Wenn der Mehdorn mit der S-Bahn oder: Hacker von heute

Verkehrte Netzwelt: Der öffentliche Super-Stau

Verkehrte Netzwelt: Der öffentliche Super-Stau Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will. Dieses alte, abgedroschene Gewerkschaftsmotto wird im Zusammenhang mit dem Aufstand der Lokführer in diesen Tagen wieder sehr massentauglich. In der Verkehrten Netzwelt soll es diesmal um den Mega-Stau und eine gehackte Website gehen. Beides scheint langsam zum Alltag in Deutschland gehören zu wollen.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Wunschzettel zum Herbstanfang
  2. 2Recht billig
  3. 3Tarif-Einigung der Hacker
  4. 4Peinlichkeiten
  5. 5Happy Bahner und alles wird gut

Die Bahn kommt - oder sie kommt auch nicht. So, damit wären dann wohl so ziemlich alle Klischees über den noch staatseigenen Konzern bemüht. Wobei, einen hätten wir doch noch. Am vergangenen Freitag standen mal wieder die Züge in den Bahnhöfen oder einfach auf freier Strecke. Es war mal wieder Streik bei der Bahn und das alles sogar ohne Notfahrpläne. Diesmal hat man wohl nicht nur auf den Bahnhöfen, sondern auch in den Chefetagen gemerkt, dass mit dieser gut gemeinten Idee alles noch schlimmer wird, als es sowieso schon ist.

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Wunschzettel zum Herbstanfang

Vorbei sind die medienwirksamen Bahnfahrten des hochbezahlten Vorstandes, das einträchtige Händeschütteln mit den Lokführern und die idyllischen Impressionen des bis tief in die Nacht hell erleuchteten Büros von Hartmut Mehdorn. Denn nur die wahren Helden schlafen bekanntlich nie. Was soll dieses Tarifgerangel eigentlich, fragt sich Otto Normalbahnfahrer, wenn ihn auf Bahnhöfen unverdrossen Mikrofone vor das Gesicht geschoben werden und Kamerateams hektisch über den Bahnsteig irren.

Aber wenn sonst schon keine Menschenmassen sich auf selbigen drängen, können das ja ausnahmsweise die Medien übernehmen. Es wird mal wieder gestreikt, und das soll bitteschön auch so rüberkommen. Live-Übertragung von einem leeren Bahnhof sozusagen. Es fehlt nur noch, dass der Zuschauer auf dem heimischen Fernsehsessel die Kamerapositionen der Streik-Cams frei auswählen kann. Gegen eine geringe Gebühr, versteht sich. Vielleicht für die den Armutsgrenzen sich nähernden Vorständen? Eine schöne Idee, so finden wir, aber leider (oder zum Glück) noch Zukunftsmusik. Doch der nächste Streik kommt bestimmt.

Recht billig

Dabei hat sich die GDL wahrscheinlich nur gedacht, dass ihr das, was dem Bahnvorstand recht ist, nur billig sein kann. Immerhin haben sich in den letzten Jahren die Vorstandsbezüge der feinen Herren im schicken Berliner Bürotower der Deutschen Bahn um 600 Prozent erhöht. Aber für was eigentlich? Die Züge fahren nach wie vor, wann sie wollen. Der alltägliche Bahn-Wahnsinn. Pendler und Geschäftsreisende können davon ein Lied singen. Von den Kunden, die sich aus privaten Gründen in die ICs, ICEs, Regionalzüge und Regionalexpresse dieser Repubik drängen, ganz zu schweigen. Die Preise steigen diesmal sogar zwei Mal innerhalb von zwölf Monaten, aber es interessiert nicht. Am allerwenigsten Hartmut Mehdorn, der sich allzu selbstgefällig in allen Talkshows sonnt, die unsere Bildschirme so hergeben und zufrieden in die Kameras grinst.

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