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11.10.2007
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Ohne Blocklist keine Sicherheit

Filesharing: "Jeder gerät ins Visier der Fahnder"

Filesharing

Filesharing: "Jeder gerät ins Visier der Fahnder"

Jeder Filesharer gerät ins das Fadenkreuz der Copyright-Wächter in den Tauschbörsen. Das ist das Ergebnis einer Studie von drei Forschern der University of California. Unternehmen wie MediaDefender oder SafeNet durchsuchen Tauschbörsen nach Urheberrechtsverstößen - und das weit massiver als bislang angenommen.

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Die drei Forscher Anirban Banerjee, Michalis Faloutsos und Laxmi Bhuyan sammelten im Jahr 2006 über 100 Gigabyte Daten aus den Headern des TCP, dem Internet-Protokoll in Filesharing-Netzwerken. Damit kontrollierten sie die IP-Adressen und ordneten den Traffic zu. Dabei kam erstaunliches zutage.

Minenfeld Filesharing

Sie nutzten die so genannten "Blocklists" als Referenzmaterial. Dies sind Listen von IP-Adressen, die von engagierten Freiwilligen, bestimmten P2P-Jägern oder staatlichen Einrichtungen zugeordnet wurden. Hinter diesen IP-Adressen verstecken sich also oft Fake-Dateien als Lockmittel von Unternehmen, die Filesharer überwachen und überführen wollen. Wenn sich das P2P-Programm mit einem solchen Rechner verbindet und etwas hoch- oder herunterlädt, ist man möglicherweise schon in die Falle getappt.

Die Wahrscheinlichkeit, beim Filesharen mit einer dieser heiklen Rechner Kontakt aufzunehmen, läge bei 100 Prozent, so die Forscher. Hinter 12 bis 17 Prozent aller IP-Adressen, die über jeden beliebigen Knotenpunkt kontaktiert werden, steckt einer der riskanten Computer. Wer keine solche Blocklist einsetzt und die entsprechenden Rechner sperrt, der läuft mit Sicherheit Gefahr, aufgespürt - "getrackt" - zu werden.

IPs blocken kann helfen

Doch die drei von der University of California haben auch gute Nachrichten. Es reiche schon die fünf wichtigsten "Tracker" zu blocken und das Risiko, nachverfolgt zu werden, sinke auf ein Prozent. Zudem bedeutet es nicht automatisch, dass der Staatsanwalt bald klingelt, nur weil man von einem der mutmaßlichen Filasharing-Jägern geloggt wurde.

Bei dem enormen Datenaufkommen und der hohen Zahl der User gehört dazu auch noch ein gewisses Maß an Zufall und Pech. Viele aufgespürte Filesharer werden nie etwas von der RIAA oder IFPI hören, weil sie beispielsweise aus dem Ausland stammen und die Justiz der USA nicht für sie zuständig wäre. Auch muss nicht hinter jeder der IP-Adressen auf den Blocklists eine Firma wie MediaDefender stecken. Etwa 71 Prozent der Adressen seien von staatlichen Institutionen, fanden die Forscher heraus.

Nur 0,5 Prozent der Blocklist-Adressen könnten unmittelbar Unternehmen wie MediaDefender zugeordnet werden. Keine Entwarnung, denn die meisten davon arbeiten mit unabhängigen Büros, sodass es keinen erkennbaren Zusammenhang zur Contentindustrie gibt. Die Schlussfolgerung der Kalifornier: "Ein naiver User wird garantiert getrackt".


Mehr Informationen gibt es in der Übersicht: Anonymes Filesharing: Möglichkeiten und Tools

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