Stimmung auf dem Siedelpunkt
Spieletest: Die Siedler - Aufstieg eines Königreichs
Die Siedler als Diebe? Auf ihrer neuesten Baustelle tragen die Malocher fleißig Materialien aus anderen Aufbauspielen zusammen. Zwei Schaufeln "Anno", eine Spatenspitze "Caesar", eine Schubkarre voller "Stronghold". Für ein paar eigene Ideen bleibt dennoch Platz. Und auch wenn das Grundgerüst des Urspiels nur noch zu erahnen ist, steht der jüngste Siedler-Anbau auf einem soliden Fundament.

Inhaltsverzeichnis
- 1Kauende Kiefer, bebende Busen
- 2Ritter auf Reisen
- 3Ein Königreich für ein Sägewerk
- 4Siedlerfreuden trotz Identitätskrise
Eine bessere Einstimmung auf ein mittelalterliches Aufbauspiel können sich Strategen kaum wünschen. Der ungemein atmosphärische Auftaktfilm des neuen Siedlerspiels zeigt eine blühende Stadt, in der Händler Waren feil bieten, Gaukler Feuer spucken und Edelleute mit Fechtkünsten prahlen. Mittelalter pur. Der gute Eindruck setzt sich fort, wenn die märchenhafte Spielegrafik erste Details zu erkennen gibt, wobei speziell die Animation des Tierreichs Bestnoten verdient.
Kauende Kiefer, bebende Busen
Im Wasser schlagen Fische mit den Flossen, umschwärmen wogendes Seegras. Wildtiere, Hasen und Kühe können realistisch die Ohren verdrehen und Schafe stecken ihre Köpfe nicht bloß in Grastexturen, sie kauen, öffnen und schließen den Mund mit dem für Wiederkäuer typischen Schlingern des Unterkiefers. Jedem Tier, von der Krabbe bis zum Elefanten, haben die Entwickler Leben eingehaucht.
Die Siedlermenschen können sich ebenfalls sehen lassen. Wenn der Spieler auf dem Marktplatz ein Fest veranstaltet, das die Produktivität durch Eheschließungen ankurbelt, strömen Leute zusammen, karren Bierfässer heran, klatschen, schäkern, tanzen. Und sie tanzen nicht etwa alle gleich. Schlanke Frauen winden sich verführerisch, leisten grazile Beinarbeit, während der rustikale Tanzstil von eher fülligen Damen den üppigen Busen sichtbar wackeln lässt. Klasse!
