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Spieletest: Enemy Territory Quake Wars
Taktieren im Trommelfeuer

von Michael Dees Uhr veröffentlicht

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Für ihr schlechtes Aussehen können die Strogg nichts, für ihr schlechtes Benehmen schon. Die aus Metall und Gammelfleisch zusammengeflickten Aliens suchen zwecks Körperernte die Erde heim. Klar, dass die Erdlinge ihre bedrohte Haut so teuer wie möglich verkaufen wollen. Unter dem Kommando der Global Defence Force (GDF) bereiten sie den Angreifern einen heißen Empfang. Das erste Opfer dieses Krieges ist die Rahmenhandlung, denn sie endet mit dem Startschuss an der Mehrspielerfront.

Für ihr schlechtes Aussehen können die Strogg nichts, für ihr schlechtes Benehmen schon. Die aus Metall und Gammelfleisch zusammengeflickten Aliens suchen zwecks Körperernte die Erde heim. Klar, dass die Erdlinge ihre bedrohte Haut so teuer wie möglich verkaufen wollen. Unter dem Kommando der Global Defence Force (GDF) bereiten sie den Angreifern einen heißen Empfang. Das erste Opfer dieses Krieges ist die Rahmenhandlung, denn sie endet mit dem Startschuss an der Mehrspielerfront.

In der Gamesbranche gibt es sie noch, Jobmärchen, die in Zeiten von Zeitarbeit und Privatisierung umso märchenhafter erscheinen. Für kreative Köpfe, die "ehrenamtlich" Modifikationen für kommerzielle Games entwickeln, kann aus Spiel Ernst werden - lohender Ernst. Sei es im Rahmen eines hoch dotierten Wettbewerbs, siehe "Red Orchestra", oder weil die Industrie auf ein gelungenes Fanprojekt aufmerksam wird.

Beim Spielervolk für ihre Multiplayer-Modifikationen und -karten geschätzt, bandelten britische Hobbyprogrammierer mit den Großen der Szene an. Die Hitschmiede id Software, Wiege von "Quake" und "Doom", beauftragte die Nachwuchsprogrammierer mit der Entwicklung des Multiplayerspiels "Wolfenstein: Enemy Territory", einem Dauerbrenner im Netzwerkkrieg. Später realisierten die Multiplayerspezialisten unter dem Firmennamen Splash Damage den Netzwerkmodus des Schockers "Doom 3". Die gesammelte Erfahrung konnte das Team in "Enemy Territory: Quake Wars" einbringen, einer Eigenproduktion im weitesten Sinne, die wiederum im Auftrag von id Software entstand.

Enemy Territory: Quake Wars

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Doom Open Air

Als Ausgangsmaterial diente eine modifizierte Version der "Doom 3"-Engine. Dank des so genannten Megatexture-Verfahrens gelingt der mittlerweile betagten Grafiktechnologie ausgerechnet das, wofür sie ursprünglich gar nicht vorgesehen war: die Darstellung weiträumiger Außenareale. Auch wenn im Bezug auf Explosionen inzwischen sogar Strategiespiele wie "World in Conflict" stärker auftrumpfen, präsentiert sich "Enemy Territory: Quake Wars" bei vergleichsweise gezügeltem Hardwarehunger optisch abwechslungsreich und ausgewogen.

Gut gelungen sind die Cockpitansichten der irdischen und außerirdischen Vehikel. Trotzdem ist der Run auf Panzer und Flugzeuge nicht ganz so groß ist wie etwa bei "Battlefield", was vor allem daran liegt, dass den verschiedenen Infanterieklassen - fünf auf jeder Seite - insgesamt mehr Bedeutung zukommt. Die auf unterschiedlichen Erdteilen angesiedelten und in mehrere Missionen gegliederten Kampagnen sind auf den Einsatz von Spezialisten zugeschnitten. So können nur Geheimagenten Schutzschilde hacken, während Techniker für Reparaturen oder Konstruktionen verantwortlich sind. Für jede Charakterklasse geben die Missionen individuelle Ziele aus und belohnen deren Umsetzung mit Erfahrungspunkten.

Nicht nur Liebe geht durch den Magen: Der Strogg-Sanitäter kann die Überreste seiner Opfer als Wiedereinstiegspunkt missbrauchen. Die vielschichtigen Talente der gebotenen Charakterklassen bereichern die Spielmechanik.

