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Wegweiser im Format-Dschungel - 4:3, 16:9, CinemaScope
Bildformate in der Übersicht

von Patrick Woods Uhr veröffentlicht

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Da steht er, der prächtige Fernseher mit großem Bildschirm und natürlich in zeitgemäßem 16:9-Bildformat. Aber was ist das? Trotz des Breitbildes ständig schwarze Balken! Willkommen in der wunderbaren Welt der Bildformate. Netzwelt zeigt, welche Formate es gibt und was sie voneinander unterscheidet.

Da steht er, der prächtige Fernseher mit großem Bildschirm und natürlich in zeitgemäßem 16:9-Bildformat. Aber was ist das? Trotz des Breitbildes ständig schwarze Balken! Willkommen in der wunderbaren Welt der Bildformate. Netzwelt zeigt, welche Formate es gibt und was sie voneinander unterscheidet.

Schwarze Balken sind eine der übelsten Nervensägen beim Heimkino. Denn was nützt ein großer Fernseher, wenn durch das falsche Bildformat ein guter Teil der kostbaren Bildfläche für lästige schwarze Balken verschwendet wird? Leider ist man auch mit einem 16:9-Fernseher nicht immer auf der sicheren Seite.

Seitenverhältnis im Wandel der Zeit

Im Laufe der Jahrzehnte hat es viele verschiedene Kinoformate gegeben. Anfangs war es 4:3 wie beim Fernseher, dann wurden die Leinwände immer breiter. In der Welt des Kinos wird die Bildschirmbreite anders angegeben. 4:3 entspricht hier 1,33:1, aus 16:9 wird 1,78:1. Analoge Projektoren und Leinwände sind weit flexibler als eine Fernsehnorm und TV-Bauart es je sein könnte. Deshalb veränderte sich das Bildformat im Kino häufig, während Fernsehzuschauer lange Jahre an ihre 4:3-Geräte gebunden waren.

Klassisches 4:3-Format ist so gut wie out.

Diese Zeiten änderten sich Anfang der Neunzigerjahre. Denn ab da begannen die TV-Sender und Hersteller nach und nach, das neue Bildformat anzupreisen: 16:9 oder eben 1,78:1. Heute sind mehr als ein Viertel aller TV-Geräte solche Breitbildfernseher. Flachbildfernseher sind nur noch als 16:9-Geräte zu haben. Doch der Kinotraum hat einen Haken.

16:9 ist der Formatkompromiss für das Fernsehen.

Das Kino schert sich nicht um Fernsehnormen. 16:9 wurde nicht ausgewählt, weil es auch der Kinostandard wäre, sondern lediglich weil es einen Kompromiss darstellt. Denn im Kino ist 16:9 noch die geringste Breite. Dort sind eher Formate wie 2,35:1 üblich, die noch deutlich breiter als 16:9 sind.

2,35:1 ist ein echtes Kinoformat.

Wird nun ein solcher Film auch im Fernsehen als sehr breites 2,35:1 ausgestrahlt, zeigt auch der 16:9-Fernseher schwarze Balken oben und unten. Auf herkömmlichen 4:3-Fernsehern ist nun fast das halbe Bild schwarz. Besonders ärgerlich für Breitbildbesitzer: Der Großteil der Sendungen im TV wird noch als klassisches 4:3 ausgestrahlt. Dort hat der 16:9-Fernseher mehrere Möglichkeiten das Bild anzuzeigen.

Selbst auf einem Breitbildfernseher gibt es bei 2,35:1 noch Balken.
Auf einem 4:3-Fernseher nehmen die 2,35:1-Balken das halbe Bild ein.

Eingerahmt: 4:3 auf dem 16:9-TV

Im einfachsten Fall zeigt der Fernseher das 4:3-Bild in seiner vollen Höhe. So ist der komplette Bildinhalt zu sehen. Da die Sendung so aber etwas zu schmal für den Fernseher ist, bleibt links und rechts ein beträchtlicher Rand stehen. Andere Lösung: Der Fernseher vergrößert das Bild so weit, dass das Bild die volle Breite abdeckt. So ist das Bild voll ausgefüllt. Der Haken: Nun fehlt oben und unten ein Stück des Bildes und durch die Vergrößerung vergröbert sich die Darstellung.

