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11.10.2007
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Der gläserne Patient

Krankenakte online - ein Datenschutzrisiko

Internet & Netzwelt

Krankenakte online - ein Datenschutzrisiko

Microsoft startet mit "HealthVault" einen eigenen Gesundheitsdienst. Damit folgt der Softwaregigant einem Trend: die Vernetzung der Gesundheitsdaten. Impfungen, frühere Erkrankungen und andere Daten der persönlichen Krankenakte landen in zentralen Archiven. Das Stichwort heißt "e-Health". Für den Bürger und Mediziner komfortabel, doch was ist mit dem Datenschutz?

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Inhalt

Microsoft präsentiert das neue HealthVault als komfortables Web-Werkzeug. Es soll die digitale Schnittstelle für die Gesundheit sein. User können hier nach medizinischem Wissen suchen und ihre eigene Krankenakte zentral speichern. Dies verspricht einen Komfort-Vorteil. So bestimmt der User, wer darauf zugreifen kann und könnte so beispielsweise bei einem neuen Arzt oder einem Besuch im Krankenhaus die Ärzte auf seine gesammelten Daten zugreifen lassen.

Screenshot HealthVault

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Microsoft HealthVault: Der neue Gesundheitsdienst des Softwareherstellers

Trend e-Health

Das Sammeln von medizischen Patientendaten ist nichts Neues. Google bastelt ebenfalls an einem Gesundheitsarchiv und auch in Deutschland ist man schon seit langem auf dem Weg zur "Elektronischen Patientenakte". Denn das Vorwissen über Erkrankungen, Operationen oder Gesundheitswerte des Patienten sind enorm wichtig für die Arbeit der Ärzte. Eine Akte mit den wichtigsten Unterlagen gehört deshalb zu jeder Behandlung dazu. Die ärztliche Schweigepflicht und das Bundesdatenschutzgesetz verhindern, dass diese vertraulichen Unterlagen in falsche Hände gelangen.

Google Health

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Auch Google arbeitet an einem eigenen e-Health-Dienst: Google Health.

Kritischer wird es, wenn Dritte an solche Daten herankommen. Details über die Gesundheit müssen behutsam behandelt werden. Denn wenn sie in den Besitz der Falschen gelangen, können sie erheblichen Schaden anrichten. Die Krankengeschichte interessiert beispielsweise Arbeitgeber genauso wie eine neue Krankenkasse oder den Musterungsarzt bei der Bundeswehr.

Gesundheit wird elektronisch

Gesundheitsdienste haben Konjunktur. Microsoft steht mit seinem neuen Angebot nicht alleine da. Schon seit Jahren entwickelt sich das Gesundheitswesen dorthin, dass Daten zunehmend elektronisch gespeichert werden und zudem zentral abrufbar sind. Dies verspricht einige Vorteile. So könnten im Notfall die Ärzte beispielsweise im Krankenhaus sofort sehen, welche Vorerkrankungen ein Patient hat und ob er bestimmte Medikamente nicht verträgt.

Pillen

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Welche Medikamente nimmt der Patient, was verträgt er nicht?

In der Praxis ist der Umgang mit den Daten der Bürger aber nicht derart einfach. Denn viele Organisationen trachten nach solch sensiblen Informationen. Versicherer oder Pharma-Industrie: für sie wären die Gesundheitsakten der Bürger Gold wert. Eine Lebensversicherung abschließen - mit dieser Krankengeschichte? Unmöglich! In den USA floriert der Handel mit den Patientendaten schon seit Jahren. Ein Blick über den Atlantik zeigt, welche Auswirkungen die Elektrisierung der Patienten haben kann.

Vorreiter USA

Der "Health Insurance Portability and Accountability Act" von 1996, kurz HIPAA, regelt in den USA die elektronische Verarbeitung von Patientendaten. Was den Umgang mit digitalen Gesundheitsdatenbanken vereinfachen sollte, hat sich in der Praxis zum Bumerang entwickelt. Dieses Gesetz macht Vorgaben, wie elektronische Daten verarbeitet werden müssen. Ursprünglich sollte damit nur gewährleistet werden, dass die Daten einheitlich verarbeitet werden.

Gesetz

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In den USA wurden gut gemeinte Gesetze zum Problem.

In der endgültigen Fassung des Gesetzes kamen jedoch noch Bestimmungen zur Privatssphäre hinzu. HIPAA sollte einerseits die Behandlung von Patienten vereinfachen und Kosten sparen, gleichzeitig aber den Datenschutz gewährleisten. Was so klingt als brächte es die altmodische Patientenakte ins neue Jahrtausend, hat in der Praxis chaotische Auswüchse angenommen.

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