musikumsorgung auf.

Doch kein Aufstieg ohne anschließende Talfahrt. Irgendwann waren alle Klassiker der vergangenen Jahrzehnte noch einmal als CD verkauft, das Musikfernsehen verlor wieder an Fahrt und zu allem Überfluss tauchte gegen Ende des Jahrzehnts ein neues Schreckgespenst am einst so malerischen Musikhimmel auf: Filesharing.

Das Ende des Höhenfluges

Panik kam auf. Wie ein verletztes Tier konzentrierte sich die Industrie nur noch auf aggressive Verteidigung und Erhaltung des Status quo. Unfähig sich auf die neue Situation einzustellen, setzten die Unternehmen mehr denn je auf Bestandssicherung. Statt Innovationen gab es Bewährtes immer wieder und wieder. Funktionierende Konzepte wurden ausgeschlachtet, neue aus Angst gar nicht erst versucht.

Obwohl Napster bereits seit 1998 Musik über das Internet verbreiten konnte, gab es erst im Jahr 2003 die Möglichkeit, Musik von Majorlabels legal und komfortabel im Web zu kaufen. Was das Internet anbelangt, zeigten sich die großen Plattenfirmen als schlafende Riesen. Trotz aller Widrigkeiten, auf eine Konstante konnten sich die Branchengrößen immer verlassen: auf die Zugkraft ihrer Superstars.

Robbie Williams
Dank Superstars wie Robbie Williams drückt sich die Branche vor Veränderungen.

Erfolgsgaranten Superstars

Ob Madonna, Robbie Williams oder Oasis: Ein neues Album war ein Umsatzgarant und half den Labels dabei, sich vor anstrengender Aufbauarbeit neuer Künstler oder dem riskanten Ausprobieren neuer Vertriebswege zu drücken. Jetzt bröckelt dieses Fundament. Die Stars werden sich bewusst, dass sie die Bemutterung eines Labels nicht unbedingt brauchen.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 4 Beiträge

TZZZ - Jahrelang gescheffelt und mit Knete die Taschen vollgehauen - Und es wird sich Rächen ! Und dies is erst der Anfang ! Gruss an Sony, BMG und CO`s :cool:

Hallo! Zitat: Tja, das Problem liegt schon in der Überschrift: "bekannte Bands"... Ja, das stimmt in weiten Teilen sicherlich. Aber ich denke, dass sich...

Zitat: Das Web als Vertriebsalternative für bekannte Bands Tja, das Problem liegt schon in der Überschrift: "bekannte Bands"... Sicherlich...

Tatsächlich steht die Musikindustrie wohl vor ihrem größten Umbruch seit Beginn der 50er Jahre und mittlerweile scheint dies auch bei den Verantwortlichen angekommen zu sein. Wie ein Erfahrungsbericht...

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