Bildformate in der Übersicht
Wegweiser im Format-Dschungel - 4:3, 16:9, CinemaScope
Patrick Woods
Breitbild ist nicht gleich Breitbild
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Breitbildsendungen übertragen werden können. Im einfachsten Fall lassen die Sender das Bild in der Original-Breite und ergänzen lediglich schwarze Balken oben und unten. Exakt so, wie das Breitbild auf einem 4:3-Fernseher dargestellt wird. Letterboxed nennt sich dieses Verfahren. 16:9-Geräte erkennen dies und zoomen das Bild automatisch auf die volle Displaybreite. Nachteil: Das Bild besteht so aus nur etwas mehr als 400 Zeilen Bildinformationen in der Höhe, obwohl das PAL-Format 576 Zeilen erlaubt.

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Letterboxed verschenkt Bildinhalt.
(Klick vergrößert.)
Die bessere Alternative: die vollen 720 mal 576 Pixel Auflösung nutzen. Damit die 16:9-Filme in das 4:3-Format passen, wird ein Trick angewandt: Das Bild wird absichtlich verzerrt. So entsteht ein breites Fernsehbild, das auf 720 x 576 Pixel passt. Dieser Trick wird "anamorphe Bildaufzeichnung" genannt. Dies funktioniert jedoch nur mit digitalen Medien wie DVDs oder DVB-Fernsehen. Der DVD-Player oder Fernseher erkennt das anamorph kodierte Signal und entzerrt es wieder. Aus dem gequetschen 4:3 mit 720 Pixeln Breite entfaltet sich 16:9 mit 1024 Pixeln.

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Anarmorph verzerrtes Bild, um die volle Höhe zu nutzen.
(Klick vergrößert.)

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Entzerrt stimmen die Proportionen des anamorphen Bildes wieder.
(Klick vergrößert.)
Verzerrtes Kino mit CinemaScope
Kinofilmer machen sich diesen Trick ebenfalls zu Nutze. Das bekannte "CinemaScope"-Format, das 2,35:1 breit ist, wird ebenfalls anamorph gedreht. Denn die 35mm-Filmkameras sind eigentlich auch für 4:3 ausgelegt. Um die volle Fläche des Filmcelluloids zu nutzen, verzerren anamorphotische Linsen die Bilder so, dass sie exakt halb so breit aufgenommen werden, wie sie später nach dem Entzerren tatsächlich sind.
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