Der Streit um die Ware Fußball-Bundesliga

Bürgschaft für finanzielle Sicherheit

Eine Bankbürgschaft eines namentlich bislang nicht bekannten Kreditinstitutes soll in voller Höhe bei eventuellen Turbulenzen bei Kirch einspringen. Damit soll eine Wiederholung des finanziellen Desasters für die Bundesliga vermieden werden. Immerhin geht es um die Rekordsumme von drei Milliarden Euro, die innerhalb von sechs Jahren erwirtschaftet werden soll. Um diesen stattlichen Betrag zu erreichen, will Kirch möglichst viele Partner ins Boot holen. Diese sollen sowohl für die exklusiven Pay-TV als auch die Free-TV Rechte bieten. Besonders bei der lukrativen Auslandsverwertung erhoffen sich die Partner steigende Einnahmen, gilt die Bundesliga doch in aller Welt als Quotengarant. Noch nicht entschieden ist bislang, wie ab 2009 der Bundesliga-Spielplan aussehen wird und zu welchen Zeiten die Begegnungen angepfiffen werden sollen.

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Besonders in die Kritik geraten ist die Vorgabe, dass die Pay-TV Übertragungen komplett von einer weiteren Tochtergesellschaft aus dem Hause Kirch produziert werden. Damit kommt es für die DFL, wenn auch durch die Hintertür, doch noch zu einem eigenen Bundesliga-Fernsehen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sieht die Unabhängigkeit des Sportjournalismus in Gefahr und spricht gar von einer "Knebelung". Um genau diesen Befürchtungen entgegenzutreten und die journalistische Ausgewogenheit zu bewahren, wurde bereits im Vorfeld eine strikte Aufteilung der Gesellschafteranteile vereinbart.

Premiere kritisiert "Zwangs-Signal"

Während Kirch 51 Prozent der Anteile halten wird, wird sich die DFL mit 49 Prozent an der neuen Produktionsfirma beteiligen. Der derzeitige Rechteinhaber Premiere sieht in der Tatsache, dass ein fertig produziertes Signal eingekauft werden muss, den Wert der Ware Bundesliga schwer beschädigt. Die Unverwechselbarkeit der Premiere-Bundesligaberichterstattung drohe, ganz auf der Strecke zu bleiben. Sowohl Vorstand Michael Börnicke als auch der für den Sportbereich zuständige Carsten Schmidt zeigten sich verärgert über die Entscheidung der DFL.

Weniger Geld für Pay-TV Rechte?

Dennoch werde man sich auf jeden Fall um die Rechte bemühen, auch wenn diese unter den veränderten Bedingungen in den Augen von Premiere an Wert verloren haben. Börnicke kündigte bereits an, dass man bei einer Übernahme der zwangsproduzierten Bilder deutlich weniger zahlen will. Für die Berichterstattung im Free-TV gilt diese Regelung jedoch nicht. Jeder Sender wird nach wie vor mit eigenen Reportern und Kamerateams aus den Stadien berichten können. Neben dem DSF trifft dies auch auf die Nachverwerter ARD und ZDF zu.

Aber auch die Privatsender RTL und Sat.1, bereits früher einmal im Besitz der Bundesliga-Rechte, bekunden ihr generelles Interesse an einer Rückkehr in die Berichterstattung. Allerdings wurden bislang keine Zahlen genannt, wie viel man sich das hochkarätige Event kosten lassen würde. An die Quotenerfolge mit der Formel 1 kann RTL nach dem Ende der Ära Schumacher schon lange nicht mehr anknüpfen. Auch Sat.1 hatte vor wenigen Monaten mit den kurzerhand von ARD und ZDF erworbenen Rechten an der Tour de France eine Pleite auf der ganzen Linie erlebt. Neue, attraktive Sportrechte sollen nun her.

Der Zuschauer darf zahlen

Eins steht schon jetzt fest: Der Gewinner wird künftig noch viel mehr als bisher der finanzkräftige Zuschauer sein, der sein Geld bereitwillig in ein monatliches Bundesliga-Abo steckt. Schmalhans Küchenmeister, der sich der Zusammenfassungen im Free-TV bedient, wird im Kampf um die Fußball-Milliarden zunehmend zum notwendigen Übel, einer Vertragsklausel deklassiert. Leo Kirch ist und bleibt umstritten, verspricht mit ausgeklügelten Konzepten verlockende Einnahmen für die DFL. Dort geht man bekanntlich nach Eigendarstellung am Bettelstock und sackt die versprochenen drei Milliarden Euro mit Kusshand ein.

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