Wem das zu friedlich klingt, der stelle sich vor, wie gleichzeitig Infanteristen in Straßen- und Häuserkämpfe verwickelt sind, Luftstreitkräfte Bombenteppiche legen oder schwer zu stoppenden Kampfrobotern Raketen um die Ohren zwitschern. Zusätzlich angeheizt werden die Kämpfe der bis zu 32 Spieler durch Geschütze und Raketensysteme, die ein dazu befähigtes Teammitglied auf eigenem Terrain stationieren darf.

Bedenken, die Rolle von Versorgungseinheiten würde wegen des martialischen Spielcharakters keinen Zuspruch finden, erweisen sich im Onlinespiel als weitgehend unbegründet. Häufiger als erwartet eilen Sanitäter sterbenden Mitspielern zur Hilfe. Weniger aus Nächstenliebe, sondern weil bei Sturmangriffen oder Abwehrschlachten jeder Mann gebraucht wird und ein Belohnungssystem die nötigen Anreize schafft.

Mutige oder selbstlose Taten werden für die Dauer einer Kampagne mit Rangaufstiegen belohnt, während die Spielarten Ziel und Stoppuhr etwaige Errungenschaft nach einer Runde tilgen. Das schließt verbesserte Sprintfähigkeiten ein oder Vorteile bezüglich des Waffengebrauchs, wodurch das ohnehin simple Hantieren mit Sturmgewehren, Raketenwerfern und anderen Schmerzverursachern noch geringere Ansprüche an den Schützen stellt.

Der integrierte Serverbrowser läuft stabil und ist mit sinnvollen Filtern ausgestattet. Bots können menschliche Mitspieler ersetzen oder gänzlich für Offline-Partien herangezogen werden.

Bebendes Battlefield?

Skeptiker bezeichnen das Spiel als verunglückte Kreuzung aus "Quake" und "Battlefield". Ein Urteil, das allenfalls oberflächlichen Betrachtungen standhält. Denn für "Enemy Territory: Quake Wars" gilt dasselbe wie für die meisten teambasierten Shooter. Die Spieler haben es selbst in der Hand, ob das Schlachtfeld für sinnlose Egotrips herhalten muss oder die taktischen Vorgaben der Entwickler angenommen und umgesetzt werden. Oder anders ausgedrückt: Eine Party ist immer nur so gut wie ihre Gäste.

Was Technik und Balancing angeht, haben id Software und Splash Damage als Gastgeber den passenden Rahmen geschaffen. Eingeladen fühlen darf sich jeder, der in dem Gemisch aus schneller Action und Teamtaktik keinen Widerspruch sieht. Wer das Gamerglück nur in bierernsten Gefechten à la "Red Orchestra" findet, hält sich aus dem Mensch/Monster-Konflikt sowieso heraus.

Enemy Territory: Quake Wars

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Für ihr schlechtes Aussehen können die Strogg nichts, für ihr schlechtes Benehmen schon. Die aus Metall und Gammelfleisch zusammengeflickten Aliens suchen zwecks Körperernte die Erde heim. Klar, dass die Erdlinge ihre bedrohte Haut so teuer wie möglich verkaufen wollen. Unter dem Kommando der Global Defence Force (GDF) bereiten sie den Angreifern einen heißen Empfang. Das erste Opfer dieses Krieges ist die Rahmenhandlung, denn sie endet mit dem Startschuss an der Mehrspielerfront.

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Für ihr schlechtes Aussehen können die Strogg nichts, für ihr schlechtes Benehmen schon. Die aus Metall und Gammelfleisch zusammengeflickten Aliens suchen zwecks Körperernte die Erde heim. Klar, dass die Erdlinge ihre bedrohte Haut so teuer wie möglich verkaufen wollen. Unter dem Kommando der Global Defence Force (GDF) bereiten sie den Angreifern einen heißen Empfang. Das erste Opfer dieses Krieges ist die Rahmenhandlung, denn sie endet mit dem Startschuss an der Mehrspielerfront.
http://www.netzwelt.de/news/76270-spieletest-enemy-territory-quake-wars.html
2007-10-08 16:58:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2008/2421/17354.jpg
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