Eingerahmt: 4:3 auf einem 16:9-Fernseher.

Letzte Option: Strecken. Für Videoästhetiker ist die so grausam wie die Folter auf der echten Streckbank. Der Fernseher zieht das 4:3-Bild in die Breite und passt es so an das Bildschirmformat an. So ist die Bildfläche voll ausgefüllt und nicht einmal Bildinhalt geht verloren. Dicker Wermutstropfen: durch die Streckung wird das Bild in die Breite gezogen und stark verzerrt, was eine gewöhnungsbedürftige Darstellung ergibt.

4:3 auf 16:9 gestreckt: Nichts für verwöhnte Augen.

Breitbild ist nicht gleich Breitbild

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Breitbildsendungen übertragen werden können. Im einfachsten Fall lassen die Sender das Bild in der Original-Breite und ergänzen lediglich schwarze Balken oben und unten. Exakt so, wie das Breitbild auf einem 4:3-Fernseher dargestellt wird. Letterboxed nennt sich dieses Verfahren. 16:9-Geräte erkennen dies und zoomen das Bild automatisch auf die volle Displaybreite. Nachteil: Das Bild besteht so aus nur etwas mehr als 400 Zeilen Bildinformationen in der Höhe, obwohl das PAL-Format 576 Zeilen erlaubt.

Letterboxed verschenkt Bildinhalt.

Die bessere Alternative: die vollen 720 mal 576 Pixel Auflösung nutzen. Damit die 16:9-Filme in das 4:3-Format passen, wird ein Trick angewandt: Das Bild wird absichtlich verzerrt. So entsteht ein breites Fernsehbild, das auf 720 x 576 Pixel passt. Dieser Trick wird "anamorphe Bildaufzeichnung" genannt. Dies funktioniert jedoch nur mit digitalen Medien wie DVDs oder DVB-Fernsehen. Der DVD-Player oder Fernseher erkennt das anamorph kodierte Signal und entzerrt es wieder. Aus dem gequetschen 4:3 mit 720 Pixeln Breite entfaltet sich 16:9 mit 1024 Pixeln.

Anarmorph verzerrtes Bild, um die volle Höhe zu nutzen.
Entzerrt stimmen die Proportionen des anamorphen Bildes wieder.

Verzerrtes Kino mit CinemaScope

Kinofilmer machen sich diesen Trick ebenfalls zu Nutze. Das bekannte "CinemaScope"-Format, das 2,35:1 breit ist, wird ebenfalls anamorph gedreht. Denn die 35mm-Filmkameras sind eigentlich auch für 4:3 ausgelegt. Um die volle Fläche des Filmcelluloids zu nutzen, verzerren anamorphotische Linsen die Bilder so, dass sie exakt halb so breit aufgenommen werden, wie sie später nach dem Entzerren tatsächlich sind.

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Da steht er, der prächtige Fernseher mit großem Bildschirm und natürlich in zeitgemäßem 16:9-Bildformat. Aber was ist das? Trotz des Breitbildes ständig schwarze Balken! Willkommen in der wunderbaren Welt der Bildformate. Netzwelt zeigt, welche Formate es gibt und was sie voneinander unterscheidet.

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Wegweiser im Format-Dschungel - 4:3, 16:9, CinemaScope
Wegweiser im Format-Dschungel - 4:3, 16:9, CinemaScope
Da steht er, der prächtige Fernseher mit großem Bildschirm und natürlich in zeitgemäßem 16:9-Bildformat. Aber was ist das? Trotz des Breitbildes ständig schwarze Balken! Willkommen in der wunderbaren Welt der Bildformate. Netzwelt zeigt, welche Formate es gibt und was sie voneinander unterscheidet.
http://www.netzwelt.de/news/76273-wegweiser-format-dschungel-4-3-16-9-cinemascope.html
2007-10-09 16:46:00
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