Medien-Mogul will die Fäden wieder in die Hand nehmen
Fußball-Bundesliga: Die Rückkehr des Leo Kirch
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Mit 80 Jahren kein bisschen leise: Leo Kirch steht fünf Jahre nach dem Zusammenbruch seines Imperiums vor einer Rückkehr auf die große Bühne des Mediengeschäfts. Die Deutsche Fußball-Liga will dem Zampano ab 2009 das Zepter über die Fußball-Bundesliga übergeben.
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet vorab, auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der DFL sollen schon am nächsten Dienstag detaillierte Pläne über die Funktion von Leo Kirch auf den Tisch gelegt werden. Bereits am kommenden Montag wollen Geschäftsführung und Vorstand der DFL zu Beratungen über die überraschenden Pläne zusammenkommen. Im November beginnt die neue Bieterrunde, noch vor Jahresende will sich nach Möglichkeit der Pay-TV Sender Premiere auch ab der Saison 2009/2010 die exklusiven Bundesligarechte sichern. Aber die Chancen für Michael Börnicke, seines Zeichens Vorstand von Premiere, scheinen augenblicklich parallel zur Premiere-Aktie zu sinken.
Die Vertragshoheit mit den Sendern will die DFL unter ihrer Kontrolle behalten, heißt es. Sollte es Kirch gelingen, pro Spielzeit mehr als 440 Millionen Euro durch eine kluge Vermarktung in die Kassen zu spülen, ist auch die Übertragung der Vermarktungsrechte denkbar. Möglichst viele Partner sollen für die Live-Ausstrahlung der Bundesliga-Begegnungen sowie Zusammenfassungen ins Boot geholt werden, um für maximale Erlöse zu sorgen.
Neben Satelliten-Plattformen kommen auch Kabelnetzbetreiber für eine Kooperation in Frage. Während noch bis Sommer 2009 der Pay-TV Sender Premiere nach einer spektakulären Zusammenarbeit mit arena seit dieser Spielzeit wieder über die Ausstrahlungsrechte verfügt, geht es nun um die Spielzeiten 2009/2010, 2010/2011 und 2011/2012. Immer wieder gab es von verschiedenen Seiten Forderungen, die Berichterstattung im Free-TV auf den späten Samstagabend zu verschieben und nur noch nach 22.00 Uhr auszustrahlen.
KF 15 holt sich Anteile
Kirch soll mit seiner Agentur KF 15 jedoch nur mit der Ausschreibung und Vergabe der Rechte betraut werden, diese aber nicht erwerben können. Über KF 15 hatte sich Kirch kürzlich 11,5 Prozent der Anteile an EM.Sports Media, Nachfolger seines ehemaligen Kooperationspartners EM.TV, gesichert. Neben dem Deutschen SportFernsehen (DSF) gehört auch das Internet-Portal sport1.de zu EM.Sports Media. Nach seiner Pleite 2002 muss Kirch zunächst mit einer hoch dotierten Bankbürgschaft für das notwendige Vertrauen bei der DFL in eine Zusammenarbeit mit ihm sorgen.
Sportfive in Wartehaltung
Auch die Sportrechteagentur Sportfive, beteiligt am Spartensender sportdigital.tv, will ihren Hut in den Bundesliga-Ring werfen. Seit 1. Oktober sendet der vor wenigen Monaten als reiner Internetsender gestartete Kanal nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die neue Astra-Bezahlfernsehplattform entavio. Zu einem späteren Zeitpunkt soll der Sender auch Bestandteil von Premiere Star werden.
Für die Reichweite von sportdigital.tv wäre dies ein zwingend notwendiger Schritt. Ob Sporfive tatsächlich gegen den designierten Kooperationspartner Premiere antreten könnte oder doch nur um die Nachverwertungsrechte mitbietet, ist bislang noch unklar. Wie der "Tagesspiegel" am Samstag in seiner Online-Ausgabe berichtet, wollte man bei Sportfive eine Konkurrenzsituation zu Premiere aber vermeiden und auch erst später entscheiden, ob man sich zumindest in die Kette der "Nachverwerter" einreihen wolle.
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