Konkurrenz für Nachrichtenportale und soziale News?
Techmeme und Rivva: Die Blogger-Startseiten
Janko Röttgers
Traditionelle Nachrichtenportale haben es in diesen Tagen nicht leicht. Immer mehr Web-Plattformen versuchen, den klassischen Schlagzeilen-Sammlern mit neuer Technik und alternativen Ideen Konkurrenz zu machen. Der letzte Schrei sind Webseiten, die dafür auf die kollektive Intelligenz der Blogger-Welt setzen.
Am Anfang stand Google News. Das Nachrichtenportal des Suchmaschinen-Riesen zeigt im englischen Sprachraum seit Anfang 2002, dass es keinen Redakteur braucht, um die wichtigsten Schlagzeilen des Tages zusammenzustellen. Google setzt stattdessen komplett auf Computer, die beständig die wichtigsten Nachrichtenangebote abgrasen und die dort gefundenen Artikel thematisch sortieren und dann anhand ihrer Relevanz gewichten.
Kritik bekam Google immer wieder für die Auswahl seiner Quellen - einen Umstand, dem soziale News-Plattformen wie Digg und Webnews Tribut zollen. Bei Digg & Co. sind die Nutzer selber die Redakteure, die Artikel auswählen und über kollektive Abstimmungen die wichtigsten Themen ermitteln. Das Problem: Soziale Nachrichtenangebote lassen sich manipulieren - etwa, indem Stimmen für einzelne Artikel erkauft werden.
Ein paar tausend Blogs als Quellen
Eine neue Generation von Nachrichtenangeboten will deshalb jetzt das beste beider Welten kombinieren. Die rein technische Nachrichtenauswahl à la Google News soll dabei mit der Intelligenz der Netznutzer kombiniert werden. Vorreiter dafür ist das US-Angebot "Techmeme", das seit Herbst 2005 Technologie-News durch die Augen der englischsprachigen Blogger-Welt betrachtet.

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Technologie-News aus Sicht der Blogger: Techmeme.
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Techmeme überwacht dazu ein paar tausend Blogs. Sobald ein Beitrag eines dieser Blogs von genug anderen Bloggern aufgegriffen und diskutiert wird, taucht er auf Techmeme auf. Die Liste der überwachten Blogs wird einmal täglich komplett aktualisiert. Quellen, die nicht für genug Diskussionen sorgen, fliegen raus und machen damit neuen Bloggern Platz, die mit interessanten Beiträgen auf sich aufmerksam gemacht haben.
Kein Platz für Politik
Auf einem ganz ähnlichen Konzept basiert auch Rivva.de. Rivva ist eine News-Seite des Hamburger Web-Programmierers Frank Westphal, der damit seit rund neun Monaten einen interessanten Einblick in die deutsche Blogger-Welt gibt. Rivva konzentriert sich im Gegensatz zu Techmeme nicht ausschließlich auf Technik-Themen. Weblogs, Startups und neue Gadgets nehmen allerdings trotzdem viel Platz ein - es sind eben die Lieblings-Themen des typischen Bloggers. Aktuelle politische Nachrichten spielen dagegen wie in der Welt der deutschsprachigen Blogs auch bei Rivva meist überhaupt keine Rolle. Google News oder die gute alte Tageszeitung kann das Angebot damit auf absehbare Zeit nicht ersetzen.

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Rivva - jetzt mit 90 Prozent weniger Features.
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Dass Rivva an die Grenzen der überschaubaren deutschen Blog-Welt gebunden ist, hat auch Westphal mittlerweile einsehen müssen. Den Ausbau Rivvas zum multimedialen News-Angebot mit Videos und zahlreichen Zusatz-Features stoppte er deshalb Anfang Oktober, weil sich dafür einfach nicht genügend Nutzer fanden. Westphal dazu selbstironisch im Rivva-Blog: "Rivva – jetzt neu, mit 90 Prozent weniger Features :)"
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