Nach Handy-Telefonaten im Ausland werden auch SMS günstiger

EU-Kommission: Kurznachrichten im Ausland sollen billiger werden

EU-Kommission: Kurznachrichten im Ausland sollen billiger werden Seit dem 1. Oktober gilt bei Telefonaten im Ausland innerhalb der EU europäisches Recht. Die Rechtsprechung sieht erstmals Obergrenzen bei den Minutentarifen vor und schont damit die Urlaubskasse. Nun sollen auch die Gebühren für SMS-Nachrichten und Datenverbindungen unter die Lupe genommen werden. Wenn die Netzbetreiber bis Ende des Jahres nicht selbst an der Preisschraube drehen, soll es im kommenden Jahr eine entsprechende Verordnung aus Brüssel geben.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Satte Einsparungen
  2. 2Alternativoptionen prüfen
  3. 3Türkei und Schweiz außen vor

Zum Jahresende sollen der EU-Kommission erste Zahlen über die Auswirkungen der Preisreform vorliegen, im Frühjahr folgt eine Bestandsaufnahme der SMS- und Datentarife. Da bislang nur für Sprachtelefonie ausreichendes Datenmaterial vorhanden gewesen sein soll, folgt die Untersuchung auf europäischer Ebene erst 2008. Welche Deckelungen für den SMS-Versand beziehungsweise das Preisgefüge zu Verbindungen ins Internet den Wettbewerbshütern vorschweben, ist netzwelt leider noch nicht bekannt.

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Satte Einsparungen

Auf Beschluss von EU-Wettbewerbskommissarin Viviane Redding wurden die neuen EU-Tarife Ende Juni veröffentlicht und nun für alle Kunden auch in die Tat umgesetzt. Für ausgehende Mobiltelefonate in den Ländern EU darf nur noch ein maximaler Minutenpreis von 58,3 Cent verlangt werden. Für eingehende Anrufe sind die Kosten auf 28,6 Cent pro Minute gedeckelt. Dadurch ergeben sich Einsparungen von bis zu 60 Prozent. Bereits seit dem 30. Juli müssen entsprechende Roamingtarife angeboten und binnen eines Monats den Kunden auch zur Verfügung gestellt werden.

Seit 1. Oktober werden nun auch die Tarife für die übrigen Kunden umgestellt, die nicht schon im Vorfeld einen anderen EU-Roamingtarif geordert hatten. Ausgeschlossen von der Umstellung sind alle Kunden, die sich für einen anderen EU-Tarif entschieden oder der automatischen Anpassung widersprochen haben. Die Fristen wurden in Deutschland vorbildlich eingehalten. Alle vier Netzbetreiber in Deutschland, T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2, waren meist schon im Juli und August dabei, den Kunden günstigere Tarife zu gewähren.

Ebenso sparen selbstverständlich auch die Kunden der Mobilfunk-Serviceprovider und Discountmarken. Bucht sich der Kunde in ein ausländisches Mobilfunknetz ein, wird er in der Regel per SMS begrüßt und auch auf die gültigen Tarife hingewiesen. Teilweise werden die EU-Maßstäbe sogar unterschritten. Vor allem in grenznahen Regionen sollte man besonders aufpassen, ob man tatsächlich noch im deutschen Netz telefoniert oder man einen Roamingpartner nutzt, dessen Leistung vor Ländergrenzen natürlich kein Halt macht.

Alternativoptionen prüfen

Wer also beruflich oder privat in den EU-Ländern unterwegs ist, braucht sich um eine exorbitante Handyrechnung nicht mehr zwangsläufig zu sorgen. Die Minutenpreise liegen deutlich über den inländischen Tarifen, dafür werden aber auch fremde Ressourcen in Anspruch genommen. Alternativ gibt es in allen Netzen zusätzliche Tarife und Optionen, die Auslandstelefonate noch günstiger werden lassen. Diese Regelung gilt zunächst für drei Jahre, über eine Verlängerung soll Anfang 2009 nachgedacht werden. Zum Stichtag 30. September greifen in den kommenden beiden Jahren weitere Preissenkungen. Ab 1. Oktober 2008 dürfen abgehende Telefonate maximal 54,7 Cent kosten, ein Jahr später sinkt der Preis auf 51,2 Cent. Ankommende Gespräche werden nächstes Jahr auf 26,2 Cent gesenkt, zwölf Monate später auf maximal 22,6 Cent.

Türkei und Schweiz außen vor

Vorsicht ist jedoch bei Reisen in die Länder geboten, die nicht zur EU gehören. Dazu zählen beispielsweise die Türkei und die Schweiz. Für diese Staaten sowie alle anderen Länder außerhalb der EU-Landesgrenzen gelten nach wie vor variable Preise für abgehende und ankommende Telefonate. Diese liegen oft ein Vielfaches über den EU-Roamingpreisen.

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