Britische Werkstattkette verklagt
Lautes Radio hören eine Verletzung des Urheberrechts?
Music Markt
"Zugänglich machen" ist eines der Hauptargumente der Musikindustrie, wenn es darum geht, Filesharer zu belangen. Nun geht es noch einen Schritt weiter. Es reicht auch, Musik "hörbar zu machen". Eine britische Werkstattkette wird von der "Performing Rights Society", der britischen GEMA, wegen Urheberrechtsverletzung verklagt - weil die Mitarbeiter angeblich zu laut Radio hören würden.
Die Manager der Reparaturkette "Kwik-Fit" dürften nicht schlecht gestaunt haben, als ihnen die Klage der Performing Rights Society, kurz PRS, ins Haus flatterte. Es klingt wie ein Scherz, ist aber bitterer Ernst. Die Mechaniker in den Werkstätten der Kette hätten ihre privaten Radios regelmäßig so laut gehabt, dass auch andere diese hätten hören können. 250 Fälle dieser angeblichen Verstöße hat die PRS registriert.

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Ist ein lautes Privat-Radio eine öffentliche Aufführung?
Kunden und Kollegen können die Musik hören, so das Argument der Verwertungsgesellschaft PRS. Eine Lizenz für die öffentliche Aufführung der Musik hätte das Unternehmen 30.000 Pfund pro Jahr gekostet. Über die Jahre gerechnet kommt die PRS auf eine Schadenssumme von 200.000 Pfund, die sie nun von der schottischen Autokette einfordert. Dies entspricht etwa 290.000 Euro.
Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe. Es sei den Angestellten bereits seit zehn Jahren verboten, ihre privaten Radios zur Arbeit mit zu bringen. Die Firma fordert, dass die Klage abgewiesen wird. Der zuständige Richter Lord Emslie ließ die Klage zu, wollte der PRS aber keine Garantie für den Erfolg der Klage geben.
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Warum wundert mich das nicht mehr :discu:
Wenn das so weitergeht, ist das der Anfang vom Ende der Musik - ja, schlimmer noch, des gesprochenen Wortes.
Singen unter der Dusche - schuldig!
Ein Liebesgedicht fuer die Zukuenftige - Einzelhaft!
Ein gestoehntes "Uhh" oder "Ahh" waehrend des Geschlechtsverkehrs- haengt sie hoeher!
Es wird langsam Zeit, dass die Gerichte diesem Treiben Einhalt gebieten!
Habe ich den Zusatz "Verkehrte Netzwelt" überlesen?
:keineahn:
Man kann wirklich nicht so viel essen wie man kot#en möchte :shocked:
Gerade in einer Werkstatt verstehe ich die "laute" Musik sogar (wohl aber nur teilweise :rolleyes:), da doch öfter mal Gerätschaften im Einsatz sind, die ein leises Radio einfach übertönen...
Aber man muß diesen Industriezweig verstehen, wenn plötzlich die Gehälter der Großkopferten nicht mehr 10Mio€ im Jahr betragen, sondern nur noch 1Mio€/a, dann wird man halt nervös.
Wer vermißt ...?
- [URL="http://de.wikipedia.org/wiki/Mollenhauer_%28Beruf%29"]Mollenhauer
- Wagner
- Scharfrichter
- Mistsammler
- Rattenfänger
Also ich nicht und ich denke unseren Nachkommen wird es mit vielen Berufen aus diesem Industriezweig genauso gehen!
Grüße Grunzer
Nun dann dann ich ja bald einen richtigen Krieg mit meinen Nachbarn beginnen, denn ab und zu höre ich sein Radio. Er hört ab und zu meinen zu laut eingestellten TV!
Also krempeln wir mal die Ärmel hoch!
Hallo!
Man muss natürlich auch sehen, dass solche Verwertungsgesellschaften wie die GEMA oder diese PRS im Prinzip schon zu Recht bestehen.
Denn sie sorgen dafür, dass ein Künstler mit daran verdient, wenn beispielsweise ein Radiosender seine Musik sendet, eine Diskothek die Musik spielt oder eben ein Geschäft damit die Kunden beschallt.
Ist ja auch alles soweit in Ordnung, denn alle diese Unternehmen verdienen ja auch direkt oder indirekt etwas daran, Musik zu spielen.
Nur in diesem Fall ist es wirklich absurd, die privaten Radios der Mechaniker für öffentlich zu erklären.
Schließlich ist die Werkstatt nicht öffentlich und schon gar kein Verkaufsraum oder ähnliches. Hier wird nur versucht, der Kette zu unterstellen, sie hätten dafür eine Lizenz benötigt. Mechaniker, die bei der Arbeit Musik hören sind nun wirklich etwas ganz anderes, als wenn beispielsweise eine Boutique mit Musik Kunden anlocken will. Letztere zahlt natürlich zu Recht.
In jedem Fall ein skurriler Prozess, wir sind gespannt, wie die Sache ausgehen wird.
Gruß,
Patrick
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