Vom Drunter und Drüber der Flatrate-Pioniere

Verkehrte Netzwelt: Die erste Flatrate - Erinnerungen

"Ihr Zugang wurde freigeschaltet, bitte laden Sie sich unter 'erotikwelt-online.de' Ihre Einwählsoftware herunter. Für weitere Fragen: 0190...". Bei diesem Satz sollten eigentlich alle Alarmglocken klingeln. Nicht aber in diesem Fall. Keine Dialergefahr, sondern ein seriöses Angebot. Ein Erotikanbieter als Internetprovider. Willkommen in der verrückten Welt der ersten Internetflatrates. Willkommen im Jahr 2000.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Tarifsteinzeit
  2. 2Die erste Flatrate
  3. 3Die jungen Wilden
  4. 4Abenteuerliche Zustände
  5. 5Vorauszahlung an Erotikanbieter
  6. 6Kurzes Vergnügen
  7. 7Ende gut...

Das Jahr 2000. Das Jahr des Millenniums, mit einer allgemeinen Stimmung des Aufbruchs und der Ungewissheit. Aber auch das Jahr einer für die Deutschen desaströsen Europameisterschaft. Wort des Jahres: Schwarzgeldaffäre. Aber 2000 war auch das Jahr des unbegrenzten Surfens: Die Geburt der Flatrate. Ein Rückblick über besetzte Telefonleitungen und Erotik-Einwählprogramme.

2000 war ein aufregendes Jahr. Für mich zumindest. Das Abi frisch in der Tasche, gerade vom Schüler zum staatsdienenden Zivildienstleistenden befördert und endlich massig Zeit. Da kam die Telekommunikationsbranche mit genau der richtigen Erfindung um die Ecke: voila - die Flatrate!

Tarifsteinzeit

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Denkt man an das Leben vor sieben Jahren zurück, scheint sich nicht viel geändert zu haben: Wir hatten fließendes Wasser, es gab schon schnelle Autos und genau wie heute waren die meisten Geheimnisse der Naturwissenschaft schon entdeckt. Doch bei der Telekommunikation steckten wir aus heutiger Sicht noch in der tiefsten Steinzeit.

Damals wurde noch das Telefon ausgesteckt, um mal E-Mails abzurufen. Der Computer war nicht in dem Moment online, als er hochgefahren war - dank DSL und Router wie heute. Nein, "ins Internet gehen" war ein Ritual, inklusive des krackelnden Zwitscherns des Modems. Gesurft wurde "by call" und das zu happigen Preisen. Jeden Tag zwei Stunden online zu sein, konnte am Monatsende schon einmal eine dreistellige Rechnungssumme produzieren, wie ich schmerzhaft lernen musste.

Die erste Flatrate

ISDN brachte einen Schub beim Komfort und der Geschwindigkeit, günstiger war der Spaß damit jedoch nicht. Wie der Zufall es wollte: Es kam Bewegung in den Tarifmarkt. Es hieß: Bald gebe es Tarife ohne Zeitlimit und das für unter 200 Mark im Monat. MobilCom hatte es bereits zuvor versucht, war damit allerdings kläglich gescheitert.

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